Der Auftakt zur vierten Herzogenauracher Open-Air-Kino-Reihe war vielversprechend. Das Wetter passte, die Stuhlreihen waren gut besetzt und der Schlosshof war bunt ausgeleuchtet. "Das ist jetzt die Schlechtwetter-Entschädigung fürs Altstadtfest", meinte Bürgermeister German Hacker (SPD) bei der Begrüßung, blickte aber dennoch etwas skeptisch zum Himmel, der eigentlich nicht freundlicher hätte aussehen können. Herzogenaurach habe schon seinen Teil von Regen und Kälte abbekommen, und deswegen wünschte der Bürgermeister für jeden Kinotag einen warmen Sommerabend. Aber auch Judith Jochmann vom Stadtmarketing zeigte leichte Nervosität, schließlich sagte der Wetterbericht ein Tief voraus. "Hoffentlich hält das bis zum Ende", hoffte Jochmann.
Zunächst einmal erinnerte der Bürgermeister aber an den wiederkehrenden Wunsch der Jugendlichen nach einem Kino in Herzogenaurach. Dem wolle die Stadt mit dem Open-Air-Kino, das auf Initiative der beiden SPD-Stadträte Gotthard Lohmaier und Siegbert Sendner entstanden sei, wenigstens ein bisschen Rechnung tragen. "Die tolle Kulisse im Schlosshof macht ihn zum schönsten Kinosaal in Herzogenaurach", meinte Hacker. Dank vieler Sponsoren gebe es auch jeden Abend ein attraktives Vorprogramm, seien es indische Tänze wie bei der Eröffnungsveranstaltung am Donnerstagabend, Livemusik oder Improvisationstheater.

Indischer Tanz zur Einstimmung

Der am ersten Abend ausgerollte rote Teppich galt keinem prominenten Ehrengast, sondern war für die Tänzerinnen gedacht, die barfuß tanzten. Tänzerin Lilá Dévi vom "Chakra Dance Center" aus Fürth erklärte den Besuchern die indischen Tänze und startete mit einem Solo-Tanz. Der gezeigte Tanz, ein Tempeltanz, sollte den Elefanten verkörpern. Die Tänzerin ist seit ihrer Kindheit mit Musik und Tanz verbunden. Seit 1996 widmet sich Lilá Dévi ausschließlich dem indischen Tanz und nahm regelmäßigen Kathak-Unterricht in Indien und in Deutschland. Zum zweiten Teil holte sich die Dévi weitere fünf Tänzerinnen auf den roten Teppich.
Der Film des Abends war "Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger". Doch bevor die Zuschauer erfuhren, wie die Geschichte des jungen Inders Pi endet, der nach einem Schiffsunglück alleine mit einem Tiger in einem Rettungsboot landet, trat das ein, was sich niemand gewünscht hatte: Aus Sicherheitsgründen musste die Vorführung rund 30 Minuten vor Ende abgebrochen werden und die Zuschauer dürfen den Rest des Filmes am kommenden Mittwoch, 19. Juni um 20.15 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses zu Ende sehen. Der Zugang zum Rathaus ist dabei nur über den Eingang in Richtung Hubmannsparkplatz, aber nicht über den Schlosshof möglich.