Freude und Trauer bei Marco Kürzdörfer: Der Leichtathlet des LSC Höchstadt gewann bei den bayerischen Meisterschaften der Männer und Frauen sowie der U20 und U18 über 800 Meter Silber, ließ aber auch die letzte Chance, sich für die deutschen Meisterschaften übernächstes Wochenende in Nürnberg zu qualifizieren, ungenutzt. Auch sein Teamkollege Niklas Buchholz wurde in Erding Zweiter. Die Sportler der TS Herzogenaurach traten bei der "Bayerischen" mit einem ungewöhnlich kleinen Team an. Trainer Peter Müller war deshalb mit den drei Medaillen zufrieden.


Höchstadt ohne Jugend in Erding

Auf der blauen Bahn in Erding sorgten knapp 800 Teilnehmer sowohl für Quantität als auch Qualität in den Disziplinen. Der LSC Höchstadt war mit acht Aktiven auf den Mittelstrecken vertreten, in den Jungendklassen schickte der Verein allerdings keinen einzigen Athleten ins Rennen. Für Kürzdörfer bot sich die letzte Möglichkeit für die Qualifikation für die "Deutsche". 800-Meter-Konkurrent Benedikt Huber von der LG Regensburg war dagegen bereits für Nürnberg sowie für die EM im August in Berlin qualifiziert und nutzte den Wettkampf zu einem intensiven Training.

Kürzdörfer sorgte auf der ersten Stadionrunde für Tempo, ehe Huber die Führung übernahm. Lange sah es danach aus, als könne der Höchstadter am Regensburger dranbleiben, doch auf den letzten 100 Metern zählte mehr der Kampf um Platz 2 gegen Daniel Bishop, dem Kürzdörfer eine Woche zuvor in Ingolstadt unterlegen war. Diesmal setzte sich der LSCler durch, doch die Zeit von 1:53,08 Minute war zu langsam für die Norm (1:51,60). Der 26-Jährige tröstete sich aber mit seiner Silbermedaille. Niklas Buchholz stellte in 1:54,38 Minuten und Platz 5 eine neue persönliche Bestzeit auf. Die restlichen Höchstadter (Tobias Budde, 1:56,77, Platz 13), Geoffroy Jadoul (1:56,84, 14.) und Alexander Barth (1:59,81, 18.) landeten weiter hinten im Feld.

Am zweiten Tag stellten sich sechs LSCler über 1500 Meter an den Start. Auf dem ersten Kilometer gab Kürzdörfer überraschend die Geschwindigkeit vor, die Favoriten verließen sich auf ihren Endspurt. Der Rest war scheinbar nicht an einer schnellen Zeit interessiert. So ging das Feld bei knapp unter 2:50 Minuten über die 1000-Meter-Linie - viel zu langsam für eine Spitzenzeit.
Dann kam der Antritt von Clemens Bleistein aus München. Die Höchstadter mussten abreißen lassen, nur Buchholz blieb dran und verbesserte sich auf den letzten 100 Metern von Platz 5 auf den Silberrang (3:58,07). Die Plätze 6 bis 9 (Theo Schell, 3:59,23 / Kürzdörfer, 4:01,08 / Brian Weisheit, 4:02,05 / Geoffroy Jadoul, 4:04,63) gingen an die Aisch. Bernhard Weinländer belegte Platz 12 (4:12,08) mam


Justus Santjer holt erneut Gold

Justus Santjer von der TSH hat seinen bayerischen Meistertitel in der U20 über 400 Meter Hürden in 58,33 Sekunden verteidigt. Anna Dupke holte Silber im Dreisprung, war aber mit ihren 11,62 Metern nicht zufrieden, da sie nicht gut in ihren Anlaufrhythmus kam. Mehrkämpfer André Zahl überraschte dagegen mit Bronze im Hürdensprint. Nach 15,48 Sekunden im Vorlauf steigerte er sich im Finale auf 15,25 Sekunden. Auch im Stabhochsprung präsentierte er sich in guter Form und überwand 4,50 Meter, womit er im starken Feld Fünfter wurde.

Marius Laib fehlten im Speerwurf der Männer nur zwei Zentimeter, um ebenfalls aufs Podest zu steigen. Die Männerstaffel über 4x100 Meter war auf dem Weg zu Bronze, doch nach guten Wechseln von Timo Kaufmair über Niklas Wiesener und Christoph Lange auf Marius Laib blieb dieser mit dem Stab an seinem Oberschenkel hängen, wodurch der Stab in die Luft flog und aufgefangen werden musste - die Konkurrenz war entwischt. Christopher Zahl verfehlte bei der U20 über 400 Meter in 52,33 Sekunden knapp eine Medaille.

Zehnkämpfer Lange ging nach langer Verletzungspause über 110 Meter Hürden an den Start und erreichte in 15,59 Sekunden den Endlauf. Auf diesen verzichtete er aber, da er im Stabhochsprung antrat, wo er Sechster (4,40 Meter) wurde. pm