Als Marco Kürzdörfer am Mittwochabend kurz vor halb elf die Arme ausbreitete und die Ziellinie überquerte, war er da, der Moment des Triumphs. Als Genugtuung für eine suboptimale Saison und für Platz 2, mit der er im Race of Champions beim Höchstadter Leichtathletik-Meeting im vergangenen Jahr hatte Vorlieb nehmen müssen. "Die Saison war hart und lief nicht gut. Heute habe ich mein bestes Rennen abgeliefert. Der Sieg bedeutet mir sehr viel, denn meine ganze Familie war da; und als es am Ende immer schwerer wurde, hat sie mich richtig angefeuert", sagte Kürzdörfer nach einem flotten 1000-Meter-Rennen, das er in 2:25:91 Minuten mit sechs Metern Vorsprung als Erster beendet hatte.

Trotz der guten Zeit hat der Adelsdorfer schon die nächste Saison im Blick, für die er sein Training umstellen möchte. "Heuer haben wir sehr viele Kilometer runtergespult, künftig müssen wir vielleicht mehr Wert auf Tempohärte legen. Von Leistungsentwicklung kann heuer keine Rede sein, wir mussten viel Lehrgeld bezahlen." Nicht ganz so dramatisch sah es Martin Grau, der aggressiv in den Race of Champions ging, aber nach 750 Metern nicht mehr mit Kürzdörfer mithalten konnte und Zweiter wurde. Ein Spiegelbild der ganzen Saison? "Nein, wir haben im Training eigentlich nichts falsch gemacht, dass es oft nicht lief, hatte viele verschiedene Gründe. Deshalb ist die Stimmung im Team auch weiterhin super."

Allerdings sei es schon etwas komisch, im Training und bei Wettkämpfen ohne seinen Zwillingsbruder Bastian auskommen zu müssen, der aufgrund eines Knorpelschadens im Knie derzeit außer Gefecht ist, bekannte Martin Grau. Der Biengartner gönnt sich jetzt eine kurze Auszeit, muss sich dann aber fit machen, denn in vier Wochen muss er zum endgültigen Saisonabschluss mit der deutschen Nationalmannschaft bei einem Wettkampf in Frankreich ran.

Trainer Markus Mönius war mit dem Abschneiden seiner Schützlinge jedenfalls sehr zufrieden, wie auch mit dem Ablauf des gesamten Leichtathletik-Meetings des TSV Höchstadt, das nach seiner Wiederbelebung im Jahr 2011 am Mittwoch zum dritten Mal ausgetragen wurde. "Wir hatten 270 Teilnehmer, also 80 mehr als letztes Jahr, und mit angenehmen Temperaturen und Windstille fast perfekte Bedingungen." Insgesamt gab es rund 600 Einzelstarts in Weitsprung, Speer- und Diskuswurf, in den Sprintdisziplinen sowie über 800, 1000 und 5000 Meter.

Und auf der Teilnehmerliste tummelten sich Sportler aus ganz Deutschland: So wie Tim Stegemann aus Berlin-Spandau, den Martin Grau aus dem deutschen U23-B-Kader kennt und der im Race of Champions Platz 3 belegte. Der deutsche U18-Virzemeister im Hochsprung, Sven Glück, machte im Sprint und im Weitsprung auf sich aufmerksam und Sandra Eltschkner legte im 5000-Meter-Lauf mit 17:09:70 Minuten eine Top-Siegerzeit hin. In der U14 lief die 4x75-Meter-Mädchenstaffel des TSV Höchstadt Bezirksrekord (40,34s), die Höchstadter Talente Alina Mönius (Diskus) und Lea Heidenreich (Sprint) kratzten an den eigenen Bestmarken.