Mit einem deutlichen 41:21 haben die Bayernliga-Handballerinnen der TS Herzogenaurach das Pokalspiel gegen den Landesligisten HC Sulzbach gewonnen. Vor gut 50 Zuschauern in der Gymnasiumsporthalle löste die Mannschaft von Trainer Hans-Jürgen Kästl ihre erste Pflichtaufgabe der neuen Saison standesgemäß. Dabei waren die Gäste alles andere als ein Aufwärmpartner.


TS Herzogenaurach - HC Sulzbach 41:21

Vor allem die höherklassig erfahrene Nicole Schiegerl brachte mit ihren verzögerten Sprungwürfen aus etwa zehn Metern erst die TSH-Abwehr und dann deren Torfrauen Martina Ebersberger oder Michaela Müller mehrfach in Verlegenheit. Obwohl sie für eine Rückraumspielerin etwas klein und zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung wohl noch nicht ganz austrainiert ist, erzielte sie fast die Hälfte der Sulzbacher Tore.

In den ersten zwölf Minuten boten die Gäste dem Favoriten Paroli. Erst beim Stand von 5:5 sorgte die TSH ergebnismäßig für Distanz zu den munter aufspielenden Oberpfälzerinnen. Rückkehrerin Nina Bestle und Neuzugang Kristin Lang erzielten einen Zwei-Tore-Vorsprung, die "Offensivwaffen" Sarah Stephan und Saskia Probst erhöhten per Tempogegenstoß - meist nach punktgenauen Pässen von Ebersberger über die Köpfe von Freund und Feind hinweg.

Wenn es eine Gegnerin doch schaffte, ein Zuspiel zu unterbinden, verschafften sich Stephan und Probst in Höchstgeschwindigkeit gegenseitig neuen Raum. So stand es in der 17. Minute bereits 12:5 für die TSH. Spätestens als Janka Kräck vom eigenen Tor startend mit einem furiosen "Slalomlauf" um drei Gegnerinnen zum 19:6 abschloss (21.), war klar, dass die Gäste trotz enormer Gegenwehr chancenlos sind. Die 20:10-Halbzeitführung war auch in der Höhe verdient.


Zugänge bringen sich sofort ein

Nach dem Wechsel hielt das Kästl-Team den Abstand mühelos. Der HC knüpfte couragiert an seine guten Ansätze an und ließ sich nicht gänzlich erdrücken. Bei der Turnerschaft zeigte sich eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, als die sechs Neuzugänge optisch sowie akustisch für ein völlig neues Wir-Gefühl sorgten und sich als spielerisch wertvolle Akteure erwiesen.

Nicht nur die Rückkehrerinnen Ebersberger und Bestle sowie Alina Erdmann (zuletzt Winkelhaid), sondern auch die blutjungen Ex-Erlangerinnen Kristin Lang, Amelie Theobald und Laura Wedrich trugen zur starken Gesamtleistung bei. Gerade die hochgewachsene Wedrich bewies Selbstvertrauen und brachte sich durch kluge Zuspiele wie auch Torwürfe ein. "Ein guter Anfang. Wenn wir noch etwas besser eingespielt sind, wird das sicher eine gute Saison", meinte diese.

Natürlich lief so früh in der Saison noch nicht alles rund. "Nach vier Trainingseinheiten in dieser Woche mussten wir uns erst finden", sagte Kästl. In der Abwehr standen die Herzogenauracherinnen sträflich weit auseinander, die Abstimmung passte nicht immer. Und sicher werden Gegner kommen, die anders zupacken. Dann taktisch dagegenzuhalten, wird wohl ein Trainingsschwerpunkt der kommenden Wochen sein.

Bestle zeigte aber, dass sie einen Angriff lenken kann. "Wir haben eine ganz andere Situation als vor meinem Weggang. Es macht richtig Spaß mit dieser Mannschaft", erklärte Bestle. Die Französin Carole Mittelheisser fühlte sich auf der rechten Rückraumposition sichtlich wohl. Schon wieder in sprühender Spiellaune war Saskia Probst, die jeden freien Meter des Feldes zu ihren 13 Treffern nutzte.
TSH: Ebersberger, Müller - Kräck (2), Mittelheisser (5/1), Stephan (5), Theobald (4), Wedrich (5/2), Bestle (2), Probst (13/3), Erdmann (2), Lang (1), Merz (2)


Neue Fitnesstrainerin für die TSH

Nicht nur auf dem Parkett, sondern auch daneben gibt es bei der TSH Neues. Die Rumänin Mirela Chirila Negruthiu hat zu Saisonbeginn das Athletik- und Fitnesstraining der Bayernliga-Damen übernommen. Die 34-Jährige war einst in der höchsten Spielklasse ihres Heimatlandes aktiv und lebt seit fünf Jahren in Deutschland. Aktuell spielt sie als Rechtsaußen für den Regionalligisten ESV Regensburg. "Eine prima Mannschaft, die bei zwei Einheiten pro Woche sehr engagiert mitmacht", lobte die gelernte Diplomsportlehrerin. "Ich freue mich über ihr Mitwirken. Es ermöglicht mir, mich primär um die technischen und taktischen Belange zu kümmern", sagte Kästl.