Für den TSV Vestenbergsgreuth läuft es in der Fußball-Kreisklasse 1 ER/PEG heuer überhaupt nicht rund. Zur Winterpause hat das Schlusslicht zwölf Punkte Rückstand zum rettenden Ufer. Trainer Gezim Feta stellte seinen Posten nach dem 1:4 gegen die DJK Erlangen Anfang November, der sechsten Pleite in Folge und der 13. Niederlage im 15. Spiel, zur Verfügung. Aufgrund des schlechten Wetters fielen alle weiteren angesetzten Partien der Hinrunde aus, so dass sich die Verantwortlichen frei von Ergebnissen Gedanken über die Nachfolge machen konnten. Diese ist jetzt geklärt.


Klein und Hack sollen es richten

Ein Duo aus den eigenen Reihen soll die scheinbar aussichtslose Mission Klassenerhalt in Angriff nehmen. Spielleiter Stefan Klein und Spieler Johannes Hack übernahmen bereits nach der Trennung von Feta das Training, jetzt sind sie offiziell bis Saisonende im Amt. "Beide kommen aus Vestenbergsgreuth und sind seit dem Wiedereinstieg 2007 dabei. Sie haben schon immer Verantwortung auf dem Platz übernommen, kennen die Mannschaft bestens und brachten sich immer ein, wenn Unterstützung benötigt wurde. Für den Vorstand war es daher die logische Konsequenz und auch die sinnvollste Lösung in der momentan schwierigen Situation", erklärte Abteilungsleiter Andreas Freymann.

Klein kam 2007 von der SpVgg Uehlfeld zum TSV und hielt dem Verein seitdem die Treue. In der aktuellen Saison kam er lediglich drei Mal zum Einsatz. Hack, dessen älterer Bruder Steffen ebenfalls für Greuth kickt, trägt auch schon viele Jahre dasselbe Dress, brachte es heuer verletzungsbedingt allerdings nur auf vier Einsätze. "Wir wünschen den beiden viel Erfolg, damit wir das gemeinsame Ziel Klassenerhalt erreichen", sagt Freymann. Das Duo hat in der Winterpause Gelegenheit, das Team auf die restlichen 15 Partien vorzubereiten.

"Die Mannschaft hält zusammen und wird alles versuchen. Aufgegeben hat die Saison noch keiner, auch wenn die Ausgangslage bescheiden ist", sagt der Abteilungsleiter. Das neue Jahr beginnt mit einem Schlüsselspiel. Am 17. März gastiert planmäßig der Vorletzte aus Heßdorf beim TSV. mstr


Linsenmeyer übernimmt FSV II

Rund zwei Wochen vor Feta zog Muamer Ramicevic beim FSV Großenseebach II die Reißleine. In seiner dritten Saison als Coach war die Kreisliga-Reserve gut in die Runde der A-Klasse 1 gestartet, doch ab September zeigte die Formkurve nach unten. Nach dem 0:3 bei Aufsteiger ASV Herzogenaurach entschied sich der 35-Jährige, nur noch als Spieler zu agieren. Für das Restprogramm bis zum Winter entschied sich der Verein für eine interne Interimslösung: Benjamin Himsel übernahm die Geschicke und wurde von Stefan Pfannenmüller unterstützt.
"Benni und Stefan haben zwar sofort zugesagt, aber wir haben es bis Ende des Jahres begrenzt, da sie beide sehr aktiv im Verein sind", erläuterte Abteilungsleiter Dominik Seeberger. Himsel ist durch seine Arbeit als Leiter der Alten Herren stark eingebunden, Pfannenmüller unterstützt Seeberger in der Abteilungsleitung. Für die Vorbereitung auf die Rückrunde musste also ein neuer Kandidat gefunden werden. Bei Stefan Linsenmeyer wurde der Verein abermals in den eigenen Reihen fündig. Der 24-Jährige ist ein FSV-Eigengewächs und trug bis auf ein halbjähriges Intermezzo beim SC Adelsdorf immer das Dress der Seebachgründer. "Stefan macht gerade seinen Trainerschein und möchte den nächsten Schritt machen", begründet Seeberger die Entscheidung.
Für Linsenmeyer ist das Jobangebot ein versöhnlicher Abschluss einer für ihn absolut unglücklichen Hinrunde. Im ersten Saisonspiel der ersten Mannschaft zog er sich nach nur fünf Minuten einen Kreuzband- und Meniskusriss zu. Trotz seines jungen Alters hat der neue Trainer keine Bedenken. "Ich habe von den Leuten im Verein viel Zuspruch bekommen. Und wenn man Ahnung hat vom Fußball, dann ist das Alter doch eigentlich egal", erklärt der 24-Jährige, der lobende Worte für seinen Vor-Vorgänger findet. "Dass Muamer trotz Angebote anderer Vereine als Spieler bei uns weiter macht, ist charakterlich ein wirklich feiner Zug."
Verglichen mit dem neuen Duo in Vestenbergsgreuth ist die Lage für Linsenmeyer rosig. Zwar gewann Großenseebach II von den vergangenen zehn Spielen nur eines, teilt sich aber mit dem ATSV Erlangen III den letzten Nichtabstiegsplatz. "Jetzt können wir uns neu sammeln", sagt Seeberger mit Blick auf viele Verletzte in der Hinrunde. Und Linsenmeyer, der selbst wohl erst im April wieder eingreifen kann, erklärt: "Ich hätte nicht übernommen, wenn ich nicht überzeugt wäre, dass wir besser sind als der aktuelle Tabellenplatz." zme