Mit Platz 8 muss Christian Braun in diesem Jahr letztlich zufrieden sein. In weiser Voraussicht hatte der Trainer der Damen-Basketball-Mannschaft trotz der gewonnenen Meisterschaft vorige Saison auf den Aufstieg in die 2. Liga verzichtet. "Bis auf die Partie gegen Bayern München hatten wir alles gewonnen", erinnert sich der TSH-Coach. "Wir wussten aber, dass uns einige Spielerinnen aus beruflichen und privaten Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen würden", sagt Braun.

Vor allem der Wechsel von Ilona Brox und Laura Geiselsöder, die sich den Bundesligisten aus Bamberg beziehungsweise Nördlingen anschlossen, hinterließ eine große Lücke in Herzogenaurach. "Dank eines Zweitspielrechts hat sie in den letzten drei Saisonspielen aber nochmal bei uns ausgeholfen", erklärt der gelernte Informatiker, der nun Hauptschullehramt in Bamberg studiert. Gemeinsam mit ihren früheren Mitspielerinnen sorgte sie dabei für zwei Siege und die letztlich nur knappe, negative Bilanz von elf Niederlagen in 20 Begegnungen.

Klassenerhalt noch nicht sicher

Obwohl die Shorthorns dadurch ihren achten Rang gefestigt haben, müssen sie immer noch ein wenig um den Klassenerhalt bangen. "Beim Basketball weiß man nie so genau, wie viele Mannschaften auf- oder absteigen", sagt Braun. "Gerade bei uns in der Regionalliga sind wir vom Abschneiden der Teams aus anderen Bundesländern abhängig, deren Spielzeiten teilweise noch nicht beendet sind." Dass die Turnerschaft Herzogenaurach tatsächlich noch in die Bayernliga abrutscht, wo die eigene zweite Mannschaft startet, sei aber unwahrscheinlich.

Die mit den kurzen Hörnern

Aufgrund einer Reform des Verbandes dürfen die Shorthorns seit 2010 auch offiziell unter ihrem bis dahin nur intern genutzten Namen antreten. "Wie das genau entstanden ist, kann ich gar nicht sagen", gibt der frühere Co-Trainer des damaligen Herren-Bundesligisten Nürnberger Baketball-Club zu. "Das ist wohl Anfang der 2000er Jahre aus dem Vereins-Sponsoring in den USA zu uns herübergeschwappt", vermutet er. Nachdem die Herren an eine Rinderrasse angelehnt Longhorns hießen, war der Spitzname für die Frauen vorgezeichnet. Zu Zwecken der Einheitlichkeit bekamen die Nachwuchsteams mittlerweile den Titel Younghorns verpasst.

Sportlich profitiert die Regionalliga-Mannschaft allerdings wenig vom Austausch zwischen den Generationen. "Das Interesse am Basketball - vor allem dem weiblichen - ist einfach nicht besonders groß", klagt der 35-Jährige. "Qualitativ und quantitativ kommt wenig nach." In der Rückrunde seien die Hörner der Shorthorns aufgrund von Verletzungen und Auslandsaufenthalten doch ziemlich zusammengestutzt worden. Schwarzmalen zählt für den Fürther aber nicht. Zuerst werde man die bis September dauernde Spielpause genießen und zur Regeneration nutzen.

Verstärkung aus der Region

Das Werben um neue Spielerinnen entfalle in der Regel ohnehin. "Wir profitieren von Erlanger Studenten, die sich bei uns melden. Oder jungen Berufstätigen, die bei gewissen Unternehmen in Herzogenaurach angestellt sind", sagt Braun. Um die neue Saison sei ihm daher nicht bange. Für Zielsetzungen ist es ein halbes Jahr vor Rundenstart aber noch zu früh.