Nach zwei Jahren Liga-Abstinenz bestritten die Eishockey-Frauen des ESC Höchstadt ihr erstes Punktspiel in der Landesliga. Und das lockte immerhin 80 Zuschauer ins Eisstadion am Kieferndorfer Weg, die die Blue Lions lautstark anfeuerten. Doch es half nichts. Am Ende mussten sich die Höchstadterinnen knapp geschlagen geben.

ESC Höchstadt - ESC Geretsried 1:2 (0:0, 1:1, 0:1)

Die Partie war von der ersten bis zur letzten Sekunde ein packender Fight, beide Teams schenkten sich keinen Zentimeter Eis und um jede Scheibe wurde gekämpft, Tore fielen allerdings auch nicht. So endete das erste Drittel 0:0.
Auch der zweite Spielabschnitt zeichnete sich durch Geschwindigkeit und Kampfgeist aus. Die Löwen erspielten sich immer wieder gute Torchancen, die allerdings zum Teil leichtfertig vergeben wurden. In der 24. Minute fiel dann in Unterzahl das 1:0 für die Gäste. Melanie Wartha saß wegen eines Stock-Checks in der Kühlbox. Für den erlösenden Ausgleich sorgte zehn Minuten später die Lions-Kapitänin: Auf Zuspiel von Doppellizenz-Spielerin Jana-Kim Zierock aus Weiden netzte Melanie Blume in der 34. Minute ein.
Hochmotiviert und mit ein paar Umstellungen ging es ins Schlussdrittel. In der Verteidigung sicher und nach vorn mit minutenlangem Powerplay versuchten die Höchstadterinnen, das Spiel für sich zu entscheiden. Aber irgendwie wollte die Hartgummischeibe einfach den Weg ins gegnerische Tor nicht finden. Nach der ersten Druckwelle befreiten sich die Gäste wieder und fuhren ihrerseits gefährliche Angriffe. Alles deutete auf ein Unentschieden hin, bis in der 52. Minute dann doch noch der zweite Treffer für die Gäste fiel. Wieder waren die Blue Lions in Unterzahl, weil Blume eine Zwei-Minuten-Strafe verbüßte.

Team muss sich noch finden

Die Gastgeberinnen machten ihrem Namen alle Ehre, kämpften wie die Löwen. Ein Tor wollte allerdings nicht gelingen, obwohl ein Remis durchaus verdient gewesen wäre. Dann wären die Zuschauer sogar noch in den Genuss des Penaltyschießens gekommen, das nach Einführung der Drei-Punkte-Regel, bei der nach einem Unentschieden auf diese Art ein Zusatzpunkt möglich ist, erstmals auch in der Frauen-Landesliga zum Prozedere gehört.
"Sie haben alles aus sich herausgeholt, Tempo und ein gesundes Maß an Aggressivität ins Spiel gebracht. Doch trotz guten Zusammenspiels, vieler Torchancen und großem Kampfgeist hat das letzte Quäntchen Glück gefehlt", analysierte der Trainer der Blue Lions, Jiri Carnecky. Sein Team besteht aus vielen erfahrenen Spielerinnen und einigen Novizen und muss erst noch zusammenwachsen. "Potenzial ist da. Die Spielerinnen haben den Kampf angenommen und sahen auch spielerisch phasenweise besser aus", sagte Teamchef Frank Gärtner. Bereits am kommenden Samstag findet das Rückspiel der Blue Lions in Geretsried statt.