Stehend applaudierten die rund 300 Zuschauer den Regionalliga-Basketballern der Turnerschaft Herzogenaurach - als hätten diese die Heimpartie gegen die Dachau Spurs gerade gewonnen. Dem war nicht so, denn die der Tabelle nach etwas favorisierten Longhorns hatten mit 74:76 das Nachsehen. Aber die Schuhstädter hatten Leidenschaft, Spielfreude und Herz gezeigt, hatten mehrfach einen Rückstand egalisiert, was die Fans begeisterte. Nur das Glück des Tüchtigen fehlte an diesem Tag. Somit liegen die Longhorns jetzt auf dem neunten Tabellenplatz bei einer Bilanz von sechs Siegen aus 13 Spielen.

TS Herzogenaurach - Dachau Spurs 74:76

Schon zu Beginn zeichnete sich ab, was sich wie ein roter Faden durch die ganze Partie ziehen sollte: Die Herzogenauracher spielten guten Basketball, fanden immer wieder offene Abschlüsse, aber trafen den Korb einfach nicht. Ob Korbleger, Mitteldistanzwürfe oder Dreier - nichts ging. So lagen die Longhorns nach fünf Minuten mit 2:12 zurück, denn für die Gäste traf der überragende Omari Knox (28 Punkte) aus allen Lagen. Doch der erneut starke Mike Kaiser brachte die Aurachstädter zurück ins Spiel, erzielte mit seinem schnellen Zug zum Korb sechs Punkte in Folge und zur Viertelpause war der Rückstand auf 13:17 verkürzt.
Im zweiten Durchgang bliesen die Herzogenauracher endgültig zur Attacke. Benedikt Aumeier und Christian Imberi sorgten für die Punkte in der Offensive und in der Verteidigung wurde Omari Knox jetzt besser kontrolliert. Überwand er seinen direkten Gegenspieler, kamen meist gleich zwei Longhorns zur Hilfe und die Herzogenauracher gingen erstmals in Führung (25:23). Insgesamt entschieden sie das zweite Viertel mit 28:17 für sich und setzten sich bis zur Halbzeit auf 41:34 etwas ab.

TSH vergibt Siegchance gleich zwei Mal

Den besseren Start ins dritte Viertel erwischten dann aber die Dachau Spurs. Der blitzschnelle Johannes Kriegereit in Koproduktion mit Omari Knox brachten die Gäste wieder an die TSH heran. Egal, ob aus der Dreipunktdistanz oder per Zug zum Korb, die beiden waren nicht zu stoppen. Die Herzogenauracher fanden in diesem Abschnitt kein Mittel gegen die Mann-Mann-Verteidiung der Gäste und kamen so kaum zu Punkten. So drehte sich das Spiel bis zum Beginn des Schlussabschnitts und die Aurachstädter lagen mit 53:59 im Hintertreffen.
Aber die Longhorns gaben sich nicht geschlagen, steckten jetzt noch mehr Herzblut in ihre Aktionen und wendeten das Balatt erneut zu ihren Gunsten. Der beste Herzogenauracher an diesem Tag, Toni Donhauser, netzte zwei Dreier ein und brachte den Hexenkessel Gymnasiumhalle zum kochen. Stück für Stück kämpften sich die Aurachstädter wieder heran, verteidigten wie besessen und führten eine Minute vor Schluss mit 74:71. Daraufhin bekamen die Dachauer den Ball und zogen per Dreipunktspiel von Johannes Schwarz auf 74:74 gleich. Bei noch 30 Sekunden auf der Uhr liefen die Herzogenauracher den nächsten Angriff, spielten sich zehn Sekunden vor Schluss einen freien Wurf heraus, trafen jedoch nicht. Um die Dachauer am Punkten zu hindern und die Uhr anzuhalten, musste ein Foul her. Zwar traf Omari Knox beide Freiwürfe, doch die TSH hatte noch 6,6 Sekunden Zeit. Tatsächlich kamen die Longhorns auch zu einem offenen Dreipunktwurf. Gebannt schauten alle, wie sich der Ball zum Korb senkte - und sein Ziel verfehlte. Die Dachauer fielen sich jubelnd in die Arme und feierten den 76:74-Erfolg.

Zufrieden mit der Hinrunde

"Wir haben heute gut gespielt, doch in den entscheidenden Situationen fehlte das letzte Quäntchen Wurfglück. In dieser Liga kann jeder jeden schlagen und es kommt auf die Tagesform an. Deswegen müssen wir über die Weihnachtspause daran arbeiten, mehr Konstanz in unser Spiel zu bekommen, um bald nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben. Das wird mit Sicherheit unsere Hauptaufgabe. Dennoch sind wir mit der Hinrunde zufrieden, können uns darauf aber nicht ausruhen, sondern müssen weiter hochkonzentriert arbeiten", betonten die TSH-Trainer Angelos Plantzas und Peter Simon.