Das Erreichen des Play-off-Halbfinales in der Eishockey-Bayernliga ist für die Höchstadt Alligators der größte Erfolg seit fünf Jahren und angesichts der Ausgangslage eine echte Sensation. Siebter waren die Panzerechsen nach der Vorrunde. In der Zwischenrunde gegen die Mitfavoriten Memmingen und Waldkraiburg sowie Angstgegner Dorfen rechneten nicht viele damit, dass es der HEC auf Platz 1 oder 2 der Gruppe schaffen könnte. Der Erfolg beruht vor allem auf einem Punkt: dem übermäßigen Teamgeist. Zwei wichtige Säulen dieses Teams standen uns vor der Begegnung gegen Sonthofen Rede und Antwort: Die beiden Torhüter Ronny Glaser und Philipp Schnierstein.

Erst einmal Glückwunsch zur tollen Saison. Wie geht es Euch nach dem Erreichen des Halbfinales? Was sagt Ihr dazu?
Philipp Schnierstein: Wunderbar. Nicht nur das Wetter ist großartig, sondern auch die Stimmung in der Mannschaft, weil wir bereits jetzt etwas geschafft haben, womit kein Außenstehender gerechnet hat. Wir befinden uns in einem Alles-was-jetzt-noch-kommt-ist-Bonus-Modus. Das lässt uns unbeschwert Eishockey spielen.
Ronny Glaser: Dem ist nichts mehr hinzuzufügen - es ist ein schönes Gefühl unter den letzten vier Teams der Liga zu stehen.

Philipp, was denkst Du, ist die Grundlage des Erfolgs in dieser Saison? Welcher Spieler des Teams hat Dich am meisten beeindruckt?

Schnierstein: Es wäre falsch, eine Einzelperson hervorzuheben. Jeder ist wichtig, vom Führungsspieler auf dem Eis bis zum Motivator auf der Bank. Selbst die Verletzten stehen mit an der Bande und versuchen, einen Beitrag zum großen Ganzen zu leisten. Einzelinteressen werden hinten angestellt, jeder kennt seine Aufgabe und erfüllt diese zu 100 Prozent. Das ist die Grundlage des Erfolgs. Die Gemeinschaft, dieses An-einem-Strang-Ziehen macht uns so stark.

Ronny, Was hat sich im Verhältnis zur letzten Saison geändert, dass ihr diesmal, trotz der vielen Verletzten, so eine Leistung abrufen und auch in der Zwischenrunde weiter Gas geben konntet?
Glaser: Ich denke wir haben uns auf den richtigen Positionen verstärkt und sind dadurch schwerer auszurechnen. Keine Saison vergeht ohne Verletzung, und gerade für Christian Eyrich und Stephan Hiendlmeyer ist es derzeit schwer, alles nur von der Tribüne aus verfolgen zu können. Deshalb wünsche ich beiden gute Besserung.

Philipp, Du bist aufgrund des Ausfalls von Ronny am Anfang der Saison gleich ins kalte Wasser geschmissen worden. Wie zufrieden bist Du mit deinem Saisonverlauf?
Schnierstein: Ronny ist unheimlich wichtig für die Mannschaft. Seine Erfahrung ist auf dem Eis und in der Kabine Gold wert. Für uns war es wichtig, dass Ronny möglichst schnell wieder gesund wird. Mit der bisherigen Saison bin ich zufrieden, trotzdem versuche ich, mich immer weiter zu steigern und gute Leistungen abzuliefern.

Ronny, wie schwer ist es dir gefallen, nach deiner Verletzung im Herbst in die Saison zu kommen, und was denkst du über deinen jungen Kollegen?
Glaser: Um ganz ehrlich zu sein, bin ich immer noch nicht zu 100 Prozent drin. Die Abwechslung mit Philipp finde ich sehr gut, so etwas hilft jedem im Team, egal ob Torhüter oder Feldspieler. Phillip macht einen guten Job, und wenn er so weiter macht, wird er seinen Weg gehen.

Philipp, du bist in den letzten Wochen ja förmlich zum Anheizer für die Fans geworden. Wie bist du darauf gekommen für die Zuschauer das "Humba" anzustimmen?
Schnierstein: Eigentlich ist das ja der Part von Christian Eyrich. Aber die Euphorie nach dem Einzug in meine ersten Play-offs war so groß, dass ich die Freude einfach rausbrüllen musste.

Könnte man eventuell sagen, dass du ein großer Fan der Fans bist?
Schnierstein: Oooja! Die Stimmung ist großartig. In keinem anderen Stadion herrscht eine vergleichbare Atmosphäre. Mal schauen, ob der Hexenkessel uns am kommenden Freitag zum Sieg verhelfen kann.

In diesem Sinne meine letzte Frage: Jetzt geht es im Halbfinale gegen Sonthofen. Wie seht Ihr das Spiel, was denkt Ihr ist jetzt noch drin?
Schnierstein: Ich weiß, dass in Play-off-Spielen alles passieren kann und dass wir unser Bestes geben werden.
Glaser: Wie gesagt wir freuen uns, im Halbfinale zu stehen. Aber im Prinzip ist es ein Spiel wie jedes andere - Hauptsache wir gewinnen.

Die Fragen stellte Martin Steinau