Die Turnerschaft geht dank der Kontakte des Sulzbachers mit einem stark verbesserten Kader in die kommende Saison. Als personelles i-Tüpfelchen haben die TS-Verantwortlichen vier großen Talente aus Erlangen an die Aurach gelotst; junge Akteure, die beim Nachbarverein und Ligakonkurrenten HCE in den vergangen zwei, drei Jahren auf sich aufmerksam gemacht haben.


Zugänge passen ins Konzept

Sie waren gleichzeitig Leistungsträgerinnen des U19-Bayernliga-Meisters und Stammspielerinnen der ersten Frauenmannschaft. Bei der Turnerschaft erhoffen sie sich eine Entwicklung ihrer Fähigkeiten. Bei ihrer Entscheidungsfindung habe ihnen Kästls Konzept geholfen. Zudem hielten sie den Zeitpunkt des Wechsels für geeignet, da der HC Erlangen über einen sehr großen Kader verfüge.

Julia Friedl, 19-jährige Studentin, kam mit zehn Jahren zum Handballsport. Kästl kennt sie aus gemeinsamen Zeiten beim HC Sulzbach, wo er die damalige Bayernliga-Jugendmannschaft trainierte und Friedl ein wesentlicher Faktor war. Als Linksaußen besticht sie vor allem mit ihrer extremen Schnelligkeit und ist laut Kästl bereits bemerkenswert clever im Abwehr- und Angriffsverhalten.

Ähnliches berichtet der Coach von Amelia Theobald, deren Vielseitigkeit er besonders schätzt, immerhin ist sie auf beiden Außenbahnen einsetzbar. Ein "großes Kämpferherz" bescheinigt der 54-Jährige der 19- jährigen Studentin Kristin Lang, die einst vom SG Auerbach/Pegnitz als Kreisläuferin zum HC Erlangen wechselte. Besonders begehrt bei anderen Klubs war Laura Wedrich. Die 1,80 Meter große Rückraumspielerin kann auf beiden Halbpositionen eingesetzt werden und verfügt laut Kästl über ein ausgezeichnetes Spielverständnis sowie eine "fantastische Athletik". Sie übernehme eine wichtige Rolle in seinem Konzept.

Gemeinsam mit Torfrau Martina Ebersberger, Linksaußen Sarah Stephan, Kreisläuferin Lena Mergner, Rechtsaußen Tanja Küffner sowie Rückraumspielerin Nina Bestle verfügt die TSH über neun Akteure, die einst beim HC Erlangen spielten. Damit kehrt sich ein Trend um, denn in früheren Jahren verließ manch männliches Talent die TSH Richtung Erlangen.


Keine Verstimmungen

Dass der jetzige Zustrom bei den Frauen ohne "atmosphärische Störungen" zwischen beiden Vereinen verläuft, ist auch dem unerschöpflich scheinenden Nachwuchspotenzial des Bundesliga-Klubs zu verdanken. Es spricht zudem für die seriöse Vorgehensweise der TS-Funktionäre.

Hans-Jürgen Kästl mahnte allerdings: "Wir sind glücklich über unsere Neuzugänge und Rückkehrer sowie die Chance, endlich mal mit unserem Kader in der Bayernliga mithalten zu können. Dennoch zeichnet sich ab, dass es zumindest in der Anfangsphase Engpässe geben kann, denn alle Mädels müssen immer mal wieder berufliche Prioritäten setzen." vs