Die Zeiten haben sich geändert gegenüber den 1990er Jahren, als es im Landkreis Erlangen-Höchstadt erste Überlegungen gab, durch den Bau einer Stadt-Umland-Bahn (StUB), die Verkehrssituation zu verbessern. Die Pläne wurden konkretisiert, Kosten-Nutzen-Berechnungen angestellt und das ursprünglich geplante Streckennetz zusammengestrichen.

Auf dem Weg der Realisierung ist aktuell nur noch die Rumpf-Strecke von Nürnberg nach Erlangen und weiter nach Herzogenaurach. Die Äste nach Höchstadt und Eckental fielen Kosten-Nutzen-Analysen zum Opfer, der Landkreis verabschiedete sich nach einem Bürgerentscheid aus der Finanzierung. Die Kosten nach Abzug der in Aussicht gestellten Zuschüsse teilen sich die Städte Herzogenaurach, Erlangen und Nürnberg je nach Anteil der Strecke auf ihrem Stadtgebiet.

Mit den geänderten Zeiten argumentierte in der jüngsten Kreistagssitzung der Buckenhofer Bürgermeister Georg Förster (FW). Er war als Sprecher von 14 Gemeinden aus dem Erlanger Osten und dem südlichen Landkreis Forchheim in die Sitzung gekommen, um für den Ostast zu werben.

Förster kam damit auch einem interfraktionellen Antrag von sieben Kreisräten aus den Reihen von Grünen, CSU, SPD und Freien Wählern nach, die Aufklärung darüber wollten, wie weit die Initiative der 14 Gemeinden inzwischen vorangekommen ist. An seiner Seite hatte er auf Wunsch der Kreisräte Annette Mandry, die Leiterin der Abteilung Verkehrsplanung beim VGN.

Sie rief noch einmal die Entscheidungen der Vergangenheit in Erinnerung und stellte fest, dass sich Strukturen und Pendlerströme so verändert hätten, dass eine neuerliche Nutzen-Kosten-Rechnung für den Ostast zu rechtfertigen wäre.

Das ist es auch, was das landkreisübergreifende Bündnis Ostast StUB als Ziel hat. Solange die Strecke nach Herzogenaurach noch in der Planung ist, sehen die Ostgemeinden die Zeit gekommen für eine neue Untersuchung. Man wolle allerdings den Ast nach Herzogenaurach nicht blockieren, sagte Förster. Aber wenn man jetzt Fristen versäume, hätte der Ostast allein keine Chancen mehr auf eine Realisierung.

In den Gemeinden am Ostast sieht Förster neue Baugebiete, neue Fahrgastzahlen, die Umweltbilanz falle heute anders aus als noch vor einigen Jahren, die Gemeinden hätten noch Entwicklungspotenzial. Unterstützung bekomme er auch vom Landkreis Forchheim. In Eigeninitiative streben die 14 Gemeinden jetzt eine erste Prüfung an. "Aber dann brauchen wir die Gebietskörperschaften", sagt Förster und sieht im Jahr 2040 die ersten Bahnen fahren.

14 Kommunen sind dabei

Die Kommunen, die den Ost-Ast aktuell prüfen lassen, sind: Erlangen, Buckenhof, Spardorf, Marloffstein, Uttenreuth, Heroldsberg, Dormitz, Neunkirchen am Brand, Hetzles, Kleinsendelbach, Eckental, Gräfenberg, Weißenohe, Igensdorf

Die Strecke von Erlangen

bis Eckental hätte insgesamt 18,6 Kilometer. Davon entfallen 3,5 Kilometer aufs Stadtgebiet Erlangen, 7,3 Kilometer auf den Kreis Erlangen-Höchstadt, 7,8 Kilometer auf den Kreis Forchheim. bau