Damit klettern die Longhorns in der Tabelle auf Rang 4. Nach den zwei Pleiten zu Saisonbeginn hat sich das Team mittlerweile gefunden. Das unterstreicht die Tatsache, dass die Gastgeber attraktiven Basketball spielten, obwohl drei Leistungsträger im ProA-Team des Kooperationspartners in Nürnberg gebraucht wurden, Tobias Übbing verletzt fehlte und Ben Gahlert angeschlagen auflief.

1. Regionalliga: TS Herzogenaurach - TV Goldbach 79:61

In ungewohnter Startaufstellung taten sich die Longhorns zunächst etwas schwer, der Spielfluss kam immer wieder ins Stocken. Aber die Routiniers Larry Hall, Mike Kaiser und Patrick Horstmann hielten ihr Team dank ihrer individuellen Klasse auf Kurs. Es entwickelte sich ein Schlagabtausch auf Augenhöhe, bei dem für die Gäste der US-Amerikaner Jermaine Mellis in Erscheinung trat und im ersten Viertel gleich acht seiner insgesamt 25 Punkte erzielte. Aber auch er konnte nicht verhindern, dass die TSH mit 23:19 führte.

Das zweite Viertel war die Blaupause des ersten. Die Herzogenauracher verteidigten insbesondere unter dem Korb gut, wodurch die Goldbacher viele Würfe aus der Distanz nehmen mussten, die ihr Ziel jedoch oft verfehlten. Daraus entstanden etliche Fast-Break-Situationen, die Longhorns aber nicht immer nutzen konnten, da es in der Feinabstimmung weiter zwickte. Doch Mike Kaiser spielte wie im Rausch und sorgte dafür, dass die Seinigen trotz vieler Fehler zur Pause mit 45:38 vorn lagen.

Die Harmonie kehrt zurück

Longhorns-Coach Nikola Jocic fand in der Kabine wohl die richtigen taktischen Kniffe, denn fortan harmonierten die Herzogenauracher deutlich besser: Patrick Horstmann spielte einen Traumpass nach dem anderen - und wenn er nicht den besser postierten Mitspieler fand, verwandelte er einfach selbst. Zudem fand Christian Merz, der sein erstes Spiel für die Longhorns machte, seinen Rhythmus und traf einige Würfe aus der Distanz. In der Verteidigung machten Mathias Schlindwein und Anthony Bauer einen guten Job, stoppten immer wieder die in die Zone vorstoßenden Goldbacher und hatten großen Anteil daran, dass der Vorsprung der TSH wuchs (66:52).

Im letzten Viertel kontrollierten die Herzogenauracher die Partie nach Belieben. Immer wieder fanden sie die richtigen Optionen und trafen dementsprechend hochprozentig. Die nur zu acht angereisten Goldbacher hatten nicht mehr genug Energie, um sich noch einmal aufzuraffen, und so war die Partie gelaufen. Jocic nutzte die restlichen fünf Minuten, um den jungen Spielern noch mehr Einsatzzeit zu geben: Chris Kwilu, Karen Buniatian und Lukas Niederlich präsentierten sich dem Publikum erstmals ausführlich. Sie zeigten, dass sie durchaus in der Lage sind, auf diesem Niveau mitzuhalten.

Auf dem richtigen Weg

"Ohne die ProA-Spieler und angesichts unserer langen Verletztenliste eine derart starke Partie abzuliefern, wird uns Selbstbewusstsein geben. Es ist ein Beweis, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Longhorns-Coach Jocic hinterher. Goldbach sei zwar nicht überragend besetzt gewesen, aber auch dieses Team müsse erst einmal bezwungen werden. "Wir haben drei Siege aus fünf Spielen geholt und dürfen den Saisonstart als gelungen bezeichnen. Aber wir müssen weiterarbeiten und die Serie möglichst ausbauen."

TSH: Bauer (6), Buniatian, Dorbert, Gahlert, Schlindwein (6), Hall (12/1), Horstmann (17), Kaiser (25/4), Kwilu, Merz (13/1), Niederlich