Obwohl er neun Hundertstelsekunden schneller lief als bei seinem deutschen Meistertitel vor gut zwei Wochen in Nürnberg, hat Martin Grau das Finale über 3000 Meter Hindernis bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin verpasst. Der Höchstadter trat am Dienstag im ersten der beiden ausgeglichen nach Saisonbestleistung besetzten Vorläufe an, hielt sich von Beginn an in der Spitzengruppe auf und bewegte sich nahe an seiner Rekordmarke von 8:24 Minuten.


Letzte Hürde zu hoch

Fünf Mal hatte er den 3,66 Meter langen und bis zu 70 Zentimeter tiefen Wassergraben überwunden. 27 Mal eine der 91,4 Zentimeter hohen Hürden übersprungen. An der letzten jedoch blieb Grau ohne Fremdverschulden hängen und kam zu Fall. Der 26-Jährige rappelte sich sofort wieder auf und rannte als Neunter seines Laufs in 8:33,81 Minuten über die Ziellinie.

Sein Weiterkommen in den Endlauf, in den es die jeweils ersten Fünf und darüber hinaus die fünf Zeitschnellsten schaffen, hing also vom zweiten Lauf ab. Im Sog der ersten Fünf waren dort drei weitere Athleten schneller als Grau, nur einer hätte die Zeit des Mittelfranken aber unterbieten dürfen. Somit war klar: Ohne Sturz würde Grau am Donnerstag um 21.20 Uhr im Olympiastadion um eine Medaille oder zumindest seine angestrebte Top-Acht-Platzierung kämpfen.

Der zweite deutsche Starter hatte keine Chance aufs Finale: Lokalmatador Johannes Motschmann lief die zweitschlechteste Zeit unter 27 Finishern (8:51,65), zwei Athleten aus Graus Rennen kamen nicht ins Ziel.


Schneider eine Runde weiter

Länger in Berlin bleiben darf dagegen Patrick Schneider. Der für das LAC Quelle Fürth startende Aschbacher (Kreis Bamberg) erreichte in 46:15 Sekunden über 400 Meter das Halbfinale, das am Mittwoch um 19.35 Uhr stattfindet. Der Endlauf ist am Freitag.