Sie werden wohl das "fränkische Idealmaß" haben. Das liegt keineswegs bei 90-60-90 wie im Rest der Republik, sondern nach den Worten von Höchstadts Fischexperten Martin Oberle bei ein bis eineinhalb Kilo. Die Rede ist vom Aischgründer Karpfen, der für unzählige Genießer ab September - dem ersten Monat mit einem R - wieder auf den Tisch kommen darf.

Wie immer wurde die Karpfensaison mit dem Abfischen eines Weihers eingeläutet. Sanfter Nebel lag noch über dem Aischgrund als am frühen Samstagmorgen das Abfischen begann.

Karpfenland-Vorsitzender Gerald Brehm, Martin Oberle, Chef der Außenstelle Karpfenteichwirtschaft, Leonhard Thomann, Teich- und Gästeführer, Gastronom und einziges Ehrenmitglied Waldemar Schmitt aus Adelsdorf, sowie einige interessierte Zuschauer hatten sich an dem idyllischen Scheubelweiher eingefunden.

Glanzlichter waren die beiden Majestäten - Karpfenkönigin Nina Hock und ihre Vorgängerin im Amt Katrin Uano. Es sei schließlich ihr Weiher, der beim Abschied nach ihr benannt wurde, sagte Katrin Uano. Von 2010 bis 2012 war sie zunächst Karpfenprinzessin, dann bis 2016 Karpfenkönigin. Ehrensache, dass sie beim Abfischen alljährlich im Weiher steht. Auch für Nina Hock - bis Samstag amtierende Karpfenkönigin - war das Abfischen durchaus kein Neuland.

Größere Karpfen durch warme Witterung

Tatsächlich ist aber der Höchstadter Konrad Scheubel "Herr des Weihers". Scheubel rechnet mit einer guten Ernte. "Obwohl wir Schwierigkeiten mit dem Wasser hatten, sind die Karpfen gut gewachsen." Etwa zwei Tagwerk, das sind etwa 0,66 Hektar, ist Scheubels Weiher groß. Bei einem Besatz mit 800 Stück sollten nach den Worten von Oberle rund 500 Karpfen geerntet werden. "Dreisömmerige", denn das sei der klassische Speisekarpfen. Durch die warme Witterung würden die Fische mittlerweile größer als noch vor Jahren. Das sei jedoch kein Problem, da durch neue Verarbeitungsmethoden wie Filet, auch große Karpfen gerne abgenommen werden.

Zu wenig Wasser in vielen Weihern

Dass viele Weiher zu wenig Wasser hätten, wie das eigentliche Problem, so Oberle. "Fährt man durch den Aischgrund, sieht man immer wieder leere Weiher." Viele Weiher seien Himmelsweiher. Als Beispiel zeigt Oberle auf den Nachbarweiher, der bis auf die Sohle trocken ist. Auf die Frage, ob die Aischgründer mit der "geschützten geografischen Angabe" ausreichen, gibt Oberle Bescheid: 1600 Tonnen Karpfen würden erzeugt, 1000 Tonnen werden in der Region gebraucht. Ein Teil der Fische werde über die Region hinaus verkauft.