Noch vor ein paar Jahren hätten sich die Alligators selbst dazu gezählt - zum Favoritenkreis um die Bayrische Eishockey-Meisterschaft. Über kurz oder lang soll der Weg der Höchstadter da auch wieder hinführen. In dieser Saison will man als Aufsteiger in der Bayernliga aber erst einmal kleinere Brötchen backen und einen der ersten zehn Tabellenplätze belegen. Aber eines scheint in diesem Jahr sicher - glaubt amn den Fans und den Verantwortlichen: Der Meistertitel entscheidet sich zwischen zwei Bergen: dem Grünen Hügel in Bayreuth und dem Grünten bei Sonthofen. Um aber der Abschlusstabelle dieser Saison nicht vorzugreifen, lohnt sich ein Blick auf alle Gegner der Alligators in alphabetischer Reihenfolge.

EHC Bayreuth "Tigers": Die Tigers gelten neben dem ERC Sonthofen als Topfavorit auf den Meistertitel. Nach der Pleite des ESV Bayreuth arbeitete sich der EHC Stück für Stück nach oben und erreichte in der mittlerweile dreijährigen Bayernligazugehörigkeit immer die Zwischenrunde. Heuer soll der große Wurf gelingen. Mit Spielern wie Kasten, Thielsch, Fendt und Juhasz verstärkte man sich mit erfahrenen Eishockeyprofis. Ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten dürfen die HEC-Fans dabei auch feiern. Mit Michal Hlozek läuft ein ehemaliger Alligator für die Tigers auf.

ESV Buchloe "Pirates": Die Freibeuter sind heuer ein klarer Aspirant für die Zwischenrunde. Der kontinuierlich gewachsene Kader wurde mit den DEL-erfahrenen Spielern Stefan Horneber im Tor und Daniel Huhn im Sturm weiter verstärkt. Dabei ist bemerkenswert, dass das Team aus dem Allgäu bislang noch ohne Ausländer auskommt, hier also auch noch Potenzial hat, sich weiter zu verstärken. Und auch im Stadion der Schwaben hat sich im vergangen Jahr einiges getan. So wurden die bis dato sichtbehindernden Netze durch eine Plexiglasumrandung ersetzt.

ESC Dorfen "Piraten": Die Dorfener mussten vor der Saison einige schmerzhafte Abgänge verkraften, dafür stieß kurzfristig Top-Scorer Chad Anderson für eine weitere Saison zum Team, sodass die junge Mannschaft durchaus für die eine oder andere Überraschung sorgen kann.

Wanderers Germering: Die ehemalige Fahrstuhlmannschaft aus Germering geht mittlerweile in ihr drittes Bayernligajahr nacheinander. Bei den Münchner Vorstädtern wird die Jugend groß geschrieben und damit kann durchaus ein Vergleich mit den Alligators gezogen werden. Bis auf die Routiniers Gambs und Dosch sind alle Akteure jünger als 22, allerdings schon mit Erfahrung in den diversen Nachwuchsbundesligen und auch der Oberliga.
ESV Königsbrunn "Pinguine": Die Augsburger Vorstädter haben ein attraktives Argument für eine erfolgreiche Saison: Mit Nationaltorhüterin Jennifer Harß, steht bei den Königsbrunnern die einzige Dame der Bayernliga zwischen den Pfosten. Mit Zdenek Jurasek verpflichteten die Schwaben einen neuen Ausländer, der bereits in der tschechischen Extraliga auflief. Demgegenüber stehen die Abgänge einiger Stammspieler, die mit jungen Spielern aus Augsburg und Landshut zu kompensiert werden sollen.

EV Lindau "Islanders":
Die Lindauer haben sich mittlerweile in der Liga etabliert und schielen unter der Führung von Präsident Marc Hindelang auf einen einstelligen Tabellenplatz. Bei einem Blick auf den Kader kann ihnen das durchaus gelingen. Mit Mike Dolezal und Jiri Kunce befinden sich zwei wahre Altstars des Deutschen Eishockeys im Kader.

ECDC Memmingen "Indians":
Mit einer komfortablen Halle und dem hohen Zuschauerzuspruch haben die Memminger hervorragende Bedingungen und ein hohes Potenzial. In den Jahren zuvor kämpften die Allgäuer zu oft gegen die eigenen Erwartungen. In der abgelaufenen Saison scheint aber die Rückkehr zur alten Stärke gelungen zu sein. Zwar ging Shooting Star Brendan McLaughlin nach Deggendorf, dafür holte man mit Merkle und Striepeke Spieler von Oberligatopteams an die Iller.

EV Miesbach: Seit jeher stützt man sich beim Verein aus dem bayerischen Oberland auf die hervorragende Nachwuchsarbeit. Auf dieser Basis fuhr der Verein nach dem Abstieg aus der Oberliga auch diverse Siege und die Meisterschaft in der Bayernliga ein, ohne Ambitionen zu hegen, wieder aufzusteigen. Mittelfristig peilen die Oberländer nun aber wieder die Rückkehr in die Oberliga an. Mit Florian Leitner und Ronny Martin beendeten jedoch zwei erfahrene Verteidiger ihre Karriere. Dafür sicherte man sich die Dienste von Ex-Profi Mario Jann.

EVMoosburg: Der Mitaufsteiger aus Moosburg dürfte auch für die Bayernliga eine Bereicherung sein. Spielertrainer Beslagic wechselte nach Waldkraiburg, Dlugos nach Erding. Der Rest des Kaders, also auch die zweitligaerfahrenen Feistl und Oswald, wurde gehalten, dazu stieß mit dem Ex-Höchstadter Sergej Hausauer ein starker Mittelstürmer dazu, der darauf brennen wird, seinem ehemaligen Team eins auszuwischen.

EHC 80 Nürnberg: Für den Nachbarn dürfte eine schwere Saison anstehen. Allerdings darf man sich nun besserer Unterstützung durch die IceTigers erfreuen und peilt mittelfristig höhere Ziele an. Neben dem Spiel gegen Bayreuth dürfte dieses Derby sicher eines der emotionalen Highlights für den HEC sein, da keines der beiden Teams im Kampf ums Prestige den Kürzeren ziehen will.

TSV Peißenberg: Der TSV Peißenberg ist wohl der Inbegriff des Traditionsvereins in der Bayernliga. Bekanntester Name im Team der "Eishackler" ist sicherlich der Ex-Alligator Sebastian Buchwieser. Zum Team stieß der zuletzt inaktive Ex-DEL-Profi Martin Hinterstocker. Bis auf Florian Barth blieb der Rest des Teams zusammen, sodass man das Minimalziel Zwischenrunde problemlos erreichen sollte.

EC Pfaffenhofen "Icehogs": Bei den Holledauern stand im Sommer ein größerer Umbruch an. Einige langjährige Spieler verließen die Icehogs, dafür holten sich die Pfaffenhofener frisches Blut, vor allem vom EV Regensburg. Das fast komplett offene Eisstadion verspricht viele spannende Spiele.

ERC Sonthofen "Bulls": Wohl kaum ein Verein hat sich in den letzten Jahren so entwickelt wie die Bulls. Von einem Team, bei dem es schwer war, zu gewinnen, mauserte man sich im Oberallgäu zum Geheimfavoriten und schließlich zum Bayrischen Meister. Nach dem Titelgewinn 2011 verzichtete man noch auf den Aufstieg, bereute das aber ein Jahr später, als man sich mit dem Aufstiegsgedanken anfreundete, aber an Schweinfurt scheiterte. Heuer zählt deshalb nur der Aufstieg für die Allgäuer. Die gezielte Verstärkung des Kaders durch die erstligaerfahrenen Waginger und Kleinheinz erhöht die Chancen dafür auf jeden Fall.

EHC Waldkraiburg "Die Löwen": Nach dem Wiederaufstieg 2011 musste Waldkraiburg 2012 gleich wieder runter in die Landesliga. Dank des Rückzugs der Schongau Mammuts blieb den Löwen als Nachrücker aber doch die Schmach des erneuten Abstiegs erspart. Einst waren die Industriestädter ein Topteam und das Ziel heißt mittelfristig ganz klar, wieder oben in der Bayernliga mitzumischen. So war man im Sommer auf dem Transfermarkt aktiv und bediente sich bei einigen Konkurrenten. Mit Elvis Beslagic steht ein erfolgreicher Stratege an der Bande, mit Sergej und Andrej Piskunov laufen zwei ehemaliga HEC-Spieler für die Löwen auf.