Bei den deutschen Badminton-Meisterschaften in Bielefeld startete der Niedern dorfer Max Schwenger im Mixed und im Herrendoppel. Nachdem er im vergangenen Jahr jeweils im Halbfinale knapp gescheitert war, wollte er unbedingt mehr erreichen - und das gelang auf eindrucksvolle Weise. Am Ende durfte Schwenger eine Gold- und eine Silbermedaille sein Eigen nennen.

Auf Weltklasseniveau

Im gemischten Doppel wurde es für Max und seine Partnerin Carla Nelte, die an Platz 2 gesetzt waren, erst im Viertelfinale richtig ernst. Dort trafen sie auf Marvin Seidel (Bischmisheim) und Linda Efler (Emsdetten), ließen aber nichts anbrennen (21:13, 21:14). Damit kam es zur Neuauflage des letztjährigen Halbfinales. In einem spannenden ersten Satz behaupteten sich Schwenger/Nelte noch knapp mit 21:19, legten dann aber einen Gang zu und zogen mit 21:17 erstmals ins Finale einer Aktiven-DM ein.

Dort trafen sie auf die Titelverteidiger Birgit Michels (Beuel) und Michael Fuchs (Bischmisheim), die derzeit Weltranglisten-Zehnter sind. Schwenger/Nelte, die neun Plätze dahinter gelistet sind, waren sehr nervös und gaben den ersten Satz ab. Anschließend entwickelte sich aber ein Spiel auf Weltklasseniveau, in dem ihnen mit dem 21:13 der Satzausgleich gelang. Im Entscheidungssatz waren sie nah a einem Sieg, doch dann überstimmte der Schiedsrichter den Linienrichter und es stand 19:17 für Michels/Fuchs. Schwenger/Nelte gelang es dann nicht mehr, weiter aufzuholen (21:18), sodass sie sich mit Silber begnügen mussten.

Olympia-Qualifikation

Im Herrendoppel hatte Schwenger mit Josche Zurwonne keine Probleme, die Viertelfinal-Hürde Glomb/Hukriede (Horner TV) zu nehmen. Im Halbfinale traf das Duo dann auf Holzer/Lamsfuß (Dortelweil/Wipperfeld) und legte mit 21:9 vor. Im zweiten Satz ging es eng zu, doch mit dem 20:19 erzwangen Schwenger/Zurwonne den ersten Matchball - den sie eiskalt nutzten.

Im Finale warteten die Titelverteidiger Fuchs/Schöttler (Bischmisheim), die den beiden alles abverlangten. In einer mitreißenden Partie wechselte die Führung ständig. Mit einem cleveren Spielzug gingen Schwenger/Zurwonne mit 21:20 in Führung, und weil danach ein Schmetterball von Fuchs im Aus landete, war der erste Satz entschieden (22:20). Davon beflügelt startete das erst vor sechs Monaten formierte Duo furios in den zweiten Satz. Nach dem 13:9 kamen Fuchs/Schöttler jedoch auf 13:12 heran. Unterstützt von den Zuschauern, die die Sensation witterten, spielten sich Schwenger/Zurwonne in einen Rausch und hatten beim Stand von 20:12 acht Matchbälle. Doch der Vorsprung schmolz, das Duo schien nervös zu werden. Dann aber gelang Zurwonne mit einem wuchtigen Schmetterball, der nur ins Netz abgewehrt werden konnte, das entscheidende 21:17.

Weiter geht es für Schwenger vom 11. bis 15. Februar mit den Europameisterschaften in Belgien, ehe ab Mai die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2016 beginnt. In Rio de Janeiro würde Schwenger gerne sowohl im Mixed als auch im Doppel dabei sein.