Am Wochenende steigen auch die Fußballfrauen wieder in den Spielbetrieb ein, zumindest die der Bezirksoberliga Mittelfranken, alle anderen Ligen lassen sich noch ein, zwei Wochen Zeit. Besonders interessant wird in der BOL mit anzusehen sein, wie sich Aufsteiger TSV Lonnerstadt schlägt.
Das Team von Andreas Trainer Uebler kannte in den letzten Jahren nur den Weg nach oben, marschierte von der Kreisklasse nonstop bis in die Bezirksoberliga durch und feierte dabei drei Meistertitel am Stück. Das ist in diesem Jahr nicht zu erwarten, die Lonnerstadterinnen werden sich an das Gefühl gewöhnen müssen, dass die eine oder andere Partie verloren gehen kann.

Zunächst können sie aber erst einmal schauen, was die Konkurrenz so treibt, denn das Auftakstspiel des TSV gegen die SpVgg Greuther Fürth II wurde verlegt. "Die Fürther haben viele Spielerinnen, die erst aus der U17 herausgekommen sind, wegen der Ferienzeit aber wohl noch nicht zur Verfügung gestanden hätten. Die SpVgg wollte nicht mit dem halben Bayernliga-Kader antreten und hat uns angeboten, das Spiel zu verlegen. Das haben wir angenommen, dazu noch das Heimrecht getauscht und spielen nun zum Auftakt der Lonnerstadter Kirchweih am Mittwoch, 28. September, um 19 Uhr", berichtet Uebler.


Taktik und Technik sind gefragt

Mit dem Verlauf der Vorbereitung ist der Trainer zufrieden, vor allem das Trainingslager in der Oberpfalz mit 25 Spielerinnen sei ein Erfolg gewesen. Dort wurden Taktik und Technik gepaukt, die - anders als bisher - neben einer guten Ausdauer einen höheren Stellenwert einnehmen werden. "Das wird eine interessante Aufgabe, und für uns geht es nur um den Klassenerhalt. Aber wir wollen uns nicht verstecken. Sich hinten reinzustellen, ist nicht unser Ding, deshalb werden wir versuchen ein 4-1-4-1- oder ein 4-2-3-1-System zu spielen", erklärt Uebler.

Sollte es am Ende dann nicht klappen, die BOL zu halten, ist das für den Trainer kein Beinbruch, zumal ja auch der logistische Aufwand (die weiteste Auswärtsfahrt ist 130 Kilometer lang) nicht ohne ist. "Die jüngste Meisterschaft kam für mich schon überraschend, und ich hätte nichts dagegen gehabt, noch ein weiteres Jahr Bezirksliga zu spielen. Doch die Mädels wollten den Aufstieg mitnehmen, weil das eine vielleicht einmalige Chance ist, und deshalb stehe ich hinter ihnen."


Das Team hält zusammen

Uebler selbst will die sportlich große Herausforderung locker angehen und bereitet sein Team mental schon darauf vor, dass es auch mal eine Negativserie geben kann. "Es gibt von außen schon ein paar Unkenrufe. Davon lassen wir uns aber nicht beeinflussen, und die Stimmung und der Zusammenhalt im Team sind so gut, dass ich nicht glaube, dass es nach Niederlagen zu einem Zerwürfnis kommen könnte. Im Test gegen Wernsdorf haben wir am Mittwoch eine richtig schlechte erste Halbzeit gespielt. Der Einzige, der gemeckert hat, war ich. In der Pause haben wir alles besprochen, und der Auftritt im zweiten Abschnitt war top", lobt der Trainer seine Mannschaft.

Das BOL-Auftaktmatch, das am heutigen Abend der TSV Brand und der FV Dittenheim bestreiten, wird sich Uebler nicht zu Gemüte führen. Er macht gerade seinen B-Trainerschein, und weil er ja noch selbst für die Lonnerstadter Herren kickt, war er zuletzt fünfmal wöchentlich auf dem Sportplatz gestanden. Bevor es nächste Woche dann richtig losgeht, will sich der 32-Jährige noch ein paar fußballfreie Momente gönnen. "Heute Abend in Brand werden mein Co-Trainer Patrick Andre und eine Spielerin nach dem Rechten sehen, ich werde die Konkurrenz in den nächsten Wochen aber auch beobachten."

Unabhängig davon, ob die Bezirksoberliga gehalten werden kann, setzen die Lonnerstadter auf Nachhaltigkeit. Durch die Spielgemeinschaft der Reserve mit Etzelskirchen (Kreisklasse) hat der TSV derzeit rund 40 Spielerinnen für zwei Teams und schickt auch eine U17-Mannschaft ins Rennen - zunächst auf dem Kleinfeld. Diese soll sich etablieren und nach und nach den Unterbau für die Damenmannschaften bilden.