Neben den großen Arbeitgebern wie Siemens oder Schaeffler gibt es im Raum Erlangen eine Vielzahl kleiner und mittelständischer Firmen. Wie die Großen brauchen auch diese Unternehmen auf der einen Seite immer wieder Nachwuchs - junge Leute, die sie ausbilden können. Auf der anderen Seite stehen Schulabgänger vor der Berufswahl. Sie wissen oft nicht, welchen Weg sie einschlagen sollen.

Genau hier setzen André Ackermann (26) und Marco Weißel (30) an. Die beiden wollen eine Idee umsetzen und haben dafür in Hemhofen die Firma "Young Resources" gegründet. Ein Start-up-Unternehmen, "das die Menschen zusammenführen will, die nicht zusammenfinden", wie es Ackermann formuliert. Das sind einmal Inhaber, Meister oder Personalmanager kleiner und mittlerer Betriebe und die Abgänger von Mittel- und Realschulen, dem angepeilten Hauptklientel der beiden Jungunternehmer.

Die Klagen der Wirtschaft auch aus der Metropolregion Nürnberg über viele unbesetzte Lehrstellen in diesem Jahr und zahlreiche junge Menschen, die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben, ließen den Niederlindacher André Ackermann und Marco Weißel aus Neunkirchen am Brand aktiv werden. Sie sind überzeugt, eine Marktlücke aufgetan zu haben, helfen zu können und noch etwas Geld zu verdienen.

Dass ihre Idee gleich von Anfang an einen ordentlichen Gewinn abwirft, darauf sind die Jungunternehmer nicht angewiesen. Beide stehen bei einem Erlanger Energieversorger in einem festen Arbeitsverhältnis und daran soll sich auch vorerst nichts ändern. Sie wollen nebenbei ein Netzwerk spinnen und darin Schüler und Betriebe zusammenbringen.

Anforderungen werden analysiert

"Die jungen Schulabgänger brauchen Hilfe", ist Marco Weißel überzeugt. Sie müssten sich einen Überblick darüber verschaffen können, was der Arbeitsmarkt in der Region bietet. Die Initiativen, die es bisher in diesem Bereich gibt, seien sehr undurchsichtig. Die Aktivitäten des Arbeitsamtes sind für die Jungunternehmer auch nicht befriedigend.

Jugendliche wüssten in der Regel nicht, was es in ihrer Nachbarschaft für kleine interessante Firmen gibt. Diese wiederum tun sich oft schwer, den geeigneten Lehrling zu finden. So haben sich Ackermann und Weißel die Aufgabe gestellt, Firmen abzuklappern und deren Anforderungen an junge Mitarbeiter zu analysieren. Dann wird Kontakt zu den Schulen in der Region aufgenommen, um den Schulabgängern das Angebot von "Young Resources" schmackhaft zu machen.

Kosten entstehen den jungen Menschen dabei keine. Sie sollten sich nur freiwillig einem Test unterziehen, in dem ihre Wünsche, Neigungen und Fähigkeiten ermittelt werden. Ziel der Jungunternehmer ist es, ihren Kandidaten einen geeigneten Ausbildungsplatz in der Region anbieten zu können. Die Firmen sparen sich die Auswahl oder auch Suche nach dem passenden Lehrling. Sie können vielmehr davon ausgehen, den richtigen Kandidaten vermittelt zu bekommen.

Dafür wird bei den Unternehmen dann auch die Vermittlungsgebühr fällig. Ackermann und Weißel setzen hier einen Monatslohn der Azubis an. 25 Prozent des Honorars sofort, die restlichen 75 erst nach bestandener Probezeit. Die Jungunternehmer betonen, dass es ihnen nicht um den schnellen Profit geht, sondern auch ein moralischer Aspekt mitspielt. In Hemhofen haben sie jetzt erst einmal Büroräume angemietet. Hier sollen sich die jungen Leute vorstellen. "Es kostet ihnen nichts, aber bringt sie weiter", verspricht André Ackermann.