Mit einem echten Kracher startet die Fußball-Kreisliga 1 ER/PEG am morgigen Samstag in die neue Saison. Mit dem SC Adelsdorf und dem TSV Röttenbach treffen dann zwei Top-Teams der vergangenen Saison aufeinanander, die auch heuer wieder zum Favoritenkreis zählen dürften.
SCA-Spielleiter Marco Wirth tritt auf die Bremse: "Der Aufstieg ist kein Muss, wir wollen uns fußballerisch weiterentwickeln und uns oben etablieren." Er sei froh, dass die Mannschaft die Enttäuschung nach dem in der Relegation verpassten Aufstieg gut weggesteckt habe. "Manchen Spielern merkt man an, dass nach der langen letzten Saison noch die Frische fehlt. Aber wir sind personell zum Glück so breit aufgestellt, dass wir jedem genug Regenerationspausen geben können." Das Spiel gegen Röttenbach - dem sich die Einstandsfeier für die Neuzugänge anschließt - werde auf jeden Fall ein echter Gradmesser.
Das sieht auch der Röttenbacher Fußball-Abteilungsleiter Kurt Endruschat so, allerdings gebe das erste Spiel noch keinen Aufschluss über den Saisonverlauf: "Das 40-Tore-Duo Roland Bauer und Fabian Schuberth wird uns fehlen, dazu ist Manuel Kilger verletzt. Aber die Mannschaft ist gut drauf und will, dass es nach sechs Wochen Vorbereitung endlich losgeht." Ob es zum Auftakt in Adelsdorf zu einem Punktgewinn reicht, sei eine andere Geschichte, aber ein Platz unter den ersten Fünf sollte erneut möglich sein.

Nicht ärgern lassen

Da will mittelfristig auch die SpVgg Zeckern hin. Heuer wäre ein einstelliger Tabellenplatz schön, auch wenn Spielleiter Dominik Marr, glaubt, dass es in der Kreisliga heuer noch enger zugehen wird als letztes Jahr. "Das wird richtig interessant, aber unser Trainer Lars Daniel, der in die sechste Saison bei uns geht, ist mit der Vorbereitung sehr zufrieden. Wir sind personell gut aufgestellt und wollen uns zum Auftakt zu Hause von der SpVgg Uehlfeld nicht ärgern lassen." Aber die hat sich mit Enzo Penna ein Trainer-Schwergewicht geangelt, der das Team wieder stabilisieren und in die oberen Gefilde der Kreisliga führen soll. Als mittelfristiges Ziel scheint dem 49-Jährigen sogar die Bezirksliga möglich.
Einen einstelligen Tabellenplatz visiert nach zwei schwierigen Jahren auch der FSV Großenseebach an. "Das Team bleibt weitgehend zusammen, es hat sehr gut trainiert. Jetzt geht es darum, sich in der Liga Selbstvertrauen zu holen", betont Team-Betreuer Andreas Pfannenmüller. Genau daran mangelt es dem ASV Niederndorf, der nach einer schwachen Rückrunde und einer durchwachsenen Vorbereitung, in der viel ausprobiert wurde, mit gemischten Gefühlen in die Saison startet. "Wir haben den Kader breiter aufgestellt, die optimale Aufstellung aber noch nicht gefunden. Für uns geht es heuer nur darum, die Klasse zu halten", erklärt Spielleiter Patrick Nimmrichter, der das Auftaktspiel gegen den eingespielten SV Tennenlohe als Gradmesser sieht. Ein Lichtblick: Der verletzte Goalgetter Andreas Göttmann ist wieder ins Training eingestiegen, wird aber wohl erst am zweiten oder dritten Spieltag zur Verfügung stehen.

Schritt für Schritt ankommen

Mit einem guten Gefühl geht dagegen der Aufsteiger aus Lonnerstadt in die neue Saison, zumal einige junge Talente aus der eigenen Nachwuchsabteilung an die Herren herangeführt wurden und der neue Trainer sehr gut ankommt. "Ohne die Arbeit von Heinz Halmer herabwürdigen zu wollen: Mit Oliver Wurzbacher haben wir einen echten Glücksgriff gemacht", sagt TSV-Spielleiter Paul Bruckmann. "Er bringt eine neue Linie rein, legt sehr viel Wert auf Taktik und ist dazu noch ein überragender Stürmer." Gleichwohl will Bruckmann nicht in Höhenflüge verfallen. Der Klassenerhalt sei das oberste Ziel.
So lautet auch die Vorgabe von Armin Appelt, Trainer des ASV Weisendorf, obwohl die Konkurrenz dem Aufsteiger mehr zutraut. "Das hab ich auch schon gehört. Aber wir müssen erst einmal Schritt für Schritt in der Liga ankommen. Klar, die Euphorie ist riesig, nachdem man zehn Jahre vergeblich versucht hat, die Kreisliga zu erreichen. Aber man muss auch sehen, dass wir uns im Sommer ausschließlich mit Spielern aus der eigenen Jugend verstärkt haben, die erst lernen müssen, wie es im Herrenbereich zugeht", warnt Appelt, der im Nachwuchs des ASV riesiges Potenzial sieht. "Wir haben drei A- und zwei B-Jugendmannschaften. Dazu rollen in sechs Wochen die Bagger an, um das Projekt Kunstrasenplatz in die Tat umzusetzen. Wir haben also super Rahmenbedingungen und sind froh, dass wir nun auch sportlich mehr Anreiz bieten können."