Es war ein Arbeitssieg, den die Handballer des HC Erlangen am Mittwochabend in der 2. Bundesliga einfuhren. Vor allem nach der Pause mussten sich die Mannen von Trainer Frank Bergemann gegen nie aufsteckende Hildesheimer gewaltig strecken. Ein zwischenzeitlicher Sechs-Tore-Vorsprung schmolz zusammen, doch zum Glück fanden die Mittelfranken in dieser entscheidenden Phase die richtige Antwort.

HC Erlangen - Eintracht Hildesheim 21:18

Die Gastgeber brauchten nur wenige Minuten, um ihren Rhythmus zu finden und spielten dann konsequent, konzentriert und vor allem diszipliniert, was ihnen in der 20. Minute einen Drei-Tore-Vorsprung bescherte, dem Benedikt Schwandner nach einem Gegenstoß gleich noch das 11:7 folgen ließ. Das veranlasste Eintracht-Trainer Gerald Oberbeck zu einer Auszeit, was auch die gewünschte Wirkung zeigte. Doch Erlangens Torhüter Andreas Bayerschmidt zeigte mit drei, vier starken Paraden Präsenz und Daniel Stumpf ließ vom Punkt das 12:9 folgen. Dann überstand der HCE eine Unterzahlsituation schadlos und Christoph Nienhaus erzielte direkt von der Strafbank kommend den 13. Treffer für die Erlanger. Die Hildesheimer versuchten in der Folge mit Gewalt, den Abstand nicht zu groß werden zu lassen, fanden aber kein Durchkommen und hatten auch Pech, als mit dem Pausenpfiff der Ball ans Lattenkreuz knallte. Davor hatte Schwandner das beruhigende 14:9 erzielt.

Doch der Vorsprung brachte keine Sicherheit. Die Gäste kamen mit viel Angriffslust aus der Kabine und der Bundesliga-Absteiger zeigte, wie viel Qualität in seinem Kader steckt. Gestützt auf einen wuchtigen Rückraum um die groß gewachsenen Michael Qvist, Marvin Nartey und Maximilian Jonsson, die ohne Rücksicht auf eigene Verluste auf die HC-Deckung anrannten, gelang es der Eintracht, den Rückstand beständig zu verkürzen. Auf der anderen Seite verloren die Mittelfranken in der Offensive etwas die Nerven und schossen Gäste-Schlussmann Klockmann regelrecht warm. Selbst ein Siebenmeter fand nicht den Weg in die Maschen.

Bayerschmidt und Selke beweisen Nervenstärke

Zum Glück konnten sich aber auch die Bergemänner auf ihre Torhüter verlassen. Während Andi Bayerschmidt im Spiel selbst immer wieder Kopf und Kragen riskierte und im Minutentakt mehrere 100-prozentige Chancen der Gäste zunichte machte, war es auch der eingewechselte René Selke, der beim Stand von 14:10 zwei Siebenmeter nacheinander parierte. "Gerade als wir in der zweiten Hälfte vor allem vorne nicht mehr mit der nötigen Konsequenz agiert haben, waren es unsere Torhüter, die uns im Spiel gehalten haben", erklärte der Coach.

Dann platzte der Knoten endlich und Link erhöhte mit einem Doppelschlag auf 16:10 (37.). Doch auch das zog den Hildesheimern nicht den Zahn. Die Gäste standen in der Abwehr massiv und wirbelten die HC-Defensive ein ums andere Mal kräftig durcheinander, was ihnen einige frei Würfe bescherte. Der Vorsprung der Erlanger schmolz dahin und Bergemann war nach Spielende froh und stolz, dass seine Mannschaft sich nach dem zwischenzeitlich etwas engen 17:15 selbst befreite und durch Tore von Schwandner und dem starken Nienhaus wieder auf 20:15 davon zog. Das bedeutete acht Minuten vor dem Ende die Entscheidung. Denn in der Folge standen die Erlanger hinten wieder sicher und ließen fast nichts mehr zu. Erst in der Schlussminute kamen die Hildesheimer zu ihren letzten beiden Treffern zum 21:18, was an ihrer Niederlage aber nichts mehr änderte.

Letztlich hatten es der HCE einer starken ersten Hälfte, in der er einen großen Vorsprung herauswarf, und dann vor allem seinen Torhütern zu verdanken, dass die Zähler in der Hugenottenstadt blieben und die Erlanger nun - punktgleich mit Bad Schwartau und Friesenheim - wieder in der oberen Tabellenhälfte stehen.