Landrat Eberhard Irlinger (SPD) setzte die Stadt-Umland-Bahn (Stub) auf die Tagesordnung der 35. Sitzung des Kreisausschusses. Dabei sollte es auch um die Untersuchung der Bahnhofsbrücke in Herzogenaurach gehen.
In den vorangegangenen Sitzungen des Kreistages wurde über den aktuellen Sachstand zur Stadt-Umland-Bahn berichtet. Das darin angekündigte Planungsgespräch der Verwaltungen hat inzwischen stattgefunden. Darin ging es insbesondere um die Umsetzung der im Spitzengespräch der beiden Oberbürgermeister sowie des Landrats getroffenen Vereinbarung, dass für die in der baufachlichen Stellungnahme der Regierung von Mittelfranken genannten Brücken- und Ingenieurbauwerke sowie Straßenkreuzungen eine vertiefende Kostenanalyse erstellt werden soll.
Untersucht werden sollen die Aurachbrücke Bahnhofstraße sowie die Nordumgehung (Hans-Ort-Ring).
"Es sollen alle besonderen Bauwerke längs der Trasse geprüft werden. Jetzt mal vorab vereinfacht (klappt es mit dem Verkehrsstrom, hält eine Brücke ...) und später dann detaillierter und genaue Kosten", erklärte dazu Bürgermeister German Hacker (SPD). Diese Prüfung müssen alle Kommunen durchführen lassen.
Durch eine vertiefende Kostenanalyse kann der Grad der Kostensicherheit weiter verbessert und eine noch genauere Abschätzung des finanziellen Bedarfs für die Stub in den Haushalten vorgenommen werden. Außerdem kann so generell der Gefahr vorgebeugt werden, dass etwaige unerwartete Kostensteigerungen im Planungsverlauf die Zuschussfähigkeit des Gesamtprojektes in Frage stellen.
Die Regierung von Mittelfranken hatte in ihrer Stellungnahme empfohlen, für insgesamt 20 Kreuzungssituationen und Ingenieurbauwerke wie zum Beispiel die Unterquerung der Bahngleise, die Kosbacher Brücke, die Brücken über die Autobahnen und die Fußgängerbrücken die technische Machbarkeit und die Tragfähigkeit der Kostenansätze der im Intraplan-Gutachten vorgeschlagenen Lösungen zu prüfen.
In der ersten Sitzung der Planergruppe Stub wurde der Begutachtungsaufwand grob überschlagen, der sich für die Bauwerke ergibt. Neben verwaltungsintern abzuarbeitenden Prüfungen werden demnach voraussichtlich Kosten für externe Gutachten im Jahr 2013 von etwa 250 000 Euro anfallen. Der Landkreis ist insgesamt mit zwei Bauwerken bzw. Untersuchungen betroffen. Hierbei handelt es sich um die in der Stellungnahme der Regierung von Mittelfranken genannten Bauwerke Nr. 19 (Kreuzung Nordumgehung, Hans-Ort-Ring) sowie Nr. 20 (Brücke über die Aurach, Bahnhofstraße).
Im Hinblick darauf, dass der Kreistag bislang immer auf einer territorialen Zuordnung anfallender Kosten bestanden hat, wurde seitens der Verwaltung auch hier eine Aufteilung nur dergestalt akzeptiert, dass nicht ein - wie auch immer gearteter - Verteilungsschlüssel zur Anwendung kommt, sondern dass jede Gebietskörperschaft die Untersuchung der jeweiligen Bauwerke ihres eigenen Territoriums in eigener Finanzverantwortung durchführt.
Die Überprüfung der Aurachbrücke muss aufgrund der dafür notwendigen statischen Berechnungen extern vergeben werden. Das Ingenieurbüro, welches die Aurachbrücke geplant hat, wurde bereits angefragt und würde bzw. könnte die Untersuchung durchführen.
Bei der Sitzung des Kreisausschusses konnte eine Vergabe nicht erfolgen. Weil die schriftliche Zusage des Bundes über die Aufnahme des Stub-Projektes in das GVFG-Bundesprogramm noch nicht vorliegt.
Bürgermeister German Hacker wies darauf hin, dass das Straßenbauamt Nürnberg bereits Bereitschaft signalisiert, die Nordumgehung in die eigene Straßenbaulast zu überführen. Deswegen soll geprüft werden, die Leistungsfähigkeit der Nordumgehung zu untersuchen und festzustellen, ob eine höhengleiche Kreuzung der Stub möglich ist und inwieweit bestehende Geh- und Radwegunterführungen betroffen sind.