Mario Sauer vom MTV Ingolstadt kam in Wesel nahe der holländischen Grenze auf den undankbaren vierten Rang, Andre Zahl von der Turnerschaft Herzogenaurach schrammte als Elfter knapp an den Top Ten vorbei. Noah Kollhuber vom TSV Gräfelfing fabrizierte einen "Salto Nullo" im Stabhochsprung und wurde von Rang 8 noch ans Ende des Feldes durchgereicht.

Und Marius Laib von der TSH, der so gut in Form gewesen war, musste den Wettkampf bereits nach der ersten Disziplin, dem 100-Meter-Sprint, verletzungsbedingt abbrechen. Eine ganz bittere Erfahrung für ihn, aber auch seinen Trainer, mit dem er quasi das ganze vergangene Jahr auf diesen Wettkampfhöhepunkt hingearbeitet und hart trainiert hatte.

So fit wie nie und doch blockiert

"Ich fühlte mich noch nie so gut auf einen Zehnkampf vorbereitet und dachte, ich sei echt absolut fit", erklärte auch Andre Zahl, der ebenso wie Trainer Peter Müller vergeblich zu ergründen versuchte, weshalb er in sechs der zehn Disziplinen weit unter seinen Möglichkeiten geblieben war. Nach starkem Start über 100 Meter (1,80 s), hatte Zahl im Weitsprung drei gültige Versuche, aber auch erste Probleme: Wegen zu viel Oberkörpervorlage brachte er bei der Landung die Beine nicht nach vorn und verschenkte 40 Zentimeter (6,25 m).

11,13 Meter im Kugelstoßen - persönliche Bestleistung - nährten die Hoffnung, dass es bergauf gehen würde. Doch im Hochsprung fehlten Zahl - nach einem vor allem technisch sehr guten ersten Versuch über 1,73 Meter - bei der nächsten Höhe Dynamik und Anlaufrhythmus, so dass er dreimal scheiterte. Zum Abschluss des ersten tages gelangen ihm zumindest noch sehr ordentliche 52,08 Sekunden auf der Stadionrunde (400 Meter).

Nach psychologischer Aufbauarbeit durch Trainer Müller und Teamkollege Laib ging Andre Zahl neu motiviert in den zweiten Wettkampftag. Mit 15,42 Sekunden über 110 Meter Hürden blieb er zwar etwas unter seinen Möglichkeiten, machte aber gegenüber der Konkurrenz aber Punkte gut. Mit dem Diskus hatte er beim Einwerfen zwei sehr gute Versuche um die 38 Meter, als es darauf ankam, war jedoch bei 30,80 Metern Schluss. Und auch im Stabhochsprung, bei dem er 4,20 Meter in die Wertung brachte, fand der Herzogenauracher seinen Rhythmus nicht und blieb deutlich unter den Trainingsleistungen. Am liebsten wäre er da gleich nach Hause gefahren.

Aber ein Mehrkämpfer gibt nicht auf. Gute 47,52 Meter im Speerwerfen und ganz starke 4:28,08 Minuten über 1500 Meter - ebenfalls eine neue persönliche Bestleistung - bescherten Zahl dann trotzdem noch ordentliche 6437 Punkte und Platz 11.