Mit dem TSV Neutraubling hatten die Bezirksoberliga-Handballer der HSG Erlangen/Niederlindach ein großes Kaliber vor der Brust, wollten die Aufgabe mit dem Selbstvertrauen aus dem deutlichen Sieg in Sulzbach aber mutig angehen. Und die Überraschung wäre möglich gewesen, wenn sich der Außenseiter nicht selbst im Weg gestanden hätte. Die TS Herzogenaurach kassierte die vierte Pleite am Stück, die trotz beherzter Gegenwehr äußerst deftig ausfiel.


TS Herzogenaurach - TV Erlangen-Bruck II 22:31

Johannes Bellmann brachte die Hausherren mit 2:0 in Führung und war mit seinen vier Treffern in der ersten Viertelstunde der einzige TSHler, der Lücken in der Erlanger Abwehr fand. Allerdings waren die Hausherren auch viel an Defensivaufgaben gebunden, was sie mit viel Einsatz bis Mitte der ersten Halbzeit auch gut lösten. Danach übernahm Bruck das Kommando. Angeführt von Jendrik Großhauser und Jan-Niklas Resimius, die zusammen mehr als die Hälfte der Gästetreffer erzielten, gingen sie beim 3:4 erstmals in Führung (9.), zogen bis auf vier Treffer davon (20.) und verwalteten diesen Vorsprung bis zur Pause, nachdem in einer Auszeit (18.) noch einmal an der Feinjustierung geschraubt worden war.

Beim Stand von 8:12 wurden die Seiten gewechselt, und die TSH war gefordert, nun selbst mehr Durchschlagskraft zu entwickeln, ohne die Abwehr zu entblößen. Doch der Spitzenreiter spielte nicht mit, zog die Zügel in der zweiten Halbzeit kurz an und baute den Vorsprung mit einem Vier-Tore-Lauf flugs auf sieben Treffer aus (9:16, 34.). Damit war der Vergleich entschieden. Herzogenaurach fand kein Mittel, um noch einmal zu verkürzen, auch weil der Spitzenreiter trotz des Gefühls des sicheren Sieges nicht nachließ und noch etwas für sein Torekonto machte.

TSH:Mayer, Kammerer - Hirning (3), Y. Wayand, Sieber (1), H. Busch, Janson (2), Bellmann (6), Auer (4), Welker (1), Jonas (2), Marks (3), Freund, Hagen


HSG Erlangen/Niederlindach - TSV Neutraubling 29:33

Nachdem die Seebachgrundhalle in Hannberg aufgrund der Herbstferien geschlossen ist, mussten die Handballer nach Spardorf ausweichen, wo die HSG die Anfangsphase komplett verschlief. Der Respekt war zu groß, weshalb die Gastgeber schnell mit 2:6 hinten lagen. Doch das Team von Coach Walter Anheuer, der ohne Co-Trainer Manfred Rühl auskommen musste, zog sich am eigenen Schopf aus dem Schlammassel und zeigte ab der 10. Minute eine der besten Saisonleistungen. Eine gut funktionierende Zusammenarbeit in der Abwehr und ein erneut überragender Lukas Hückel im Tor machten den Oberpfälzern das Leben schwer. Durch schnelles Umschaltspiel und dynamische Angriffe in der ersten und zweiten Welle hielt die HSG das Spiel offen, ging kurz vor der Pause sogar in Führung. Die hatte jedoch keinen Bestand, bei 15:15 wurden die Seiten gewechselt.

Walter Anheuer war mit der Leistung seiner Jungs zufrieden. Jedoch forderte er mehr Aggressivität und Kommunikation in der Abwehr sowie viel Tempo im Spiel nach vorn. Und gingen die Gastgeber die Hälfte auch an. Zwar brachte der TSV wieder zwei Tore zwischen sich und den Herausforderer (39.), die die HSG kämpfte sich wieder heran (21:21).
Doch ab der 45. Minute, trat erneut ein Phänomen auf, dass den Niederlindachern schon so manchen Punkt gekostet hat: kollektiver Leistungsabfall. Gut herausgespielte, freie Torchancen wurden nicht verwertet und in der Abwehr wurde nicht ordentlich zugepackt, so dass es Neutraubling schaffte, sich bis auf drei Tore abzusetzen (50.). Diesem Rückstand liefen Willert, Stübinger und Co. vergeblich hinterher.

Trotz der Niederlage gewannen Spieler und Trainer der Partie viel Positives ab: "Nachdem wir die ersten sechs Minuten verschlafen haben, spielten wir eine sehr gute erste Halbzeit. 40 Minuten lang war es ein sehr schnelles und ausgeglichenes Spiel, dann haben wir einige entscheidende Eins-gegen-eins-Aktionen verloren und uns im Angriff zu viele Fehlwürfe geleistet. Nachdem Neutraubling sich mit drei Toren abgesetzt hatte, war das nicht mehr aufzuholen", sagte Anheuer zusammenfassend.

HSG: Hutzler, Hückel - Boolzen (2), Dyes (1), Erhardt, Gilg, Grübel, Gumbert (3), Loncar (3), Sackmann (3), Schmieding (4), J. Stübinger (3/3), L. Stübinger (1), Willert (9)