Mit ganz unterschiedlichen Erwartungshaltungen waren die beiden LSC-Talente nach Aichach gereist. Viola Mönius war durch ihre Zeit von 12,71 Sekunden aus Ingolstadt überraschend in die Favoritenrolle geschlüpft, Lea Heidenreich hingegen hatte - nach ihren Erfolgen im Winter - eine bis dato durchwachsene Freiluftsaison. Eine Bänderverletzung im Frühjahr machte ihr geregeltes Training für lange Zeit unmöglich.

Ihre Vorläufe absolvierten beide souverän in 13,04 Sekunden (Viola) beziehungsweise in 12,80 Sekunden (Lea). Im Halbfinale mussten sich die Höch stadterinnen dann schon mehr anstrengen. Die noch 13-jährige Tochter von Cheftrainer Markus Mönius ließ die zierliche Svenja Pfetsch vom SC Vöhringen, die im Vorlauf einen nicht so starken Eindruck hinterlassen hatte, mit einer Hundertstelsekunde gerade noch hinter sich (12,89 s). Heidenreich traf erneut auf ihre Dauerrivalin Emily Haupt von der LAC Quelle Fürth, die sie bereits im Vorlauf knapp besiegen konnte. Diesmal ging es 12,64 zu 12,70 Sekunden für die LSClerin aus. Im zweiten Halbfinale zeigte die Favoritin Nina Bauch von der LG Augsburg ihre Extraklasse (12,45 s).

In den Endläufen sollte es dann nochmal richtig schnell werden. Mönius hatte auf Bahn 5 ihre Konkurrentin aus Vöhringen direkt neben sich. Diese erwischte einen Blitzstart, während die Höchstadterin erneut nicht so gut aus den Blöcken kam. Auch auf den letzten Metern, eine Stärke der Sprinterin, konnte sie sich nicht entscheidend herankämpfen: Gold ging nach Schwaben (12,71 s), Mönius freute sich über Silber (12,86 s) - ihre erste Einzelmedaille bei einer bayerischen Meisterschaft.

Lea Heidenreich erwischte einen Turbostart im Finale und konnte sich bis ins Ziel auf einem sicheren zweiten Platz halten. Die Favoritin aus Augsburg gewann überlegen in 12,35 Sekunden, doch die Schlüsselfelderin verbesserte ihre persönliche Bestzeit auf 12,59 Sekunden. So hatte Trainerin Sandra Keil, früher eine sehr gute 400- und 800-Meter-Läuferin, allen Grund, sich mit ihren Mädels zu freuen.

Christian Amon war der einzige Starter des LSC in der U23-Klasse. Er blieb am ersten Tag über 800 Meter im Rahmen seiner Möglichkeiten und kam nach 2:00,32 Minuten auf Platz 7 ins Ziel. Die gleiche Platzierung erreichte er am Folgetag über 1500 Meter. Die wenig berauschende Zeit von 4:13,13 Minuten war ein Beleg für die Belastung am Vortag.