Wenn die Tage wieder kürzer werden und sich der Sommer langsam verabschiedet, geht es für die Regionalliga-Basketballer der TS Herzogenaurach (TSH) erst richtig los. Da der Saisonbeginn vor der Tür steht, liegen hinter den Longhorns nicht nur schweißtreibende Trainingseinheiten, sondern auch etliche Freundschaftsspiele.

Bevor es am Samstag bei den Baskets Vilsbiburg in der Liga ernst wird (19.30 Uhr), bestritt das Team von Trainer Aidin Kabir in der vergangenen Woche gleich drei Spiele - und ließ zunächst noch deutlich Luft nach oben. Denn gegen den Liga-Konkurrenten hapa Ansbach bekam die TSH beim 54:77 kein Bein auf den Boden, doch der Trend ging mit dem 50:50-Unentschieden gegen den BBC Coburg (2. Regionalliga) schon wieder aufwärts und gegen Regionalliga-Aufsteiger BC Erfurt stand am Ende sogar ein Erfolgserlebnis zu Buche. "Wir haben uns von Spiel zu Spiel verbessert und das letzte Spiel hat gezeigt, dass wir auch gegen Teams aus unserer Liga stark spielen können, auch wenn wir eine von Verletzungen und Urlauben geprägte Vorbereitung hinter uns haben", sagte Kabir.


Verbesserte Defensive

Gegen Ansbach sprangen in der vergangenen Saison zwar erstmals zwei Saisonsiege heraus, doch im Testspiel war ein möglicher Erfolg in weiter Ferne. Für die TSH, der anzumerken war, dass es ihr erstes Spiel unter ernsthaften Wettkampfbedingungen seit April ist, lief nichts zusammen. Zudem fehlten mit Mike Kaiser, Monty Rogers und Toni Donhauser gleich drei Spieler aus der "Ersten Fünf" des Vorjahres. Während Kaiser und Donhauser beruflich unterwegs waren und zum Saisonstart wieder rechtzeitig zurück sein werden, sieht es bei Rogers dagegen schlechter aus, den muskeläre Probleme wohl zu einer etwas längeren Pause zwingen dürften. Ansbach zeigte sich im Gegensatz zu den Longhorns in guter Frühform und gewann mit dem 77:54 auch in der Höhe verdient.

Dass es auch anders geht, bewies Kabirs Mannschaft gegen Coburg. Vor allem in der Defensive zeigte sich Herzogenaurach deutlich verbessert und brachte insgesamt mehr Intensität in die Partie. Der Topfavorit der 2. Regionalliga wusste sich aber zu wehren und es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. TS-Neuzugang Ryan DeMichael lieferte ein starkes Spiel ab, netzte drei Drei-Punkte-Würfe ein und erzielte insgesamt 22 Zähler und 13 Rebounds. Auch Adrian Dlugosch präsentierte sich im Vergleich zur Vorsaison stark verbessert. Einen Sieger gab es zum einen nicht, da sich keine der beiden Mannschaften entscheidend abzusetzen wusste und zum anderen darauf einigten, nicht in eine Verlängerung zu gehen.


Trio sorgt für die Entscheidung


Abschließend ging es vergangenen Samstag gegen den BC Erfurt. Die Longhorns erwischten einen schwachen Start, sodass sich die Gäste frühzeitig auf 9:3 absetzten. Nach fünf Minuten kam dann Mike Kaiser in die Partie, der erst zehn Minuten vor Spielbeginn von einer Dienstreise zurückkehrte. Seine zwei Dreier und ein weiterer vom starken Christian Imberi ließen die TSH zur Viertelpause auf 17:15 verkürzen.

Fortan entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel und zehn Sekunden vor der Halbzeit gingen die Gastgeber nach einem Korb von Benno Schüpferling erstmals in Führung (39:37). Herzogenaurach stellte um und führte schließlich mit 59:48. Doch die Thüringer gaben nicht auf und waren drei Minuten vor Spielende beim Stand von 72:68 wieder in Schlagdistanz.

Die Longhors warfen nun ihre gesamte Erfahrung in die Waagschale. Für die Entscheidung sorgte das Trio um Ryan DeMichael, Mike Kaiser und Christian Imberi, die sich nervenstark zeigten. "Sicher werden die nächsten drei, vier Wochen noch recht hart werden, insbesondere da wir gleich gegen die Topteams der Liga antreten. Aber wir können zuversichtlich in die Saison gehen", sagte Kabir voller Überzeugung. pes