Manchem Höchstadter sind in den vergangenen Tagen vielleicht schon die Handwerkerautos aufgefallen. Seit Monaten gibt es Gerüchte in der Stadt. Im Schatten des Stadtturms, in der Alten Schranne, tut sich etwas.

"Die Stadt hat das ganze Anwesen gekauft", bestätigt Bürgermeister Gerald Brehm (JL) auf Nachfrage des Fränkischen Tags. Zwar seien noch ein paar Formalitäten zu erledigen. Doch das Projekt, das der Stadtrat mit auf den Weg gebracht hat, stehe in den Startlöchern.

Mit dem Erwerb des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem 17. Jahrhundert will die Stadt dem jahrelangen Leerstand ein Ende setzen. "Das war natürlich für die Innenstadt nicht schön", sagt Brehm, der auch zum Nutzungskonzept schon etwas verraten kann.

Laden, Hotel, Erlebniszentrum

Seit Jahren gibt es die Idee eines Fischgeschäfts im Zentrum. Mit dem Laden im Erdgeschoss der Alten Schranne habe man einen potenziellen Standort. Der hintere Teil des Anwesens, das aus zwei Flurnummern besteht, werde vermutlich abgerissen. Hier könne mittelfristig ein Teicherlebniszentrum entstehen, so Brehm. In den oberen Gästezimmern der Alten Schranne könne er sich gut ein "themenbezogenes" Hotel vorstellen, etwa eine Unterkunft, speziell ausgerichtet auf Fahrradtouristen.

Vieles sei noch offen, sagt Brehm. Man beharre nicht auf eigene Konzepte, falls sich aus der Geschäftswelt Ideen herauskristallisieren. Investoren seien immer willkommen. "Privat geht natürlich vor städtisch", wiederholt Brehm sein Mantra bezüglich der Innenstadtentwicklung.

Pizzeria Saporito zieht ein

Für die Wirtsstuben und die Küche der Alten Schranne gibt es allerdings schon etwas Handfestes zu berichten. Hier zieht bald italienisches Flair ein. Das Ristorante Saporito wird aus der Oberen Brauhausgasse ausziehen und die Räume der Alten Schranne von der Stadt pachten.

"Wenn alles gut läuft, werden wir am 1. Dezember aufmachen", sagt Inhaber Patrizio D'Aniello, der zusammen mit seiner Lebensgefährtin Aneta Popik das Saporito betreibt. Er freue sich schon auf die neuen Räume, schwärmt er.

Wie gewohnt bis Oktober offen

Die Alte Schranne will er im Inneren komplett neu gestalten. Unterstützt werde er tatkräftig von der Brauerei Loscher, mit der er weiterhin zusammenarbeiten werde. Die Investitionen würden sich lohnen. "Wenn das fertig ist, ist das eine Bombe", sagt der 41-Jährige. Aber es liege bis zur Eröffnung am 1. Dezember noch viel Arbeit vor ihnen. Vor allem, weil die beiden bis Mitte Oktober noch wie gewohnt am alten Standort offen haben werden.

Das Konzept - italienische Küche - solle sich nicht ändern. Etwas moderner, aber trotzdem gemütlich soll es sein, sagt der Küchenchef. Sein Lokal soll weiterhin Saporito heißen.

Im Juni feierte er mit seinem italienischen Restaurant zehnjähriges Jubiläum. "Es sollen noch viele weitere schöne Jahre in Höchstadt werden", sagt D'Aniello.

Mehr Platz als bisher

Am bisherigen Standort sei es auch wegen der Pacht nicht mehr gegangen, sagt er zu den Gründen für den Umzug. In der Schranne habe er 60 Plätze, dazu 20 Plätze in einem Nebenraum für Privatfeiern und noch einmal rund 60 Plätze in einem Innenhofgarten. Das sei deutlich mehr als im bisherigen Lokal.

Er sei jetzt sehr froh, dass es mit den neuen Räumen so schnell geklappt hat, was der Verdienst des Bürgermeisters sei. Auch Aneta Popik lobt die Kommunikation mit der Stadt. Alles sei reibungslos gelaufen, sagt die 38-Jährige.

Auch der Bürgermeister freut sich: Man habe mit dem Saporito einen etablierten Gastronomiebetrieb in der Stadt halten können. Was den Zeitplan mit dem übrigen Schranne-Anwesen angeht, könne er noch nichts Genaues sagen, so Brehm.

Die Sanierung des historischen Gebäudes will die Stadt zum großen Teil über die Städtebauförderung und den Entschädigungsfonds für Denkmalschutz finanzieren.

Ähnlich wie beim Von-der-Saal-Anwesen in der Hauptstraße. Auch hier hat die Stadt gekauft und übernimmt die Renovierung. Beherbergen soll es einmal den Heimatverein und das Tourismusbüro.

Die Pläne seien alle gemacht. "Wir stehen Gewehr bei Fuß", sagt der Bürgermeister. Kosten soll das ganze insgesamt stolze 1,7 Millionen Euro. Doch man zapft Förderungen an. Zuletzt habe man noch wegen des Denkmalschutz-Fonds warten müssen. Doch hier gebe es jetzt grünes Licht. Im Frühjahr soll es beim Von-der-Saal-Haus losgehen.