Die Fußball-Kreisklasse 1 ER/PEG ist eine ausgeglichene Liga, der Kampf um die aufstiegsberechtigten Plätze ist entsprechend spannend. Den ASV Weisendorf auf Platz 2 und den FC Großdechsendorf auf Platz 8 trennen nur fünf Punkte. Und sollte die SpVgg Hausen ihr Nachholspiel gewinnen, kann selbst die Mannschaft von Trainer Stefan Wiechers noch auf den Relegationsplatz schielen. Mehr als die halbe Liga scheint also auf demselben spielerischen Niveau zu liegen.
Über diesem Verfolgerfeld wird die Tabelle vom Kreisliga-Absteiger aus Lonnerstadt angeführt, der den sofortigen Wiederaufstieg anpeilt. "Natürlich wollen wir auch zum Saisonende an der Spitze stehen und haben bisher eine sehr gute Vorbereitung absolviert", äußert sich Trainer Heinz Halmer zum Thema Aufstieg. Zwar hat Lonnerstadt fünf Punkte Vorsprung auf Platz 2 und die Chance, mit einem Sieg im Nachholspiel den Abstand auf acht Punkte zu vergrößern, doch weiß auch Halmer, dass es die zweite Saisonhälfte in sich haben wird.
Im Gegensatz zu seinem Verein, der auf das Personal aus der Vorrunde vertraut, hat sich Verfolger Weisendorf mit zwei Spielern aus der Landesliga verstärkt: Michael Faltermeier und Dirk Hennig konnte Trainer Armin Appelt von seiner letzten Trainerstelle, dem ASV Vach, für den Kreisklassisten loseisen. "Weisendorf wird auf jeden Fall stärker sein als in der Vorrunde, aber wir haben vor keinem Gegner Angst", sagte der TSV-Trainer selbstbewusst. Egal wie die Saison ausgeht, Heinz Halmer wird Lonnerstadt verlassen und den ASV Möhrendorf als Spielertrainer übernehmen. Die Früchte seiner Arbeit wird der ehemalige Bayernliga-Spieler Oliver Wurzbacher ernten, der in Lonnerstadt Trainer wird. "Das hat überhaupt keinen Einfluss auf die kommenden Spiele. Ganz im Gegenteil, wir haben eine charakterlich gefestigte Mannschaft, die weiterhin voll mitzieht und ein Ziel vor Augen hat", versicherte Halmer.

Wimmelbach voll im Rennen

Wie groß die Hoffnung ist, doch noch in den Aufstiegskampf einzugreifen, erklärt Andreas Schubert stellvertretend für das Verfolgerfeld. Der 36-Jährige ist Trainer der bisher drittplatzierten DJK Wimmelbach und hat noch ein Auge auf die vorderen beiden Plätze geworfen: "Als Fußballer darfst du nie die Hoffnung aufgeben. Es wird sehr wichtig sein, wie wir in die Rückrunde starten, denn wenn wir einen Lauf haben, dann ist noch alles möglich."
Klare Meinungen hat Schubert auch zur Konkurrenz: "Weisendorf hat eine junge Truppe, bei der es immer mal vorkommen kann, dass sie zwei oder drei Spiele lang einen Durchhänger hat, dann müssen wir eben da sein. Allerdings traue ich auch der SpVgg Heroldsbach oder den Oesdorfern viel zu. Lonnerstadt ist meiner Meinung nach definitiv weg. Die spielen für unsere Klasse einen zu guten und viel schnelleren Fußball. Denen merkt man an, dass sie mehrere Jahre in der Kreisliga zu Hause waren."
Nichtsdestotrotz besiegte Wimmelbach den TSV Lonnerstadt in der Vorrunde mit 5:1 und war damit das einzige Team, das dieses Kunststück vollbrachte. Es bleibt abzuwarten, ob sich an der Tabellenspitze ein Zweikampf herauskristallisieren wird, oder ob sich doch noch eine Mannschaft aus dem Verfolgerfeld dazwischenmogeln kann.

Mehr Konstanz an der Seitenlinie

Wenn man so will, dann fängt beim ASV Möhrendorf (12.) oder zwei Plätze darüber, beim Hammerbacher SV, die untere Tabellenhälfte an. Das Trainerkarussell wird sich bei diesen beiden Vereinen in der Sommerpause drehen. Wie bereits erwähnt, wird Halmer Spielertrainer in Möhrendorf. Seit sechs Jahren trainiert dort Thomas Lindenmayer - eine Ära, die im Juni mit dem Klassenerhalt enden soll. Der 52-Jährige wird dann Trainer des Hammerbacher SV. Dort erwartet man sich durch die Verpflichtung von Lindenmayer, dass wieder eine gewisse Konstanz an die Seitenlinie zurückkehrt: Nachdem man mit Trainer Uli Habermann nicht mehr weitermachen wollte und Nachfolger Marco Kemmet in der Vorrunde aus zeitlichen Gründen zurücktrat, wird der HSV aktuell von zwei Spielern, Christian Schmitt und Christian Dassler, trainiert.
Trotz allem sollte man sich in beiden Vereinen eigentlich keine allzu großen Sorgen mehr um den Ligaverbleib machen müssen. Hammerbach hat bereits 21 Punkte gesammelt, Möhrendorf hat zusätzlich zu seinen 17 erspielten Zählern noch zwei Spiele weniger als die Konkurrenz.

Bllaca in Oberreichenbach tätig

Dennoch muss man äußerst vorsichtig sein, denn beim SC Oberreichenbach, der aktuell einen Abstiegsplatz belegt, hat sich in der Pause einiges getan: Der Verein hat sich von seinem Trainer Jörg Nagengast getrennt und mit Alban Bllaca den ehemaligen Spielertrainer des BSC Erlangen verpflichtet. Neben Bllaca selbst haben sich dem SCO sechs weitere ehemalige BSCler sowie Andreas Bauer aus Vestenbergsgreuth angeschlossen.
"Wir wurden sehr herzlich in Oberreichenbach aufgenommen. Den Jungs, die bereits hier waren, tut es gut, dass ein paar neue Spieler in den Verein gekommen sind", erklärt Bllaca die Situation bei seinem neuen Verein, mit dem er bislang alle Testspiele gewinnen konnte. "Die Hoffnung ist groß, dass wir die sieben Punkte Rückstand noch aufholen können. Ich gehe davon aus, dass wir das auch packen. Der Klassenerhalt ist auf jeden Fall unser Ziel."
Neue Spieler, neuer Mut heißt also das Motto in Oberreichenbach. Ein Leitsatz, der auch für den TSV Höchstadt gilt. Zwar hat auch das Schlusslicht sechs neue Spieler verpflichtet, unter anderem Alexander Jeromin vom Bayernligisten Memmelsdorf, doch mit lediglich zwei Punkten aus der Vorrunde steht es schlecht um den TSV. Aus 13 verbleibenden Spielen bräuchte Höchstadt schon mindestens zehn oder elf Siege, um den Klassenerhalt noch zu erreichen. Wenn man bedenkt, dass die Truppe von Trainer Robert Hofmann in den ersten 17 Spielen kein einziges Mal gewinnen konnte, sollte klar sein, dass es beim TSV schon jetzt nur noch um eine Konsolidierung für die neue Saison gehen kann.