Premiere geglückt. Dieses Fazit dürfen sowohl die Handball-Herren der Turnerschaft Herzogenaurach als auch die der HSG Erlangen/Niederlindach ziehen. Beide Teams gewannen ihre Auftaktspiele in der Bezirksoberliga Ostbayern, zeigten sich torhungrig und überzeugten streckenweise mit sehr schönen Spielzügen. Trotzdem gibt es noch die eine oder andere Baustelle, an der die Nachbarn arbeiten müssen, bevor es am kommenden Sonntag um 16.30 Uhr zum direkten Aufeinandertreffen in der Herzogenauracher Gymnasiumhalle kommt.

TV Altdorf - TS Herzogenaurach 24:31

Die Gäste legten einen Blitzstart hin - platzierte Rückraumwürfe und schnelle Tempogegenstöße von Jannik Benz und Jürgen Wonner verschafften den Schuhstädtern eine komfortable 5:0-Führung. Knapp acht Minuten dauerte es, bis die TSH den ersten Gegentreffer hinnehmen musste. Doch davon ließ sich die Truppe von Spielertrainer Ingo Kundmüller nicht beirren, und der TV zog die Notbremse - Timeout nach elf Minuten. Doch auch das nützte nichts. Die engagierte Deckungsarbeit der Gäste war fast schon spielentscheidend, zur Pause (12:20) sah es so aus, als würde Herzogenaurach den Gegner nach Belieben dominieren.
Trotzdem warnte Kundmüller in der Kabine: "Wir haben in den letzten Jahren immer gesehen, dass die Altdorfer erst in der zweiten Halbzeit richtig aufdrehen. Für uns beginnt das Spiel wieder neu." Doch seine Worte blieben ungehört. Während die Hausherren frisch motiviert auf das Parkett zurückkamen, wirkten die Schuhstädter kurzzeitig verunsichert, holten sich kurz nacheinander drei Zeitstrafen und waren so zeitweise nur zu viert auf dem Feld. Wegen eines 8:4-Laufes der Altdorfer geriet der bereits sicher geglaubte Sieg der TSH noch einmal ins Wanken.
Der TVA kämpfte sich durch die ständige Überzahl auf vier Tore heran (20:24). Doch die Gäste zogen den Kopf aus der Schlinge, schafften es - angetrieben vom zielsicheren Neuzugang Philipp Wolf -, den Gegner einigermaßen auf Distanz zu halten. Und so brach der Widerstand des TV zehn Minuten vor Schluss, Herzogenaurach verwaltete den Vorsprung.
Die Freude nach dem Sieg im ersten Saisonspiel war sichtlich groß bei den Herzogenaurachern. Diese zeigten über weiten Strecken ein ordentliches Auftaktspiel. Für das anstehende Derby gegen die HSG Erlangen/Niederlindach muss die TSH aber noch teamorientierter agieren, zu viele der 31 Tore in Altdorf entstanden aus Einzelaktionen.

HSG Erlangen/Niederlindach - HG Hemau/ Beratzhausen 34:25

Von Beginn an zeigte sich die HSG motiviert und zielstrebig und ging durch Willert in Führung. Aber auch die Gäste starteten beherzt und erarbeiteten sich einen Zwei-Tore-Vorsprung (5:7). Doch dann wurde der HSG-Abwehrverbund, und mit einem 8:2-Lauf zogen die Mannen des Trainergespanns Hankel/Hauer auf 13:9 davon. Eine Auszeit der Gäste brachte die HSG aus dem Rhythmus - Hemau schaffte den Ausgleich (13:13). Doch Hauer vom Kreis und Rühl per Tempogegenstoß sorgten für die 15:13-Pausenführung der Hausherren.
Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischte wiederum Niederlindach, das sich auf 17:13 absetzt. Doch der Aufsteiger ließ sich nicht abschütteln und profitierten davon, dass die Hausherren in der Abwehr nicht mehr beherzt genug zupackten und selbst beste Chancen ausließen. Der Vorsprung schmolz auf 20:18 (45.), ehe sich die konditionelle Überlegenheit der HSG bezahlt machte. Dazu unterband eine Umstellung in der Abwehr den Spielfluss der Gäste. Nun zog Niederlindach auf 27:20 davon, wobei Forstner vorne wie hinten eine starke Leistung zeigte. Aber auch Willert und Stübinger wussten zu überzeugen und erhöhten kurz vor Schluss den Vorsprung gar auf zehn Treffer. Den letzten Treffer zum 34:25 markierten dann aber die Gäste.

HG Amberg - OG Erlangen 25:21

Ohne den Großteil seiner Neuverpflichtungen reiste der OG Erlangen zum schweren Auftaktspiel nach Amberg. Und bereits nach wenigen Spielminuten gab es die erste Schrecksekunde: Thomas Warch ging nach einem Tritt zu Boden. Sollte sich der Verdacht auf Abriss der Achillessehne bestätigen, bedeutet das für den Neuzugang wohl bereits das Ende der Saison.
Nach dem ersten Schock entwickelte sich eine munteres Spiel auf Augenhöhe, in dem die Führung ständig wechselte. Kurz vor der Pause stellten sich die Gäste dann aber zu ungeschickt an, kassierten drei Treffer in Folge und gingen mit einem 10:12-Rückstand in die Kabine.
Nach der Halbzeit versuchte es der OGE mit einer offensiveren Abwehrvariante, aber eine katastrophale Chancenauswertung machte alle Bemühungen zunichte, dem Spiel eine Wende zu geben. Die Hausherren bauten ihren Vorsprung auf fünf Treffer aus, und als dann auch noch der starke Frank Roßner - von Wadenkrämpfen geplagt - das Spielfeld verlassen musste, fehlte dem OG-Rückraum die nötige Durchschlagskraft. Die Partie war entschieden.
Erfreulich aus Erlanger Sicht war die engagierte Leistung von Christopher Fechner, der in seiner ersten Begegnung für die Olympioniken bereits seine Torgefährlichkeit andeutete und zusammen mit dem nach der Pause vollends überzeugenden Nils Holle dafür sorgte, dass die Niederlage mit 21:25 nicht zu deutlich ausfiel.