Mit einem super Teilnehmerfeld von über 150 Startern feierte der Heimatverein beim Hochstraßenlauf ein kleines Jubiläum. Bei der 30. Auflage purzelten zwar keine Rekorde, doch Teilnehmer wie Veranstalter waren rundum zufrieden.
Der Vorsitzende des Heimatvereins, Günter Rath, hatte die Veranstaltung mit seinem Helferteam wieder perfekt vorbereitet. Auch das Wetter spielte mit, denn es war lang nicht so heiß wie beim Tanzenhaider Weiherlauf in Oberreichenbach eine Woche zuvor. Insgesamt standen am Samstag fünf verschiedene Läufe auf dem Programm, wobei der Hauptlauf über zehn Kilometer mit fast 60 Teilnehmern natürlich der Höhepunkt war.
Vorher zeigten aber auch Kinder, Walker und Hobbyläufer ihr ganzes Können. Stärkste Läufer-Fraktion an diesem Tag waren die Brehm-Titan-Runners aus Weisendorf. Insgesamt gingen 14 Läufer an den Start und zwei davon waren besonders erfolgreich. So siegte im Hobbylauf der Frauen Caroline Reusch vor Marie Gelder und Yasmin Broska. Bei den Herren war es der Chef der Titan-Runners, Oliver Brehm, der souverän gewann und Josef Freudenberger sowie Harald Fuchs (FSV Großenseebach) auf die Plätze verwies.

Werbung an den Schulen

Oliver Brehm ist eigentlich dafür bekannt, längere Distanzen zu laufen. "Heute wollte ich ein wenig kürzer treten und habe es langsam angehen lassen und erst auf dem letzten Kilometer den Wettkampf-Turbo gezündet, denn morgen starte ich ja in Roth beim Triathlon in der Staffel mit Sven Sundberg", erklärte der Lokalmatador seine Entscheidung. Als Bürgermeister Heinrich Süß den Startschuss für den Hauptlauf gab, kam es auch zu einem Gespräch zwischen Organisator Rath und Brehm. Man verständigte sich darauf, im Nachwuchsbereich mehr Werbung zu machen und einen Schülercup auszuloben. "Ich spreche die Schulen an, ob sie sich nicht aktiver beteiligen wollen", sagte Brehm. Sicher hätte der Hochstraßenlauf trotz zufriedenstellender Teilnehmerzahlen noch etwas mehr Zuspruch verdient. Schließlich macht das Höhenprofil der Strecke, in die eine mittelalterliche Handelsroute mit anspruchsvollem Terrain eingebunden ist, den Wettkampf besonders.
Die Entscheidung beim Hauptlauf war schnell gefallen. Schon nach drei Kilometern setze sich eine Vierergruppe mit Jürgen Wittmann, Sebastian Zwosta (beide LAC Quelle Fürth), Gizachew Beyene (LG Erlangen) und Gabriel Bauerfeind (Radsport Heller) vom Rest des Feldes ab. In dieser Reihenfolge kamen sie auch nach zehn Kilometern ins Ziel. Seinen Titel aus dem Vorjahr konnte Zwosta also nicht verteidigen und musste ihn an seinen Teamkollegen abgeben. Im Vergleich zum letzten Lauf war er allerdings auch über eine Minute langsamer unterwegs.

Die Favoritenrolle ausgefüllt

Bei den Frauen gewann erwartungsgemäß Kerstin Lutz vom TSV Burghaslach. In Abwesenheit von Triathlon-Profi Angela Kühnlein, die sich auf den Ironman-Wettkampf in Zürich vorbereitet und im vergangenen Jahr in etwas mehr als 37 Minuten das Damen-Feld absolut dominiert hatte, schlüpfte Lutz in die Favoritenrolle. Und der wurde sie gerecht: Im Vergleich zu 2014 verbesserte sich die 40-Jährige noch einmal um 20 Sekunden und siegte mit deutlichem Abstand vor Martina Wershofen (ASV Niederndorf) und Ingrid Bachmeier (TSV Neuhaus).