Die aktuelle Mannschaft ist das Beste, was der Herzogenauracher Herren-Basketball jemals zu bieten hatte. Davon überzeugt ist Peter Simon, der zusammen mit Angelos Plantzas die Regionalliga-Männer der Turnerschaft coacht. "Jeder unserer 14 Spieler hat das Potenzial für die Startaufstellung." Und da liegt auch der Hund begraben. Denn trotz des besten Saisonstarts aller Zeiten, gerät die TSH-Maschine ab und zu ins Stocken und als aktueller Tabellenneunter haben die Longhorns das Abstiegsgespenst noch nicht vertrieben.

Weil die Mannschaft in der Tiefe so gut aufgestellt ist, bekommen die einzelnen Spieler weniger Zeit auf dem Feld, es wird öfter gewechselt. "An diesen Rhythmus mussten wir uns erst gewöhnen und dazu galt es zunächst, die Neuzugänge zu integrieren, damit jeder Spieler unser System verinnerlicht", führt Simon weiter aus.

Die Effizienz muss steigen

Der Fokus lag also auf dem Zusammenspiel und erst mit der Zeit wurden im Training spezielle Würfe eingeübt und die individuellen Stärken herausgearbeitet. Und so habe die TSH als Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht und sei nicht mehr so auf den starken Abschluss von Mike Kaiser angewiesen. "Heuer sind alle vollwertige Regionalliga-Spieler, jeder trägt seinen Teil bei, das Team muss nicht von Einzelnen getragen werden", erklärt Angelos Plantzas.

Zwar ist Kaiser mit 199 Punkten in 13 Spielen - einem Durchschnitt von 15,3 - noch immer Torpscorer der Longhorns, aber auch die Wurfquote von Marcus Knight (11,3), Christian Imberi (10,1) und Toni Donhauser (9,4) kann sich absolut sehen lassen. Trotzdem ist die Offensive noch das Sorgenkind der TSH. "Wir müssen schauen, dass wir mehr Konstanz in unsere Würfe bringen. Wir haben uns sehr viele freie Versuche herausgespielt, aber zu selten getroffen. Vielleicht lag das an der Drucksituation, die ein breiter Kader mit sich bringt. Aber so langsam wird es besser, führt Simon aus.

Ein Garant für die bisherigen Erfolge war die starke Verteidigung. "Wir sind relativ variabel und haben viel Erfahrung, deshalb müssen wir an der Defensive nicht so viel arbeiten", führt Plantzas aus. Weitere Attribute sind das funktionierende Kollektiv und der Wille der einzelnen Spieler, der Siege wie gegen Deisenhofen ermöglichte.

Mehr Zeit zum Verschnaufen

Dazu kam, dass die Longhorns von schweren Verletzungen im Großen und Ganzen verschont wurden, es standen im Schnitt immer elf Spieler zur Verfügung. Auch das ist laut Simon dem Umstand geschuldet, dass die TSH heuer breit aufgestellt ist. "Weil jeder mehr Zeit zum Verschnaufen hat, reicht die Kraft länger. Letztes Jahr haben wir einige Spiele in den letzten Minuten noch aus der Hand gegeben, das passiert nun nicht mehr." Auch aufgrund dessen sind Peter Simon und Angelos Plantzas zuversichtlich, die Klasse zu halten. "Die Erfahrung zeigt, dass neun Siege ausreichen sollten, um dem Abstieg zu entgehen, das heißt wir bräuchten noch drei", rechnet Simon vor. "Wir sind gut besetzt, alle sind motiviert, wollen am Ball bleiben und wenn wir weiter gesund bleiben, erreichen wir unsere Ziele."

Die Winterpause bietet die Gelegenheit, kleine Wehwehchen und Blessuren, die in der Basketball-Regionalliga nicht ausbleiben, zu kurieren. Und auch Marcus Knight wird nach überstandenem Innenband-Anriss Ende Januar wieder voll angreifen. Nur auf Thomas Simon, der noch immer mit seiner verletzten Schulter zu kämpfen hat, werden die Longhorns in der Rückrunde verzichten müssen.

Dass die Herzogenauracher keinen Profi in ihren Reihen haben, könnte sich dann als Vorteil erweisen. "Manche Mannschaften stoßen zum Saisonende, wenn sie zum Beispiel den Klassenerhalt vorzeitig geschafft haben, die teuren Profis ab, und dann könnten noch Punkte für uns abfallen", erläutert Peter Simon. Doch darauf sollten die Longhorns nicht zählen. Außerdem haben sie ja schon bewiesen, dass sie aus eigener Kraft im Stande sind, sich die Zugehörigkeit zur Regionalliga für ein weitere Jahr zu sichern.