Mit der Aussicht auf regelmäßige Einsätze in der ersten Mannschaft des FSV Großenseebach trainierte sich Stefan Linsenmeyer überflüssige Pfunde ab. Statt Manfred Rattmann ist sein Trainer seitdem dessen Schwager Udo Prell. Unter ihm gelang 2013 die Rettung in höchster Not. Damit seiner Mannschaft nicht wieder eine Saison am Rande des Abgrunds droht, fordert der 21-Jährige mehr Trainingsbeteiligung und Reserve-Spieler, die seinem Beispiel folgen.

Wer hat Sie angespielt?
Stefan Linsenmeyer: Sebastian Wölfel vom SC Adelsdorf, den ich in der Disco getroffen habe. Seit dem wir aus der Jugend draußen sind, liefern sich unsere Teams regelmäßig heiße Duelle. Er ist ein zweikampf- und kopfballstarker Verteidiger und trägt seinen Anteil dazu bei, dass Adelsdorf Tabellenführer unserer Kreisliga ist.

Aus der sind Sie mit Großenseebach 2013 beinahe abgestiegen. Wie kam's?
Wir hatten bis zur Winterpause nur zehn Punkte geholt. Alle hatten uns abgeschrieben und gesagt: Das schafft ihr nie mehr. Doch unter dem neuen Trainer Udo Prell haben wir noch 23 Punkte geholt und uns in die Relegation gerettet.

Wo es ein Happy End gab?
Ja. In Poxdorf haben wir vor 550 Zuschauern 2:0 gegen Osternohe gewonnen. Ich wurde zwar erst in der 90. Minute eingewechselt, aber das war mein persönlich größter Erfolg.

Sind Sie mittlerweile eine feste Größe in der ersten FSV-Mannschaft?
Anfangs habe ich immer in der Zweiten gespielt. Dann sagte mein Trainer Manfred Rattmann, dass ich es locker in die Erste schaffen würde, wenn ich ein paar Kilos abnehme. Das habe ich dann auch getan, und seitdem sein Schwager, Udo Prell, in Großenseebach Coach ist, gehöre ich eigentlich immer zum Kader der Kreisliga-Mannschaft.

Trotz der Kantersiege zum Auftakt gegen Poxdorf und zuletzt gegen Erlangen-Bruck II läuft es in dieser Saison noch nicht rund. Warum?
Wir haben einen kleinen Kader und eine geringe Trainingsbeteiligung. Die Mannschaft stellt sich sonntags fast von alleine auf. Und aus der Reserve drängt sich auch nicht wirklich jemand auf. Wir begreifen die Lage immer erst dann, wenn es richtig ernst wird. So wie damals in der Relegation.

Ist die Lage vor dem Spiel gegen Niederndorf am Sonntag brenzlig?
Wir müssen unbedingt punkten, weil wir daheim spielen und danach das Duell mit Adelsdorf wartet. Für uns geht es in dieser Saison um nichts anderes als den Klassenerhalt. Ich weiß nicht, ob Andreas Göttmann rechtzeitig für das Spiel gegen uns fit wird, aber selbst wenn: Niederndorf ist berechenbar. So etwas wie im Kerwa-Heimspiel, als wir nach drei Minuten 0:2 hinten lagen, darf uns auf keinen Fall noch einmal passieren.

An wen spielen Sie weiter?
Ich spiele kurz zu Patrick Mair, damit er entgegenkommen muss. Ich würde ihn nämlich gern in unserer Mannschaft anstatt beim ASV Höchstadt sehen. Allerdings sind auch andere Vereine an ihm dran. Er hat in der Landesliga-A-Jugend beim Baiersdorfer SV bewiesen, dass er es drauf hat. In den unteren Ligen ist er jedenfalls verschenkt.