Er verspricht, sich weiter für die Gremsdorfer Umgehung, die Verbesserung der Infrastruktur im Landkreis, aber auch den Erhalt der Kulturlandschaft einzusetzen. Mit diesen und anderen Themen will Stefan Müller punkten - und wieder für die CSU in den Bundestag einziehen.

Was hat Sie dazu bewogen, eine politische Karriere einzuschlagen?
Stefan Müller: Ich habe 1989 begonnen, mich politisch zu engagieren, weil ich von den mutigen Menschen in der DDR beeindruckt war, die damals ihr Schicksal in die Hand genommen und die Wende ausgelöst haben. Allerdings würde ich nicht davon sprechen, dass dies ein bewusster Entschluss war, eine politische Karriere einzuschlagen. Die Erfahrung der letzten Jahre bestärkt mich auch in der Auffassung, die ich schon immer hatte: Eine politische Karriere kann man weder bewusst einschlagen, noch planen. Es ist vielmehr so, dass einem neue Aufgaben angetragen werden, wenn man die bisherigen gut erledigt hat.

Warum soll der Wähler gerade bei Ihrem Namen sein Kreuzchen machen?
Im Wahlkreis Erlangen/Erlangen-Höchstadt geht es darum, die hervorragenden Bedingungen für Bürger und Wirtschaft dauerhaft zu sichern und dort für Verbesserungen zu arbeiten, wo es notwendig ist. So zum Beispiel bei Infrastrukturprojekten wie dem Ausbau der Autobahnen mit Lärmschutz, mit Umgehungen an Bundesstraßen wie in Gremsdorf, aber auch mit Maßnahmen, die dem Erhalt unserer einzigartigen Kulturlandschaft dienen. Dafür habe ich mich bisher intensiv eingesetzt, auch indem ich den Bürgern einen direkten Draht nach Berlin angeboten habe. Das möchte ich auch weiterhin tun.

Wofür werden Sie sich besonders einsetzen - was dürfen speziell die Bürger aus dem Wahlkreis Erlangen von Ihnen erwarten?
In unserer Region sind Verkehrs- und Infrastrukturthemen von sehr großer Bedeutung. Von Beginn an habe ich mich im Bundestag für den Ausbau von A 3 und A 73 mit dem lang ersehnten Lärmschutz eingesetzt. Aber auch für Umgehungsprojekte an Bundesstraßen, wie die Umgehung von Gremsdorf an der B 470 und die B 2-Umgehung bei Forth. Diese Projekte konnten wir auf planerischer Ebene entscheidend voranbringen, und sie haben weiter höchste Priorität. Sie brauchen aber - nicht zuletzt wegen der hohen Investitionen - einen langen Atem. Große Bedeutung hat für mich, dass wir es in den nächsten Jahren hinbekommen, die Energiewende im Einklang mit den Interessen der Bürger umzusetzen. Energie muss bezahlbar, sicher verfügbar und umweltschonend sein. Um das zu schaffen, werden wir vor Ort ganz konkret über Stromtrassen, Standorte und Mindestabstände zur Wohnbebauung zu sprechen haben. Und wir müssen die Basis unseres Wohlstands konsequent weiterentwickeln. Deshalb ist es auch für den Landkreis von großer Bedeutung, den Forschungsstandort Erlangen zu stärken. Dass es gemeinsam mit den Kollegen aus der Landespolitik gelungen ist, in Erlangen mit dem Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts und dem Helmholtz-Institut für Energieforschung "HI ERN" zwei wissenschaftliche Leuchttürme in die Region zu holen und damit auch die Universität zu stärken, sind Beispiele für diese Politik. Diesen Weg will ich und müssen wir gemeinsam weitergehen.

Die A3, die quer durch den Wahlkreis führt, haben Sie ja bereits angesprochen. Wie stehen Sie zu einer Autobahnmaut für alle Fahrzeuge?
Wir brauchen mehr Geld für Erhalt und Ausbau unserer Verkehrsinfrastruktur. Deshalb wollen wir in der CSU auch die ausländischen Benutzer unserer Autobahnen zur Finanzierung mit heranziehen, so wie dies in vielen unserer Nachbarländer völlig selbstverständlich geschieht. Bei der Umsetzung muss aber sichergestellt werden, dass es für deutsche Autofahrer keine zusätzliche finanzielle Belastung gibt. Also: Ja, ich bin für eine Pkw-Maut, wenn wir sie für Inländer kostenneutral gestalten können.

Würden Sie sich auch für die Realisierung der seit Jahren diskutierten Stadt-Umland-Bahn von Nürnberg über Erlangen nach Herzogenaurach einsetzen? Macht ein solch schienengebundenes Verkehrsmittel überhaupt noch Sinn?
Ich befürworte das Projekt Stadt-Umland-Bahn prinzipiell, weil eine bessere Anbindung des Landkreises Erlangen-Höchstadt an das ÖPNV-Netz der Metropolregion überfällig ist. Viele Menschen warten darauf. Allerdings müssen wir sehr darauf achten, dass wir uns damit in der Region nicht auf Jahrzehnte finanziell überfordern. Deshalb halte ich es für richtig und notwendig, alle denkbaren Alternativen ernsthaft zu prüfen. Unabhängig davon, was am Ende realisiert wird: Ohne Mittel aus Bund und Land wird es sicher nicht gehen.

Persönliches Geboren am 3. September 1975 in Neustadt/Aisch; katholisch und seit 2004 verheiratet; eine Tochter.

Berufliches Realschule Herzogenaurach; Ausbildung zum Bankkaufmann in Erlangen; Wehrdienst; berufsbegleitendes Studium an der Bankakademie, Abschluss Bankfachwirt. Verschiedene Tätigkeiten bei der Dresdner Bank und der Raiffeisenbank Seebachgrund.

Politisches 1990/91 Eintritt in die Junge Union und CSU, seitdem tätig in unterschiedlichen Funktionen, u. a. als JU-Orts- und Kreisvorsitzender, stellvertretender JU-Landesvorsitzender, sowie als CSU-Ortsvorsitzender. 1996 bis 2006 Gemeinderat in Großenseebach. Seit 2002 Kreisrat im Landkreis Erlangen-Höchstadt, 22. September 2002 Wahl in den Deutschen Bundestag, dort in verschiedenen Funktionen tätig. Seit 2011 Kreisvorsitzender der CSU Erlangen-Höchstadt.

Ehrenamt Engagement für Bildungseinrichtungen, soziale und karitative Zwecke sowie für die Belange Behinderter. U. a. Kreisvorsitzender des BRK- Kreisverbands, Vorstandsmitglied bei der Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt (West) e.V., Beirat bei der Access gGmbH Integrationsbegleitung für Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben, Erlangen.