Mit 48:43 behielten die Bayernliga-Basketballerinnen der TS Herzogenaurach zum Saisonauftakt in eigener Halle die Oberhand und können relativ entspannt den kommenden Aufgaben entgegenblicken. Der CVJM Erlangen wird sich dagegen gewaltig ärgern: Vier Minuten vor Schluss führte die überzeugende Gästemannschaft noch mit sieben Punkten Vorsprung, ließ sich dann aber doch die Butter vom Brot nehmen.

Bayernliga Nord: TS Herzogenaurach - CVJM Erlangen 48:43

Beide Teams hatten mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Raluca Chioran legte mit zwei versenkten Dreiern vor, doch Erlangen antwortete mit zwei schnellen Fast-Breaks in Person von Antonia Warnstedt, die mit zwölf Punkten auch die Topscorerin der Partie war. Im Anschluss wurde auf beiden Seiten gut verteidigt, wodurch sich nur noch wenige gute Wurfgelegenheiten ergaben. Allerdings nahm die TSH erfolgreich auch schwierige Würfe und setzte sich auch 20:11 ab.

Was im zweiten Durchgang folgte, nennt man im Basketball einen "Wurfslump". Erst finden schwierige Bälle ihr Ziel nicht, das Selbstvertrauen sinkt. Dann gehen auch leichte Bälle nicht mehr in den Korb, das Selbstvertrauen sinkt weiter, so dass sogar offene Würfe nicht mehr genommen werden. Normalerweise reibt sich in diesem Fall das andere Team die Hände, doch weil auch Erlangen erheblich schwächelte, fiel die Tatsache, dass die TSH zwölf Freiwürfe versemmelte, nicht so sehr ins Gewicht. Insgesamt endete das Viertel mit 2:7, sodass für die zweite Halbzeit Spannung garantiert war (22:18).

Glücklicherweise kehrte das Selsbtvertrauen auf beiden Seiten größtenteils zurück. Bei der TSH spielte sich Barbara Hartz in den Vordergrund, die neun ihrer insgesamt elf Punkt im dritten Viertel erzielte. Doch auch die Erlangerinnen fanden wieder ihren Rhythmus, sogar etwas taktvoller als die Aurachstädterinnen, und trafen nun immer wieder aus der Mitteldistanz. Die Shorthorns verteidigten in dieser Phase nicht aggressiv genug, wodurch die Gäste häufig relativ frei zum Wurf kamen und den Rückstand auf 31:32 minimierten.

Das Ruder herumgerissen

Das gab dem CJVM Erlangen Schwung für die letzten zehn Minuten, in denen die Partie endgültig auf die Seite der Gäste kippte. Hinten verteidigten sie stark und holten etliche Ballgewinne, die sie dann in einfache Korbleger umwandelten. So zogen sie Punkt um Punkt davon, und die TSH schien das Spiel aus den Händen zu geben. Erst als es vier Minuten vor Schluss 43:36 für die Erlangerinnen stand, ging ein Ruck durch die Heimmannschaft, die fortan keinen generischen Korb mehr zuließ.

Die erfahrene Yvonne Schauf fasste sich ein Herz, nahm Mitteldistanzwurf um Mitteldistanzwurf und brachte acht Punkte in Folge auf die Anzeige. Als im Anschluss dann noch Regine Brox zwei Korbleger traf, war die Partie gedreht, und die Shorthorns bejubelten einen Last-Minute-Sieg.

"Es war ein sehr schwieriges Spiel für uns, da wir in der Vorbereitung viele Verletzte hatten und noch nicht richtig eingespielt sind. Das hat man insbesondere im zweiten Viertel gesehen, als so gut wie gar nichts ging", sagte Trainer Markus Schönmüller. "Aber wir haben Moral und Charakter bewiesen, immer weiter gekämpft und am Ende unsere Erfahrung ausgespielt." Die Shorthorns seien froh, das Spiel gedreht zu haben, müssen aber unbedingt an der Offensive arbeiten, um mehr Konstanz zu bekommen. "Es liegen ein paar harte Wochen vor uns", betonte Schönmüller.

TSH: Angerstein, Aumeier (5), Brox (6), Chioran (8/2), Diestler (4), Hartz (11), Schauf (8), Simon (4), Wittmann (2)