Vor knapp 200 Zuschauern erwies sich das TSH-Team von Trainer Udo Hermannstädter in der restlichen Spielzeit ebenbürtig und kompensierte die physische Überlegenheit des Gegners mit spielerischen Mitteln und aufopferungsvollem Einsatz.
Zweifellos war Bayreuth in entscheidenden Phasen abgezockter und hatte im Rückraum die Lufthoheit, die mitentscheidend war. Dazu begünstigten die Schiedsrichter mit ihrer oft einseitigen Sichtweise das robuste HaSpo-Spiel: Wohl noch nie in dieser Saison hat TSH-Kreisläuferin Lena Mergner so viel rustikalen Körperkontakt über sich ergehen lassen müssen.

TS Herzogenaurach - HaSpo Bayreuth 21:26

Fünf Angriffe, 5:0-Führung - die Gäste demonstrierten von Beginn an hohes Selbstbewusstsein und zielstrebige Dynamik und nutzten die Verunsicherung der TSH nach der Pleite in Regensburg. Nach und nach aber parierte Ellen Mauritz im Herzogenauracher Tor immer besser, und ihre Vorderleute tauten bei eigenen Angriffen langsam aus. Über 4:7 (13.) und 7:9 (22.) arbeiteten und spielten sich die TSH-Frauen in die Begegnung. Nun wackelte der Klassenprimus, doch die Gastgeberinnen, denen die Wurfgewalt aus dem Rückraum abgeht, schafften es auch über die Außenbahnen nicht, für genug Zählbares zu sorgen. Dass die Gäste zur Pause mit 11:10 vorne lagen, ist primär das Verdienst der überragenden Körber auf der Spielmacher-Position. Sie verstand es mit Explosivität, entweder selbst einzunetzen oder Nebenleute in gute Wurfpositionen zu bringen. Davon profitierte vor allem Koppold, zumal die TSH-Abwehr einige Male nur Spalier stand.

Ebersberger mit starken Reflexen

Nach dem Seitenwechsel stellte Hermannstädter für alle überraschend die erst vor sechs Wochen am Knie operierte Martine Ebersberger ins Tor. Obwohl HaSpo-Trainer Hankel damit gerechnet hatte, kamen sein Spielerinnen mit dieser Maßnahme zunächst nicht zurecht. Mehrfach wehrte Ebersberger mit Reflexen selbst schwerste Würfe ab, ihr Team blieb den Gästen - auch dank toller Moral - weitere 20 Minuten auf den Fersen blieb.
Doch Bayreuth fand ein Rezept gegen die TSH-Torfrau und setzte sie ein ums andere Mal mit Bogenlampen matt. In der Endphase musste Herzogenaurach dem aufwendigen Kraftakt Tribut zollen. Ein wenig Glück bei den Schiedsrichter-Entscheidungen hätte hilfreich sein können, doch die Unparteiischen blieben ihrer Linie treu. Letztlich war der Sieg für HaSpo nicht unverdient, meisterlich aber keinesfalls. Dies aber lag auch an der tollen Moral der Gastgeberinnen, die daraus Kraft für den Kampf um den Klassenerhalt schöpfen sollte.
"Zehn verheerende Minuten am Anfang und eine Schlussphase, die ich nur schwer beurteilen kann, gaben den Ausschlag. Der Gegner brachte einen regionalligatauglichen Kader mit, wir müssen uns den folgenden Aufgaben stellen. Nach der Leistung von heute bin ich aber optimistisch", sagte Hermannstädter nach der Partie.