Es ist faszinierend, egal welches Buch ich heranziehe, um mich auch theoretisch auf den großen Lauf am 28. Oktober vorzubereiten, alle fangen mit skurrilen Tipps an. Egal ob Herbert Steffny, Sabrina Mockenhaupt oder Jürgen Mücke, der erste Satz prägt sich ein.

Beispiele: "Wenn Du glaubst es geht bergab, dann drehe Dich um und bezwing den Berg rückwärts!" Am letzten Sonntag habe ich beim Bezwingen des Erlanger Burgbergs versucht, dies zu befolgen. Die Folge: Ein schmerzender Steiß nach drei Stürzen und eine völlig verstörte Nordic-Walking-Gruppe, die mich nach dem ersten Schreck nur so aus Spaß mal rückwärts bergauf überholte.

Zu solch einem Ereignis gibt es in keinem Buch einem Tipp. Doch warum braucht es dann so viel Literatur zu dem scheinbar einfachen Laufen. Da ist zum Beispiel der deutsche Läufer Herbert Steffny. Der hat unter anderem den New York Marathon gewonnen, warum sollte man ihm nicht vertrauen. Und die Tipps sind wertvoll und umsetzbar. Er bietet genaue Trainingspläne an für alle Zielvorstellungen. Von 2 Stunden 30 bis hin zum Plan "Einfach durchkommen" sind im Angebot. Drei Mal dürfen Sie raten, wofür sich der FT-Marathonmann entschieden hat. Aber zurück zum Thema.

Schäufele und Bier sind verboten


Diese Trainingspläne sind offensichtlich wichtig. Ohne solche Pläne - die müssen nicht unbedingt von Steffny sein - ist ein Marathon kaum stemmbar. Vor allem nicht für den Anfänger. Wussten Sie zum Beispiel, dass man auf alle Fälle Ruhetage einlegen sollte? Zu viel Training führt zu dem Effekt, dass man Muskelmasse abbaut, statt aufbaut. Wussten Sie, dass es Läufe gibt, die eher einem Spaziergang ähneln, denn einem Marathontempo? Wen wundert es, dass diese Regenerationsläufe dem FT-Marathonmann am meisten Spaß machen? Doch warum dann so viele Bücher? Und mit diesen ist ja noch nicht Schluss! In gut sortierten Buchhandlungen oder an Kiosken finden sich Dutzende Zeitschriften, die sich nur dem Thema Laufen widmen. Die Informationen, die dort geboten werden, reichen von Rekordläufen der Weltspitze, deren Trainingsmethoden bis hin zu Ernährungstipps. Genau da waren sie wieder meine Probleme.

Nicht eine der knapp 20 Zeitschriften, die ich mir zusammengesammelt habe, hat die Schäuferle-Diät im Angebot. Bier? Werk des Teufels - nur alkoholfrei ist erlaubt. Im Wahn, diese Vorschläge umsetzen zu müssen, habe ich unter www.facebook.de/FTMarathonmann geschrieben, dass ich auf Bier bis zum Marathon verzichte. 20 Euro bekommt der auf die Hand, der mich erwischt (Alkoholfreies ausgenommen, das ist isotonisch, sagen die Schreiber).

Und das jetzt kurz bevor ich in den Urlaub fahre! In die Heimat des Marathons! Nach Griechenland! Im Urlaub kein Bier - na gut, es wird klappen. Sagt doch eines der Sprichwörter in den Büchern: "Den Marathoni dürstet es nur nach eins: 42,195 Kilometer." Naja - irgendwie doof.

Fakten zum Läufer und ein bisschen mehr


Trainingskilometer
52 Kilometer in der Woche geschafft. Angesichts der Hitze gar nicht so schlecht.

Herbert Steffny
Nach Erfolgen als Jugendlicher im Langstreckenlauf, studierte er erst, um dann als "Späteinsteiger" mit 28 Jahren wieder durchzustarten. Er siegte beim Echternach-Marathon 1983 und im drauffolgenden Jahr wurde er Dritter beim New-York-City-Marathon. Steffny ist Deutscher Meister im Marathonlauf, 10 000-Meter-Lauf und Crosslauf. Heute arbeitet er als prominenter Lauftrainer und Buchautor.

Sabrina Mockenhaupt
"Mocki" wollte als Teenager nur mit einer Schulfreundin etwas für ihre Figur tun und ein bisschen laufen gehen. Heute gehört sie zu den schnellsten Frauen der Welt. So absovierte sie den Marathonlauf 2010 in Berlin mit der Zielzeit von 2:26:21 als Schnellste.

Dietmar Mücke
Er ist der Beweis dafür, dass Laufen Spaß macht. Denn Mücke läuft erstens oft barfuß, zweitens oft als Pumuckel verkleidet. Er sammelt Geld für diverse Sozialprojekte durch seinen Lauf, manchmal während des Laufes.

Gemeinsamkeiten
Ja, alle haben Bücher geschrieben, doch viel wichtiger, alle zeigen, dass der Marathon machbar ist. Diese Autoren haben schon viele Anfänger dazu gebracht, diese Strecke zu überstehen. Warum nicht auch den FT-Marathonmann?