Mit 250 Zuschauern feierten die Handballerinnen der TS Herzogenaurach den ersten Heimsieg in der 3. Liga Süd. Mit 30:26 besiegte das Team von Trainer Klaus Watzinger die SG Ottenheim/ Bellheim/Kurhardt (OBK), die das Tabellenende ziert.


TS Herzogenaurach - SG OBK 30:26

Schon vor dem Duell mit dem Mitaufsteiger hatte sich das TSH-Lager etwas ausgerechnet, nach der Partie muss man von einem Pflichtsieg sprechen, der noch deutlicher hätte ausfallen können. Allerdings leisteten sich die Herzogenauracherinnen nach der "gelebten Leichtigkeit" bis Mitte der ersten Halbzeit (11:5) immer wieder Wackler im Abwehrverbund und im Spielaufbau. Dass trotz dieses Wechselbads der Gefühle niemand am Heimsieg zweifelte, war der individuellen Klasse geschuldet, die man die vor allem in den Phasen zum Tragen kam, als das Spiel zumindest theoretisch hätte kippen können.
Zum Beispiel, als Linksaußen Sarah Stephan ihr Team mit etlichen Glanztaten in Führung hielt. Andererseits verlor die TSH nach der Sechs-Tore-Führung völlig den Faden. Die SG kam innerhalb von sieben Minuten bis auf 11:10 heran, was bei den Gastgeberinnen leichte Konfusion auslöste, während die beflügelten Gäste immer selbstbewusster wurden. Herzogenaurach brauchte einige Minuten, um sich zu sammeln, trat kurz vor der Pause aber doch den Nachweis an, an diesem Tage die bessere Mannschaft zu sein, und spielte zumindest wieder einen Drei-Tore-Vorsprung heraus (14:11).


Die Torhüter halten den Kurs

Ähnlich unrund verliefen dann die folgenden 30 Spielminuten die TSH glänzte mit zahlreichen schön heraus gespielten Toren mit Nina Bestle an den Stellschrauben. Und auch Jana Lichtscheidel erwies sich in diesem Abschnitt als genau die Verstärkung, die sie schon zu ihren Bayreuther Zeiten in der 3. Liga gewesen war. Eigentlich war alles für einen überzeugenden Sieg gerichtet. Dann aber wurde das Abwehrverhalten phasenweise zu einer echten Belastung. Und wären nicht Martina Ebersberger, die in Halbzeit 1 schon mehrere Glanztaten vollbracht hatte, und Juliane Gerling, die unter anderem bravourös einen Siebenmeter nebst Nachwurf entschärfte, im Tor gestanden, hätte es schief gehen können.
Letztendlich war es aber doch die individuelle Überlegenheit, immer wieder gepaart mit spielerischen Feinheiten, welche den Gastgeberinnen den Erfolg sicherten. So fassten sich gerade bei engen Spielständen die beiden Linkshänderinnen Carole Mittelheisser und Tanja Küffner ein Herz und zeigten erfreuliche Leistungen. Überhaupt, obwohl mit Laura Wedrich und Saskia Probst die beiden überragenden Torschützinnen der letzten Saison gesundheitsbedingt fehlten - Probst kam lediglich für einen Siebenmeter auf das Feld -, gelangen der TSH 30 Treffer.


Unzufrieden mit dem Innenblock

Laut Co-Trainer Mirko Scholten hätten es zwar mindesten 35 sein müssen, doch er stellte klar: "Ich habe nie am Sieg gezweifelt." Großen Anteil daran hatte auch Kristin Lang am Kreis, deren Formkurve deutlich nach oben zeigt. TSH-Coach Watzinger selbst verwies auf den Druck des Gewinnen-Müssens, wollte aber die verschiedenen Fehler nicht schönreden. Er zeigte sich unzufrieden mit dem Innenblock seiner Abwehr, der sich so manchen Lapsus leistete, was aber auch daran lag, dass hier an diesem Tag häufiger als sonst personelle Wechsel vorgenommen wurden. Positiv zu erwähnen waren auch die zwei jungen Frauen, die als Schiedsrichter unterwegs waren, mit der fairen Begegnung aber keine Probleme hatten und eine rundum souveräne Leistung zeigten.

TSH: Ebersberger, Gerling - Stephan (7), Egle (1), Bestle (2), Probst (1/1), Schneidereit, Lichtscheidel (7/3), Zmmermann (1), Lang (2), Erdmann (1), Mittelheisser (3), Küffner (5), Neumann, Wedrich (n.e.)