Der vormals jüngste Trainer im Landkreis bedient seinen Nachfolger mit dem Steilpass. Benjamin Mair ist 23 Jahre jung und ist nach schweren Verletzungen hauptamtlicher Trainer des ASV Höchstadt. Nach dem gelungenen Derby-Coup gegen den TSV Höchstadt wittert er neue Chancen im Abstiegskampf und plant, mittelfristig seine junge Mannschaft weiter zu entwickeln und nach vorne zu führen.

Wer hat Sie angespielt?
Mair: Der Alex Schliffka. Wir reden als Arbeitskollegen regelmäßig auch über Fußball. Den Titel des jüngsten Trainers hatte er von meinem ASV-Vorgänger Markus Fleischer geerbt. Wie er hat auch Alex im Ligaalltag bewiesen, dass er ein sehr guter Trainer ist und seine Mannschaft im Griff hat.

Wie schaut ihr Laufweg aus?
Vor wenigen Jahren habe ich mit Erlangen-Bruck drei Aufstiege gefeiert, ich war Stammspieler der Zweiten und befand mich im erweiterten Kreis der Ersten Mannschaft, als mich ein Kreuzbandanriss samt Knorpel- und Meniskusschaden im linken Knie 2009 zurückwarf. Die Saison war für mich zu Ende und die Bayernliga weit weg. Da auch ein beruflicher Positionswechsel anstand, kam das Angebot von Markus Fleischer, eine Mannschaft mit aufzubauen, gerade recht. Nach den ersten Spielen der Aufstiegssaison hat es mich voll erwischt: Kreuzbandriss im linken Knie.
Ich habe mich bis zum Sommer 2010 wieder rangekämpft, als ich mir - erneut ohne Gegnereinwirkung - das Kreuzband im rechten Knie gerissen habe. Die Knorpelschäden sind irreparabel, die Folgen - Schmerzen bei Belastung und weniger Beweglichkeit - behalte ich. Darum habe ich aufgehört zu spielen und habe Markus fortan von außen unterstützt.
Als er dann Vater geworden ist, sein Amt niedergelegt hat und der ASV auf mich zugekommen ist, fiel mir die Entscheidung leicht. Der Verein steht gut da und die Mannschaft hat Potenzial, auch wenn sie im Winter acht Punkte vom rettenden Ufer weg war. Ich bin mir sicher, wenn wir die Klasse halten, dann können wir nächste Saison eine Rolle spielen, die mit dem Abstiegskampf nichts zu tun hat. Dazu war der 4:1-Derbysieg am vergangenen Wochenende jedoch nur der erste Schritt. Natürlich war es ein besonderes Spiel, auch für mich. Aber es liegt ein weiter Weg vor uns.

Was erwarten Sie vom Wochenende?

Das Spiel morgen gegen den VfB Forchheim wird mental eine schwere Angelegenheit. Für ein Derby gegen den TSV brauche ich niemanden zu motivieren, darauf waren sieben Wochen Vorbereitung ausgerichtet. Da war jeder heiß. Jetzt versuche ich, die Mannschaft auf einen Gegner einzustellen, der auch hinten drin steht und der von der ersten bis zur 90. Minute ums Überleben rennen wird. Sie werden sicher über den Kampf das Spiel suchen, aber wenn wir dagegen halten und unsere Ordnung bewahren, dann rechne ich mit einem positiven Ausgang für uns.

An wen passen sie weiter?
Ich spiele zu Matthias Zenger, den Trainer des FC Herzogenaurach II. Ihm geht es ähnlich wie mir, er hat auch mit einem Knorpelschaden zu kämpfen und ist deshalb zum Vollzeit-Trainer geworden. Er trifft morgen auf den SC Münchaurach, es spielen also zwei meiner Jugendvereine gegeneinander. Da wünsche ich mir ein tolles, faires Spiel und Matthias für den Rest der Saison alles Gute!