Die Sensation ist perfekt, die Trashers Nürnberg ziehen nach einem dramatischen Halbfinale in das Endspiel der Nürnberger Eishockey-Hobbyliga (NEHL) ein und können dort für einen krönenden Saisonabschluss sorgen. Ein Erfolg, mit dem beim Aufsteiger niemand gerechnet hat - Auch nicht Sebastian Rausch, der in der vorigen Saison mit 13 Treffern in sieben Spielen erfolgreichster Torschütze der Trashers war und damit einen gewichtigen Anteil daran hatte, dass die Mannschaft sich den Meistertitel in der NEHL II sicherte.

"Das haben wir damals kräftig gefeiert", erinnert sich der 26-Jährige an den bisher größten Erfolg seiner Eishockey-Karriere. Über mehr denkt der Nanotechnologie-Student nicht nach. "Wir spielen in einer Hockeyliga, das haben Siege nicht die oberste Priorität." Außerdem sei die Saison sowieso schon viel besser gelaufen, als gedacht.Nur zwei Niederlagen mussten die Trashers einstecken - das reichte für den Sprung ins Playoff-Halbfinale, wo sie überraschend einen Meisterschafts-Mitfavoriten, die Neumarkt Eagles, mit 3:2 nach Penaltyschießen niederrangen.

Alles tun für die Überraschung

Der Gegner für das Finale, dass am 30. März in der Arena Nürnberg ausgetragen wird, steht noch nicht fest.Wahrscheinlich werden es die Frankonia Flames sein, die alle Spiele in der aus sechs Teams bestehenden Liga gewannen und im Halbfinalspiel gegen die Penalty Devil Ducks absoluter Favorit sind. "Die Flames haben uns in der Vorrunde mit 8:2 weggeputzt, aber wir wollen natürliches alles dafür tun, dass die Überraschung gelingt. Wenn es am Ende nicht reicht, ist das kein Beinbruch" , erklärt Rausch, der auch abseits der Eisfläche Treffsicherheit beweist. Als Schütze bei Hubertus Adelsdorf legt er in der B-Klasse mit dem Luftgewehr im Schnitt 360 Ringe auf. Die Zielgenauigkeit liegt in der Familie: Rauschs Eltern haben sich dem Schützensport verschrieben, sein Vater ist Vereinsvorsitzender.

Aber die erste Liebe des Aischers bleibt Eishockey. "Damit höre ich nie auf, selbst wenn es mich beruflich woanders hin verschlägt. Zur Not - falls ich kein anderes Team finde - würde ich immer zu den Spielen der Trashers pendeln." Die Vorzüge des Sports sind schnell aufgezählt. Der 26-Jährige liebt die Schnelligkeit, das körperbetonte Spiel. "Ich habe einen guten Schuss und das Glück, oft richtig zu stehen, denn es ist schwer, immer richtig abzuschätzen, wo der Puck hin prallt", erklärt der Stürmer, der sich schon als Kind nicht für Fußball begeistern konnte, sondern lieber aus Rollerblades und im Winter auf den Weihern unterwegs war.

Gelungene Rückkehr aufs Eis

So war es ein logischer Schritt, dass Rausch in der Lauflernschule des Höchstadter EC als Sechsjähriger die ersten Schritte in der Eishalle machte und Spiele für den Nachwuchs der Alligators bestritt. Aber nach anderthalb Jahren legte er den Schläger wieder beiseite, die Schule hatte Vorrang. "Außerdem war ich ja bei den Schützen und spielte Volleyball, zusätzlich noch zwei oder Trainingseinheiten auf dem Eis pro Woche , wären zu viel gewesen", erzählt der Student. Erst 2005, als er erfuhr, dass in Höchstadt unter Federführung des Roten Kreuzes ein Hobby-Team existiert, schnürte Sebastian Rausch wieder die Schlittschuhe. Doch das Engagement bei den Green Snakes war nur von kurzer Dauer, nach ein paar Jahren ging bei den Höchstadtern nichts mehr zusammen, das Team löste sich auf. "Über Christian Geist, der damals immer mal wieder bei uns dabei war, bin ich dann bei den Oberrang Trashers gelandet", berichtet Rausch. Oberrang deshalb, weil sich das Team aus Fans der Nürnberger Ice Tigers gebildet hatte, die sich die Spiele ihrer Lieblinge immer vom Oberrang in der Nürnberger Arena aus angeschaut hatten.

"Inzwischen sind aber kaum noch Gründungsmitglieder dabei, deshalb haben wir und vor der laufenden Saison in Trashers Nürnberg umbenannt." Und das, obwohl dem Team weiter ane gnaze Reihe an Spielern aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt angehört. Ein Jahr spielte Rausch für die Müllmänner, dann wurde eine zweite Hobby-Liga ins Leben gerufen. Und während der Neuzugang fest daran glaubte, das sein Team genug Potenzial für die höhere Klasse habe, sprach sich die Mehrheit der Mannschaftskameraden dafür aus, tiefer zu starten.
"Letztendlich war das eigentlich nicht nötig, denn wir sind gleich Meister geworden und in die NEHL aufgestiegen, wo es heuer ja auch prima läuft", erzählt Rausch, der Luft nach oben sieht. Er selbst könne sich durchaus noch läuferisch oder stocktechnisch noch verbessern. Das Wichtigste ist jedoch, dass die Chemie in der Truppe stimmt. "Wir sind ein junger Haufen, der sich gut versteht." Aktuell haben die Trashers 26 Spieler im Kader, der harte Kern besteht aus zehn Akteuren. Drumherum herrscht viel Fluktuation. "Deshlab freuen wir uns über jeden Neuzugang."