Die Siegesserie der Höchstadt Alligators in der Verzahnungsrunde ist gerissen: Beim Schlusslicht EHC Klostersee wachte der HEC nach verschlafener Anfangsphase zu spät auf und verlor erstmals unter der Leitung von Trainer Mikhail Nemirovsky.

Verzahnungsrunde

EHC Klostersee - Höchstadt Alligators 7:6 n. P.

Mit vier Siegen am Stück im Gepäck hätten die Alligators eigentlich selbstbewusst beim zuletzt dreimal unterlegenen EHC Klostersee auftreten können. Doch von einer breiten Brust war in Grafing wenig zu spüren - oder zu viel: Der HEC ging die Partie zu lässig an und geriet schon nach 93 Sekunden durch Florian Gaschke (Assist Marinus Kritzenberger) in Rückstand. Vom zuletzt gezeigten Engagement war wenig zu sehen. Die Hausherren dominierten das Geschehen, folgerichtig erhöhte Raphael Käfer auf Zuspiel von Robert Wren (6.). Eine Überzahlsituation brachte Höchstadt danach ins Spiel: Milan Kostourek und Martin Vojcak fanden Jiri Mikesz, der den Anschlusstreffer erzielte (9.). Thomas Hummer nutzte aber 49 Sekunden später einen neuerlichen Fehler in der Höchstadter Defensive, um einen Pass von Sebastian Sterr zum 3:1 zu verwerten (10.). Der neuerliche Rückschlag schien Höchstadt in der Folge anzustacheln. Anton Seewald verpasste das zweite Gästetor, auch Vitalij Aab und der nach Verletzung zurückgekehrte Jari Neugebauer kamen zu Chancen. Doch Höchstadt ließ die Chancen liegen, auf der Gegenseite traf Käfer nach Vorarbeit von Hummer und Vitus Gleixner zum 4:1 (15.). Immerhin das Überzahlspiel der Alligators funktionierte: Richard Stütz stellte auf Zuspiel von Kostourek und Vojcak schnell auf 4:2 (16.).

Die schwache Defensivleistung der Mittelfranken setzte sich im zweiten Abschnitt fort. Zwar brachte Kostourek den HEC durch ein weiteres Überzahltor auf 3:4 heran (24.). Matthias Baumhackl baute die Führung der Grafinger jedoch umgehend wieder aus (25.). Philipp Quinlan ließ wenig später dem bemitleidenswerten Benjamin Dirksen im Höchstadter Tor keine Chance und machte auf Zuspiel von Felix Kaller und Gennaro Hördt das halbe Dutzend voll (29.). Die Alligators ließen ihren Goalie alleine, immerhin sorgte Maximilian Otte mit dem 4:6 aus HEC-Sicht für einen Hoffnungsschimmer (39.).

Im Schlussdrittel übernahm Höchstadt das Kommando. Die zuvor so enttäuschend auftretenden Alligators erspielten sich optische Vorteile, blieben jedoch zunächst harmlos. Das änderte sich in der Schlussphase: Einen Pass von Max Cejka brachte Aab zum 5:6 im EHC-Gehäuse unter (54.). Nun drängte Höchstadt auf den Ausgleichstreffer, Klostersee verteidigte mit allem, was zur Verfügung stand. 74 Sekunden vor Spielende wurde der Druck zu groß: Aab gelang der von den mitgereisten Fans umjubelte Ausgleichstreffer und erzwang damit die Overtime (59.).

Die fünfminütige Verlängerung änderte jedoch nichts am Spielstand: Allzu viel tat sich auf dem Eis nicht, beide Teams schienen nach anstrengenden 60 Minuten durchschnaufen zu müssen.

Das Penaltyschießen musste entscheiden und dort versagten den Alligators die Nerven: Vojcaks Treffer glich Klostersee aus, anschließend vergaben Kostourek und Seewald. Erneut Vojcak wurde als vierter Schütze auserkoren, scheiterte jedoch am Grafinger Goalie. Philipp Quinlan machte mit seinem verwandelten Penalty den 7:6-Heimsieg des EHC Klostersee perfekt.