Mitte Juli, draußen ist es warm, die Leute verbringen ihre Zeit im Biergarten oder am See, die Planungen für den Sommerurlaub laufen - das klingt eigentlich nach einer entspannten Zeit für Eishockeymanager. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. HEC-Sportvorstand Jörg Schobert arbeitet mit Hochdruck auf den Saisonbeginn hin. Dass das eine nicht nur zeitaufwendige, sondern auch spannende Tätigkeit ist, erklärt er im Interview.

Die Fußball-Weltmeisterschaft ist jetzt schon seit fast zwei Wochen vorbei und nun geht es langsam aber sicher in Richtung Eishockey-Saison 2014/2015. Sind Sie schon wieder "heiß" aufs Eishockey oder genießen Sie aktuell noch etwas die Sommerpause?
Jörg Schobert: Für uns gibt es keine richtige Sommerpause. Im Endeffekt beginnst du ja spätestens im Dezember/Januar mit der Planung für die Folgesaison. Es stehen ja nicht nur die Spielerverpflichtungen und Vertragsverlängerungen an, sondern auch die Planung für das Trainingslager, Vorbereitungsspiele, Passangelegenheiten, Ausrüstung usw. Durch die Umstrukturierungen im Verein sind die Aufgaben nicht unbedingt weniger geworden. Ich hoffe dieses Jahr auf einen ruhigen August, bevor wir dann im September wieder mit den ersten Eis-Einheiten und dem Trainingslager voll durchstarten werden.

Der neue Mannschaftskader wurde gegenüber den letzten Spielzeiten nicht nur deutlich vergrößert, Sie konnten auch richtig gute und erfahrene Spieler dazu holen. Wie zufrieden sind Sie mit der Kaderzusammenstellung und sind noch weitere Neuzugänge/Vertragsverlängerungen geplant?
Bei den Neuverpflichtungen ist es dieses Jahr richtig gut gelaufen. Durch das Aus von Schweinfurt und Mitterteich konnten wir Spieler für uns gewinnen, die schon länger bei uns im Fokus standen, bei denen sich aber eine Verpflichtung bisher nie realisieren ließ. Wir haben ja die Verträge mit Markus Babinsky und Marc Kaczmarek verlängert und somit sieben Verteidiger zur Verfügung. In Kürze werden wir auch noch mitteilen, wie wir unsere Ausländerposition besetzen werden. Somit sind wir eigentlich komplett. Eventuell werden wir noch einen jungen Stürmer dazu holen, aber da besteht absolut kein Druck. Wir hatten hier ja schon jemanden eingeplant, aber der Spieler hat sich dann anders entschieden.

Bei einem so großen Mannschaftskader kann man zwar leichter Ausfälle weg stecken, aber der Konkurrenzkampf innerhalb des Teams wird sicherlich ansteigen. Jeder Akteur möchte spielen. Haben Sie nicht Angst, dass die Unzufriedenheit bei dem einen oder anderen Akteur ansteigen könnte?
Ganz im Gegenteil. Jeder will spielen und das ist auch gut so. Es zählt aber erst mal die Leistung. Namen interessieren niemanden. Wer denkt, das Sommertraining ist nur eine leidige Beschäftigungstherapie für die eisfreie Zeit, der hat sich getäuscht. Wer fit ist und 110 Prozent Einsatz zeigt, der spielt. Die Bayernliga wird immer athletischer, da kannst du es dir als Spieler eigentlich nicht mehr erlauben erst Ende August an die Saison zu denken. Im Sommer holst du dir die Voraussetzungen für eine gute Saison.

Der Topfavorit ERC Sonthofen ist aufgestiegen, die Bayernliga wird also noch ausgeglichener und spannender. Trainer Daniel Jun möchte unbedingt den Vorjahreserfolg (Halbfinale) wiederholen und wenn möglich sogar mit dem Einzug ins Endspiel toppen. Was glauben Sie ist in der neuen Saison drin für die Alligators?
Da wir uns von Jahr zu Jahr steigern möchten, wäre das natürlich die logische Konsequenz. Die Konkurrenz schläft aber auch nicht. Memmingen, Miesbach, Lindau, Dorfen, Waldkraiburg werden uns mit Sicherheit nicht kampflos den Vortritt lassen. Die Liga wird wieder spannend und ausgeglichen sein bis zum Ende. Unsere große Stärke letzte Saison war der große Teamgeist. Wenn wir es wieder schaffen, so geschlossen aufzutreten, werden wir wieder eine gute Rolle spielen. Was dann am Ende rauskommt? Schau mer mal.