Jubelschreie, hochrote Köpfe, Schweißausbrüche - buntes Treiben herrschte gestern auf dem Sportgelände der Turnerschaft Herzogenaurach. Die 28. Neuauflage des Puma Herzoman strapazierte wieder einmal die Kräfte und Nerven sämtlicher seiner etwa 480 Teilnehmer. Doch am Ende gab es letztlich nur glückliche Gesichter.

Mann des Tages war Lokalmatador Andreas Rühling. Bereits im Vorfeld zählte der Vorjahreszweite zum engen Favoritenkreis im Kampf um den begehrten Titel des Puma Herzoman. Dass er dieser Rolle in einem knappen Rennen vollends gerecht werden würde, bestätigte der TSH-Triathlet bereits nach 57:20 Minuten. Minuten, die es in sich hatten. Schließlich entpuppte sich der Schlussspurt zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Herzogenauracher und seinem direkten Verfolger, Ralf Gärtner vom Tricamp Team SSV Forchheim (57:43).


Ein direktes Kräftemessen

Diesen hatte Rühling bereits vor dem Wettkampf auf seinem Zettel: "Nach meinem zweiten Platz im letzten Jahr wollte ich heuer schon gewinnen. Dann hat sich Ralf Gärtner letzte Woche noch nachgemeldet. Spätestens da war mir klar, dass es sehr schwierig wird." Das sollte sich auch spätestens auf der Laufstrecke bewahrheiten. Nachdem die Schwimmdistanz von 400 Metern und die 20 Kilometer lange Radstrecke gemeistert waren, kam es zu einem direkten Kräftemessen beider Athleten auf der Fünf-Kilometer-Laufstrecke.

Dieses entschied Andreas Rühling knapp für sich . Begleitet von lauten Jubelschreien sprang der TSHler erleichtert ins Ziel und nahm anschließend die Gratulationen seiner Anhänger entgegen: "Ich glaube, ich habe auf fünf Kilometern noch nie so gelitten wie heute. Erst etwa 300 Meter vor dem Ziel war ich mir sicher, dass Ralf mich nicht mehr einholen kann." Den dritten Platz belegte ein weiterer Herzogenauracher: Lasse Ibert vom Team Arndt erreichte nach 1:01:41 das Ziel und belegte den zweiten Rang in der Stadtmeisterschaft.

Bei den Damen setzten sich drei Nachwuchs-Triathletinnen souverän durch. Sarah Neukam vom TV 48 Erlangen erreichte als Erste nach 1:05:59 Stunden das Ziel. Doch sicher konnte sich die Jugendliche (Jahrgang 1996) da noch nicht fühlen: "Im Kreisverkehr hat mich ein Mann überholt und ich musste notgedrungen kurze Zeit in seinem Windschatten fahren. Da hat mir ein Punkterichter eine Zeitstrafe aufgebrummt." Doch trotz dieser setzte sie sich gegen ihre Verfolgerinnen vom TSV Zirndorf, Lena Gottwald (1:06:57) und Lena Körber (1:10:37), erfolgreich durch.

"Alles in allem war es wieder mal ein schöner Triathlon. Ich mag vor allem die Radstrecke in Herzogenaurach, da sie viele Kurven und Berge hat. Und auch das Wetter hat ja gut mitgespielt. Manchmal war die Luft zwar wie in einem Treibhaus, aber trotzdem noch besser als in der prallen Sonne zu laufen", resümierte die Erstplatzierte Neukam.


Verunsicherung im Starterfeld

Genau dieses Wetter hatte den einen oder anderen Teilnehmer noch vor Tagen leicht verunsichert. Organisator und Leiter der TSH-Triathlonabteilung, Marcel Zollhöfer, war letztendlich aber zufrieden. So hätten die Wetterberichte noch vor drei Tagen etwa zehn angemeldete Triathleten zur Absage bewegt. Jedoch sei tatsächlich alles so wie geplant verlaufen.

Doch nicht nur die Teilnehmer des 28. Puma Herzoman gaben ihr Bestes. Auch mehr als 100 freiwillige Helfer, Vertreter der Feuerwehr und des Roten Kreuzes sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Wer selbst nicht an den Start ging, hatte zusätzlich noch die Möglichkeit, sich von den Experten des Puma Running-Mobils vom Laufsport begeistern zu lassen. Diese fertigten von einigen Besuchern kostenlos sogenannte "Foot-Scans" an und überprüften mithilfe moderner Technik den Laufstil einiger Hobby-Sportler.

So endete eine weitere gelungene Veranstaltung. Auch der frischgebackene Herzoman, Andreas Rühling, lobte den Triathlon: "Vor sechs Jahren habe ich zum ersten Mal teilgenommen. Daher freut es mich sehr, endlich meinen Heimwettbewerb gewonnen zu haben. Es ist immer wieder schön, hier an den Start zu gehen."