Bei den bayerischen Seniorenmeisterschaften der Leichtathletik gingen zwei Goldmedaillen in den Landkreis. Peter Müller von der TS Herzogenaurach siegte bei besten Bedingungen in Regensburg über 100 Meter Hürden. Zudem gewann die 4x100-Meter-Staffel des TSV Höchstadt. 359 Teilnehmer im Alter zwischen 31 und 88 Jahren maßen sich im Stadion am Weinweg.


Verletzt, gewonnen, aufgegeben

Peter Müller, der sonst als Trainer der Herzogenauracher Leichtathleten und Turner in Erscheinung tritt, betrat diesmal selbst die große Bühne. Allerdings holte er sich schon beim Einlaufen für den Hürdenwettbewerb eine leichte Adduktorenzerrung. Trotzdem ging er an den Start und gewann in 17,44 Sekunden. "Die ersten Hürden waren richtig schwer. Aber ich bin aggressiv gelaufen und habe meinen Rhythmus gefunden", berichtet Müller.

Die aufkommenden Schmerzen habe er sich verbissen, so dass er im Ziel sogar mehr als zwei Sekunden Vorsprung auf seine vier Konkurrenten aufwies. "Da ich vorher kaum trainiert hatte, bin ich damit natürlich sehr zufrieden. Die 100 Meter konnte ich dann aber nicht mehr laufen. Da hätte ich sicher auch gute Chancen gehabt", sagt der 56-Jährige. Sein Vereinskollege Willi Scheidt (Jahrgang 1939) kam bei drei Starts drei Mal aufs Podium. Über die 100 Meter (15,72 s) musste er sich genauso wie über die doppelte Distanz (32,40 s) nur einem Kontrahenten geschlagen geben. Für die zweifache Stadionrunde benötigte er 3:37,21 Minuten und wurde Dritter.


Stadionrunde zum Aufwärmen

Vom TSV Höchstadt fuhren Joachim Masatz, Werner Dengler, Kar-Heinz Schatz und Rainer Scheckenbach in die Oberpfalz, wo der Fokus auf der 100-Meter-Staffel lag. Zunächst gingen sie aber im Einzelkampf auf die Stadionrunde: In der Altersklasse M60 kamen Dengler, Trainer Schatz und Scheckenbach als Vierter, Fünfter und Sechster ins Ziel. Masatz wurde in der M65 Fünfter. Hier ging auch Karl Barth von LSC Höchstadt an den Start und gewann dank eines starken Endspurts in 74,94 Sekunden Bronze.

Damit waren die TSVler warm für die Staffel, in der einer der nur zwei Konkurrenten der Altersklasse M60 die für Staffeln seit 2007 erlaubte Startgemeinschaft Team Franken mit dem Weltmeister Karl Dorschner war. Doch kurz vor dem Startschuss gaben die favorisierten "Franken" ihre verletzungsbedingte Aufgabe bekannt. Damit gab es ein Duell um den Titel mit der LG Augsburg-Neusäß, wobei zwei M70-Teams im selben Rennen mitmischten. "Das war unsere Chance", erklärte Masatz.

Nach der Stabsübergabe von Scheckenbach an Schatz war die LG ESV noch leicht in Führung. Dengler brachte Höchstadt heran und Masatz lief den Sieg nach exakt 64 Sekunden ein. "Wenn man mit 62 bis 67 Jahren noch 6,25 Meter pro Sekunde laufen kann, dann gehört man noch nicht zum alten Eisen", stellte der Schlussläufer schmunzelnd fest. Wie gut eine Stargemeinschaft mit den besten Athleten aus bis zu drei Vereinen ist, zeigte der "Franken-Bayern-Express, der in der M70 sogar nur 57,76 Sekunden brauchte. red