Für Wedel und seinen Trainer Markus Mönius war dies jedoch keine große Enttäuschung, denn im Vorfeld war nicht damit zu rechnen, dass der 18-jährige Boxdorfer im Höchstadter Trikot überhaupt eine Chance auf die WM hat. Die anderen Höchstadter Läufer zeigten in der Donaustadt ebenfalls aufsteigende Form.
Erst einmal zuvor war Konstantin Wedel ein Hindernisrennen gelaufen. Bei 6:00 Minuten über 2000 Meter blieben damals die Uhren stehen, aber dass gerade die 3000-Meter-Hindernisstrecke eine ganz andere Herausforderung darstellt, musste zuvor schon sein erfolgreicher Teamkollege Martin Grau erfahren. Auch er scheiterte schon zweimal in Regensburg an der Norm und lieferte diese wenig später dann nach.
Im Vorfeld hatte Trainer Markus Mönius zumindest für eine mögliche Qualifikation alle Register gezogen. Neben speziellem Hindernistraining engagierte er einen "Edelhasen" für Wedel. Martin Grau sollte ihn auf der ganzen Strecke begleiten und das nötige Tempo vorgeben. Bereits nach zwei Kilometern war klar, dass nur der TSV-Neuzugang die Norm knacken konnte, die restliche deutsche Konkurrenz blieb beim ersten Qualifikationsrennen weit hinter ihren Erwartungen.

Anfeuerungsrufe helfen nicht mehr


Bis zur Schlussrunde war die Hoffnung groß, dann wurde es aber schwer für das Lauftalent. Mit letzter Kraft kämpfte er sich über die Hindernisse und auch die Anfeuerungsrufe seiner Teamkollegen nutzten nichts. Wedel kam als Zweiter ins Ziel und verfehlte die Norm um Haaresbreite. Bei 9:00,02 Minuten blieb für Martin Grau die Uhr stehen, der sich damit den bayerischen Meistertitel in der U23 sicherte und einen guten Abschlusstest für die DM in zwei Wochen absolvierte.
Nach 9:23 Minuten kam Johannes Motschmann aus Magdeburg als nächster U20-Aspirant ins Ziel. Für Konstantin Wedel bedeutet dies, dass der am 16. Juni in Wattenscheid bei der Deutschen Meisterschafen der Aktiven einen erneuten Versuch startet, die Norm zu unterbieten. Martin Grau wird dann nicht als Hase zur Verfügung stehen, denn er selbst wird versuchen, sich eine Medaille zu erlaufen und seine Bestzeit aus dem letzten Jahr zu unterbieten. Sollte es mit der Norm nicht klappen, bleibt aber immer noch ein Rest Hoffnung, denn der DLV wird sich sicher überlegen, wenigsten einen Aktiven über diese Strecke zu melden, die IAAF-Norm hat Konstantin Wedel deutlich unterboten.
Die Leistung der restlichen TSV Aktiven ging etwas unter nach dem Hindernis-Rennen. Marco Kürzdörfer zeigte in seinem dritten 800-Meter-Lauf in dieser Saison weiter aufsteigende Form. In 1:51,33 Minuten lief er sein zweitschnellstes Rennen überhaupt und unterbot die DM-Norm. Tobias Budde präsentierte sich über 1500 Meter deutlich verbessert. In 3:59,94 Minuten erzielte er seine bisher zweitbeste Zeit.