Das Langstreckenteam des FSV Großenseebach ist für die Teilnahme an außer gewöhnlichen Laufveran staltungen bekannt. Der Rennsteiglauf, die 100 Kilometer von Biel oder der Marathon über die Chinesische Mauer mit 18.337 Stufen. Kein Weg ist zu weit. Der Reiz, die Grenzen zu erweitern treibt die Läufer dabei ins Ziel. Jetzt wagten sich Birgit Seeberger und Martin Toth an den Zugspitz-Extremberglauf.
Dort gab es in diesem Jahr eine Kuriosität: Der Kenianer Kosgei kam als Erster ins Ziel, Sieger wurde aber Michael Barz - und der teilte das Preisgeld. Grund dafür war, dass der Veranstalter das Rennen nach der Nettozeit wertet und nicht in der Reihenfolge. Während es am Gipfel also nach 1:50:23 Stunden Diskussionen um den Sieger gab, mühten sich Birgit Seeberger und Martin Toth auf der Strecke ab.
Die beiden waren auf 1020 Metern gestartet. Auf dem Weg zur Ehrwalder Alm mussten schon 500 Höhenmeter absolviert werden und bei großer Hitze ging es weiter auf 1732 Meter zur Hochfelder Alm. Dort wurde es kühler. An die richtige Ausrüstung hatten die FSV-Läufer gedacht, im Ziel würde es knapp über null Grad haben. Die Organisatoren hatten sich entschieden, den Lauf um 1,3 Kilometer und 400 Höhenmeter zu verkürzen: Das Ziel wurde wegen des Schnees am Zugspitzplatt (Sonnalpin, 2576 Meter) und nicht am Zugspitzgipfel aufgebaut. 16,61 Kilometer und 1836 Höhenmeter lautete die Herausforderung.
Martin Toth hatte sich kurzfristig für den Nordic Running-Wettbewerb entschieden, obwohl er sich zusammen mit Birgit Seeberger bei Trainingswochen in Bad Steben und in Garmisch-Partenkirchen vorbereitet und zuletzt 6000 Höhenmeter in einer Woche gesammelt hatte. Das war auch nötig gewesen, denn an der Zugspitze wurde es nun steiler und steiniger. Am Gaterl überquerten die Großenseebacher die Grenze nach Deutschland. Und von der Knorrhütte bis Sonnalpin kämpften sie mit dem Schnee.
Von über 1000 gemeldeten Teilnehmern starteten 918; 913 (801 Männer und 112 Frauen) kamen ins Ziel. Und je weiter sich die Athleten von den Bestzeiten entfernten, umso euphorischer jubelten sie. "So ein Wahnsinn, ist des geil", rief zum Beispiel Martin Toth nach 4:22 Stunden. Einige Läufer taumelten ins Ziel, in die Hände der Helfer von der Bergwacht. Aber: Sie hatten es geschafft und feierten sich.Wie Birgit Seeberger. Nach 3:53 Stunden war sie im Ziel und lächelte wenig später selig: "Es war unbeschreiblich schön. Ein tolles Gefühl, aber so schwer, im Schnee zu laufen." jbr