Von seinem Heimatverein FC Thuisbrunn wechselte Dieter Bernhardt in der B-Jugend zum 1. FC Nürnberg und blieb dort bis zu den Amateuren. Danach wechselte er zur SpVgg Jahn Forchheim, wo er unter Trainer Günter Kraus in die Bayernliga aufstieg. Als Libero stand er in jeder Partie auf dem Feld. Aufgrund von Hüftproblemen übernahm er im Winter 1997 den Spielertrainerposten in Thuisbrunn und stieg zweimal in die Kreisliga auf. Es folgten Stationen in Mittelehrenbach und Geschwand, ehe er nach Thuisbrunn zurückkehrte, wo er mittlerweile als Spielleiter der ersten Mannschaft fungiert und an den Spieltagen die Reserve in einer SG mit Egloffstein II coacht.

Wer hat Sie angespielt?

Dieter Bernhardt: Norbert Rückert kenne ich aus Duellen, wenn unsere Mannschaften gegeneinander gespielt haben. Er vertritt dieselben Werte wie ich. Es scheint, als würden wir als Trainer ziemlich ähnlich ticken. Ohne vorher darüber zu sprechen, hat er mich damals als seinen Nachfolger in Geschwand empfohlen. Wenn Thuisbrunn nicht spielt und ich bei bei meinem Ex-Klaub zuschaue, sehen wir uns hin und wieder.

Sie haben schon Einiges mitgemacht. War früher wirklich alles besser?

Dass früher alles besser war, haben uns damals schon die Alten Herren im Verein erzählt. Den Spruch gibt es schon seit Hunderten von Jahren. Ich würde eher sagen, dass es anders war, nicht unbedingt besser. Man selbst war jünger und hat die Feste besser vertragen, aber fußballerisch ist vieles athletischer geworden, auch in den untersten Klassen. Damals in der A-Klasse waren Leute dabei, die körperlich nicht so für den Fußball geschaffen waren. Die haben aber trotzdem gespielt. Heute würden solche Typen gar nicht mehr kicken. Schaut man auf die Fußballplätze, können mittlerweile zumindest alle Fußballer laufen. Sie sind wieder bei Ihrem Heimatverein FC Thuisbrunn gelandet. Aus welchem Grund?

Nach dem Abstieg aus der Kreisklasse mit nur fünf Punkten in der Saison 2011/12 war es für mich eine Herzensangelegenheit, den Verein wieder in die Spur zu bringen. Mit dem neuen Spielleiter Norbert Dennerlein haben wir einiges in die Wege geleitet. In dieser Zeit wurde der Sportheimbau vollendet und wir kriegen mittlerweile sogar wieder eigene Jugendspieler raus. Es macht einfach Spaß, in Thuisbrunn zu arbeiten und das nicht nur, aber auch wegen unseres Frühlingsfests. Ist in dieser Saison der Wiederaufstieg in die Kreisklasse möglich?

Wir wollen auf jeden Fall vorne mitspielen. Vier Spieler kamen aus der A-Jugend raus. Mit Christian Kirchner und dem neuen Co-Trainer Daniel Friedrich sind gute Fußballer zu unserem sowieso schon guten Kader gestoßen. Das jüngste 0:0 gegen Aufsteiger Michelfeld II zeigt uns aber auch, dass für einen Aufstieg sehr viel zusammenpassen muss und wir Probleme bekommen, wenn sechs Spieler ausfallen. Mittelfristig wollen wir auf jeden Fall hoch. Die Kreisklasse 3 wäre von den Derbys her die interessanteste Liga für uns.

An wen spielen Sie weiter?

Ich passe an Stephan "Struppi" Schmidt. Er ist mal ungekämmt zum Spiel erschienen und hat den Spitznahmen bis heute behalten. Wir kennen uns schon seit 20 Jahren. Er war in Thuisbrunn mein Torjäger und hat in der Kreisliga drei Spielzeiten hintereinander 30 Tore geschossen. Er war immer sehr ehrgeizig. Auch charakterlich ist "Struppi" top, außer dass er Bayern-Fan ist. Ich selbst bin Club-Fan. Vor kurzem hat er den Trainerposten in Gräfenberg übernommen. Wenn man die dortige Mannschaft mit der vom vergangenen Jahr vergleicht, weiß man schnell, dass das keine leichte Aufgabe ist. Aber er hat sie sich ja selbst ausgesucht und wird sie bestimmt mit Ehrgeiz angehen.