Ganz nach dem Geschmack von Chef-Organisator Willi Wahl verlief die 24. Auflage des Neuhauser Straßenlaufs. "Das Wetter hat gepasst, die Resonanz war super, es wurde ein Rekord geknackt und der Ablauf war rund", erklärte Wahl, der sich mit 70 Helfern des gastgebenden TSV, Feuerwehr und Rotem Kreuz darum kümmerte, dass bei der Großveranstaltung nichts schiefging.
Wahl sei fasziniert gewesen vom großen Zuspruch beim Hobby- und Firmenlauf, bei dem 74 Männer und Frauen die Ziellinie überquerten. "Dazu hatten wir doppelt so viele Walker wie im vergangenen Jahr. Das ist ein Signal für den Breitensport." Dass beim Hauptlauf über zehn Kilometer 232 Finisher gezählt wurden, sei laut Wahl dagegen keine Überraschung. "Es ging ja um Punkte für den BLV-Laufcup, da kommen die Spitzenleute fast von allein", erklärte Wahl, für den der Schülerlauf 1 das zweite Highlight des Tages war. "61 Teilnehmer im Ziel waren eine neue Bestmarke."


137 Sekunden Vorsprung

Und dann war da ja noch der neue Strecken-Rekord von Felicity Milton, die sich erst kurzfristig für eine Teilnahme entschieden hatte und ihre eigene Bestmarke regelrecht pulverisierte (35:49). "Sie war schon vor zehn Jahren eine Top-Läuferin, vor allem im Halbmarathon. Und hier hat sie wieder eine absolute Spitzenzeit abgeliefert. Eine Frau, die für zehn Kilometer um die 35 Minuten braucht, ist schwer zu finden", sagte Wahl über die 29-jährige Britin. Profi-Triathletin Angela Kühnlein, die ihren Sieg von 2012 wiederholen wollte, kam nach ebenfalls sehr guten 38:06 Minuten ins Ziel und musste mit Rang 2 Vorlieb nehmen.
Bei den Herren siegte Addisu Tulu Wodajo - ein Flüchtling, der beim TV 48 Coburg inzwischen voll integriert ist und nach 31:52 Minuten die Ziellinie passierte. Ein Beispiel, das laut Wahl auch bei Vereinen der Umgebung Schule machen könnte. "Ich habe im Herbst mit den Läufern von Running for Oromia in Herzogenaurach gearbeitet und in den vergangenen fünf Wochen Flüchtlinge aus der Adelsdorfer Unterkunft für den Straßenlauf vorbereitet. Da sind echte Talente dabei, die im Verein weiter gefördert werden sollten", sagte Wahl, der überrascht war, wie stark die Asylsuchenden tatsächlich abschnitten.

Aber auch andere Starter hinterließen einen starken Eindruck: Patrick Weiler, der mit dem LAC Quelle Fürth die Mannschaftswertung gewann, lieferte als Gesamtzweiter in 32:04 Minuten eine starke Vorstellung ab, genau wie sein Teamkollege Dominik Mages, der tags darauf noch beim Vipa-Herzocross in Herzogenaurach an den Start ging. "Eine hervorragende Zeit hat auch Bodo Fechler von der LG Nürnberg hingelegt. Mit 75 Jahren auf zehn Kilometern unter 50 Minuten zu bleiben, ist wirklich stark", sagte Wahl, der wohlwollend auch die Präsenz der Erlanger Polizei wahrnahm. "Die sind mit 31 Teilnehmern im Hobbylauf gestartet und haben das sichtlich genossen."