Am Freitag verloren die Regionalliga-Basketballer der TS Herzogenaurach deutlich mit 92:53 gegen die Regnitztal Baskets. Wer sich nun fragt, wie man das Hinspiel mit 15 Punkten gewinnen, das Rückspiel aber mit 39 Punkten verlieren kann, muss sich die Kader der jeweiligen Spiele ansehen. Die Regnitztaler, die nach dem Erfolg jetzt 6:11-Siege auf dem Konto haben und den zehnten Tabellenrang einnehmen, traten diesmal nämlich mit einer komplett veränderten Mannschaft an. Nahezu eine komplette ProB-Formation, das ist eine Liga über der Regionalliga, startete für die Nachwuchsmannschaft der Brose Baskets Bamberg. Beim Hinspiel noch war lediglich ein Spieler davon am Start, namentlich Steffen Walde.

Natürlich kann sich der Beobachter fragen, ob das Ganze nicht der Wettbewerbsverzerrung nahe kommt. Aber da hilft kein Jammern und Zedern, die Regnitztaler halten sich an das Reglement - und so muss man eben das Beste aus der Situation machen. Die Longhorns liegen auf jeden Fall nach der Niederlage noch immer auf dem achten Rang und haben jetzt 8:9-Siege in der Bilanz stehen.

Früh klar, wohin die Reise geht

Schon im ersten Viertel war es relativ klar, wie das Spiel enden würde. Zwar waren die Jünglinge aus Oberfranken tatsächlich noch Jünglinge, das bedeutet, dass die Spieler zwischen 17 und 21 Jahren alt waren, doch hatten sie Körper, die kaum ein Erwachsener je erreicht - und dies sowohl im vertikalen als auch im horizontalen Wachstum. Geschätzt hatten sie eine Durchschnittsgröße von 1,97 Meter und so dominierten sie folgerichtig das Geschehen unter dem Korb. Netzten sie dabei nicht gleich im ersten Versuch ein, sicherten sie sich meist den offensiven Rebound und sorgten dann eben für Zählbares.

Die TSH hielt mit Einzelaktionen durch Christian Imberi und Rajiv Althaus etwas dagegen, trotzdem lagen sie mit 11:2 nach vier Minuten im Hintertreffen. Im weiteren Fortgang des ersten Viertels ging es ausgeglichener zu, was zu einer glasklaren 31:18-Führung der Regnitztaler führte.

Alles wie gehabt

Das zweite Viertel sollte dann schon die endgültige Entscheidung darstellen. Der athletische Centerspieler Johannes Thiemann (20 Punkte) produzierte Punkte am Fließband. Entweder ging er aggressiv zum Korb und legte dann in wahnwitzigen Höhen den Ball in die rote Reuse - oder er traf hochprozentig aus der Halbdistanz. Für die Herzogenauracher ging in dieser Phase wenig, sie wirkten schlicht wie eine Jugendmannschaft, die gegen eine Herrenmannschaft spielte - leider nur waren sie die deutlich älteren Akteure. Mit 26:12 endet dieses Viertel und zur Halbzeit leuchtete ein erbarmungsloses 57:30 von der Anzeige.

Das dritte und das vierte Viertel sind schnell zusammengefasst. Die Top-Akteure der Regnitztaler um Johannes Thiemann, Dino Dizdarevic und Steffen Walde nahmen eine lockere Position auf der Ersatzbank ein und die richtig jungen Nachwuchsakteure durften ihr Können zeigen.

Jenes war selbstredend nicht annähernd so hoch, wie das ihrer Vorgänger - und so verlief das Spiel nun ausgeglichener. Dies sollte sich aber nicht mehr entscheidend auf den Spielausgang auswirken und letztendlich gewannen die Oberfranken auch in dieser Höhe verdient mit 92:53.

Nennenswert ist hier jedoch noch die positive Tatsache, dass die Longhorns sich nie aufgaben und auch als Team weiter zusammenhielten und ihr Bestes gaben, was als Beleg ihrer formidable Teamchemie interpretiert werden muss.

"In allen Belangen eingestampft"

"Man stellt es sich ja immer so schön vor, wenn man als erfahrene Mannschaft gegen eine junge Truppe spielt, dass diese zwar athletischer ist, man sie aber spielerisch dominiert. Aber wie sagt man so schön, das war wohl Pustekuchen, heute wurden wir in allen Belangen eingestampft. Doch muss man sagen, diese Regnitztaler Mannschaft ist auch kein Maßstab in dieser Liga, denn sie ist schlicht zu gut. Fast alle Teams wären heute ähnlich untergegangen, dennoch müssen wir schauen, wie wir aus den Fehlern lernen können, damit dieser Abend wenigstens nicht nur umsonst war", sagte das Trainer-Duo Angelos Plantzas und Peter Simon nach dem Spiel. Auf jeden Fall wird kein Trübsal geblasen: "Wir denken, dass es dafür einige Ansatzpunkte gibt, die uns weiter voran bringen werden und in zwei Wochen zu Hause gegen Rattelsdorf alles schon wieder ganz anders aussehen wird." ps

Punkteverteilung: Patton 2, Person 3, Aumeier 11, Kaiser 8, Imberi 5, Simon, F., Finger 8, Krempels 2, Donhauser 7, Dlugosch 2, Althaus 5.