Dass die Staatsstraße zwischen Höchstadt und dem Weisendorfer Ortsteil Oberlindach in einem miserablen Zustand ist, ist nicht neu. Die Pendler zwischen Höchstadt und Herzogenaurach können davon ein Lied singen. Forderungen von Kommunalpolitikern an den Baulastträger Freistaat, den sieben Kilometer langen Abschnitt endlich einmal zu sanieren, verhallten bisher ungehört. Und auch in den nächsten Jahren wird sich daran nichts ändern.

"Die Straße ist im aktuellen Ausbauplan nicht in der höchsten Dringlichkeitsstufe", sagt Abteilungsleiter Ulrich Lang vom Staatlichen Bauamt in Nürnberg. Lang ist auch für die Bundes- und Staatsstraßen im Landkreis Erlangen-Höchstadt zuständig. Der aktuelle Ausbauplan läuft noch bis 2020. Dann wird ein neuer aufgelegt und dafür werde man laut Lang den Abschnitt von Höchstadt bis Oberlindach wieder anmelden.

Hoffnungen, dass die zusammengeflickte schmale Straße bald erneuert werden könnte, macht Abteilungsleiter Lang nicht. Ein Hauptgrund dafür ist die relativ geringe Frequentierung. So habe man bei der letzten Verkehrszählung im Jahr 2010 nur 3574 Fahrzeuge in 24 Stunden registriert. Der Durchschnitt auf Staatsstraßen liege bei 5000, teilt Lang mit.

"Um sie ausbauen zu können, bräuchten wir sie im Ausbauplan ganz vorne", sagt der Abteilungsleiter. Für den Ausbauplan meldet jedes Straßenbauamt seine Wunschliste. Dann wird eine Bewertung erstellt und die Rangfolge festgelegt. Bekäme die Straße eine höhere Dringlichkeit, würde es aber auch noch dauern. "Selbst für ein einfaches Projekt brauchen wir heute zehn Jahre Vorlauf", stellt Lang fest. Naturschutz, Vogelschutz, die Wasserwirtschaft und der Bannwald bremsen immer wieder schnelle Entscheidungen.


Grundeigentümer steigen aus

Dabei hatte es vor einigen Monaten für einen ersten Sanierungsabschnitt von Oberlindach bis Boxbrunn noch relativ gut ausgesehen. Hier stand die Planung, Vermessungspfosten markierten bereits die künftige Trasse - dann machten die Grundstückseigentümer nicht mehr mit. "Der Grunderwerb war nicht möglich", bedauert Ulrich Lang. Jetzt ruhen die Pläne wieder.

Dass diese historisch gewachsene Staatsstraße für heutige Anforderungen auch durch den Schwerlastverkehr zu schmal und zu kurvig ist, Kuppen abgeflacht werden müssten und an manchen Stellen gar eine neue Trasse nötig wäre, ist den Experten im Bauamt in Nürnberg klar. Trotzdem werde davon wohl auf absehbare Zeit nichts umgesetzt. Über eine stellenweise "Oberflächenbehandlung" könne man aber reden, räumt Ulrich Lang ein.

Vor Ort gibt man sich damit aber nicht so leicht zufrieden. "Es muss was passieren", fordert Höchstadts Zweiter Bürgermeister Günter Schulz (SPD). Er appelliert an die Landespolitiker, sich für die Sanierung der Straße einzusetzen.


Wichtige Verbindung im Kreis

Unterstützung bekommt Schulz von Landrat Alexander Tritthart (CSU). "Für den Kreis eine wichtige Verbindung", sagt der frühere Weisendorfer Bürgermeister, der die Straße in einem "hundsmiserablen Zustand" sieht. Tritthart habe schon mit Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gesprochen und ihn aufgefordert, sich die Straße einmal näher anzuschauen. Er schlägt vor, die Kommunen sollten sich mit dem Landkreis zusammentun und dann auf den Staat zugehen.

Ein anderer Wunsch der Stadt Höchstadt könnte schon eher in Erfüllung gehen. Schulz hätte gerne entlang der Staatsstraße einen Radweg von Höchstadt bis Weisendorf. Für Abteilungsleiter Lang könnte ein solcher Radweg auf einer Nebentrasse laufen, wobei man bereits vorhandene Wege mit einbeziehen könnte.

Ob dafür allerdings vom Staat der derzeit in der Fürther Straße endende Radweg bis zum Stadtrand verlängert werden würde - ein Wunsch der Stadt Höchstadt -, ist mehr als fraglich.