Mit dem erhofft positiven Resultat sind die Handballer der TS Herzogenaurach am Tag der deutschen Einheit vor vollen Zuschauerrängen in die Bezirksoberliga-Saison gestartet. Nach einer konzentrierten Vorstellung und einer deutlichen Halbzeitführung bezwangen die Schuhstädter die dritte Garnitur des HC Erlangen, die mit Spielern aus der Bayernliga-Mannschaft angetreten war. Die HSG Erlangen/Niederlindach unterlag dem Landesliga-Absteiger aus Neutraubling, da sie zu leichtfertig mit den Chancen umging und in der Abwehr nicht entschlossen genug zupackte.

TS Herzogenaurach -
HC Erlangen III 32:24
Dem Plan, ab der ersten Minute fokussiert zu sein, ließen die Herzogenauracher Taten folgen. So erarbeitete sich die neuformierte Mannschaft um Spielertrainer Ingo Kundmüller eine schnelle 4:0-Führung, die im Laufe der ersten Halbzeit ausgebaut wurde. Eine kompakte Abwehr in Kombination mit einem guten Rückhalt Sebastian Kammerer im Tor ermöglichte den Erlangern nur selten ein Erfolgserlebnis. Dazu kam eine hohe Treffsicherheit der Schuhstädter. Vor allem Jürgen Wonner erzielte im ersten Abschnitt etliche Tore aus dem Rückraum.
Zudem hatte Youngster Yannik Wayand maßgeblichen Anteil an der deutlichen Halbzeitführung von 17:8, da er in seinem Pflichtspieldebüt bei der "Ersten" drei Mal einnetzte. Kundmüller zeigte sich sehr zufrieden mit den ersten 30 Minuten, zumal die Vorgabe, über kompakte Deckungsarbeit und geduldige Spielzüge ins Spiel zu finden, umgesetzt wurde. Der Coach mahnte gleichzeitig, dass die Konzentration nach dem Seitenwechsel aufrecht erhalten werden müsse, damit der Gegner erst gar nicht den Hauch einer Chance zur Aufholjagd wittern könne.
Dennoch entwickelte sich zunächst ein ausgeglicheneres Spiel, da der TSH besonders in den Anfangsminuten die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss fehlte und sie im Defensivverbund zu passiv agierte. Bedingt durch Zwei-Minuten-Strafen der Herzogenauracher kamen die Erlanger zwischenzeitlich auf sechs Tore heran (22:16). Die Turnerschaft hatte binnen zehn Minuten genauso viele Gegentreffer kassiert wie im gesamten ersten Durchgang. "In dieser Phase sind wir zu leichtfertig mit unseren Chancen umgegangen und haben nur noch versucht, den Vorsprung zu verwalten, anstatt weiter Akzente zu setzen und uns Sicherheit zu verschaffen", monierte Kundmüller.
Dann ging jedoch ein Ruck durch die Mannschaft. Die Abwehrreihe fuhr die Konzentration hoch, der Angriff spielte sich zielstrebiger und mit Tempo Tore heraus. Die Schuhstädter ließen nichts mehr anbrennen und fuhren - trotz zeitweiliger Umstellung der HC-Abwehrreihe auf eine offensive Deckung - einen ungefährdeten 32:24-Auftaktsieg ein, bei dem sich fast alle Feldspieler in die Torschützenliste eintrugen.
Damit geht die TSH mit Rückenwind ins nächste Derby am Samstag in Forchheim, wo die Trauben sicherlich höher hängen. mth
TSH: Kammerer, Mayer - Hirning (5), Theiss (3/1), Josnik (1), Sieber, Janson (5), Wonner (8), Wayand (3), Auer (3), Welker (1), Fried (1), Kopatsch, Kundmüller (2)

HSG Erl./Niederlindach -
TSV Neutraubling 25:28
Nach einer langen und abwechslungsreichen Vorbereitung fieberte die HSG dem ersten Spieltag entgegen. Trainer Walter Anheuer gab die Marschroute vor: "Die Spiele gewinnen wir in der Abwehr. Vorne geduldig sein und klare Chancen erarbeiten!"
Die erste Halbzeit verlief ausgeglichen. Keine der beiden Mannschaften konnte sich mit mehr als zwei Toren absetzen. Phasenweise stand die Heim-Sieben kompakt und verhinderte gegnerische Durchstöße. Einzig den gut aufgelegten Marvin Hoppe am Kreis bekamen die Männer der HSG nicht in den Griff, der sieben Mal einnetzte. Stellungsfehler und Unstimmigkeiten im Mittelblock wusste er effizient zu nutzen.
Die Abschlüsse waren dagegen oft verfrüht, freie Würfe zu inkonsequent. So gingen die Gäste mit einer knappen Führung von 13:12 in die Kabine. Anheuer munterte seine Schützlinge auf und forderte, von nun an auch die Anspiele des Gegners an den Kreis zu unterbinden. Zum Wiederbeginn sahen die Zuschauer in der Seebachgrundhalle jedoch ein ähnliches Bild. Trotz des gut aufgelegten Schlussmanns Robert Rödel rannte die HSG immer einem kleinen Rückstand hinterher.
Die Abschlussschwäche und die starken TSVler Hoppe und Noah Schäfer führten zu einem 20:16 für Neutraubling. Hinzu kam, dass die Hausherren den gegnerischen Rückraum ohne Block gewähren ließen. Anheuer ging auf Risiko und schickte einen siebten Feldspieler auf die Platte. Dadurch fanden Gilg, Willert, Loncar und Co. immer wieder Lücken in der Abwehr und verkürzten auf 20:21, doch die Chancenauswertung blieb schwach und stand einer Wende im Weg.
Wie in der vergangenen Saison ließen die jungen HSGler die Konsequenz im Torabschluss vermissen. Gepaart mit der teilweise zu geringen Gegenwehr waren die Punkteverluste nicht unverdient. An die positiven Ansätze gilt es, am Samstag bei der SG Regensburg II anzuknüpfen. ts
HSG: Rödel, Hückel - Boolzen (1), Rühl (1), Sackmann (2), Gumbert (1), Stübinger (4), Jonas (1),Willert (7), Schmieding, Hauer, Rowold, Loncar (4), Gilg (4/3)