Einen ersten Test absolvierten die Bezirksoberliga-Handballer der Turnerschaft Herzogenaurach, als der Landeligist SG Regensburg in der ersten Runde das BHV-Pokals in der Gymnasium-Sporthalle gastierte. Durch eine engagierte und mannschaftlich geschlossene Leistung brachte die TSH den Gegner immer wieder in Bedrängnis und setzte sich letztendlich verdient mit 21:18 durch. Für Coach Ingo Kundmüller war es eine Trainingsmöglichkeit unter Wettbewerbsbedingungen, die sein Team ordentlich nutzte und ihm weitere Einblicke verschaffte.
Vor dem Spiel waren die Rollen eigentlich klar verteilt. Der letztjährige Tabellensechste der Landesliga Nord, der mit zehn Spielern anreiste, war gegenüber der stark veränderten TSH Favorit. Mit Felix Welker, Peter Haberzettl, Martin Maydt, Jan Sieber, Davor Petko sowie Florian Kopatsch standen gleich sechs Neulinge im Aufgebot des gastgebers, während Thomas Janson, Thomas Josnik, Michael Hettchen und Jörn Marks nicht zur Verfügung standen.
Aber die Mannschaft, die Kundmüller aufbot, kämpfte geschlossen um jeden Ball und war gewillt von Anfang an ordentlich dagegen zu halten. Spielerisch ging noch allzu viel, das sich das Team erst finden muss und Kundmüller das System ändern will. Die TSH soll variabler werden, um den Gegner mehr unter Druck setzen zu können. "Vor allem in der Abwehr werden wir sehr viel aggressiver werden müssen, da es im vergangenen Jahr im Schnitt fast 30 Gegentore waren, die wir jedes Spiel bekommen haben. Die personellen Veränderungen geben uns die Möglichkeit, offensiver zu werden, und diese Chance werden wir nutzen."


Der Favorit war überrascht

Das Spiel begann unerwartet kurios. Durch eine äußerst bissige Abwehr, verbunden mit etlichen Ballgewinnen und schönen Übergänge gelang es der TSH binnen zehn Minuten, mit 5:0 in Führung zu gehen. Bitter war allerdings auch, das die gastgeber aufgrund einer unglücklichen Abwehraktion frühzeitig eine Rote Karte bekamen und noch enger zusammenrücken mussten. Weiter gute Chancen blieben ungenutzt, und so kam Regensburg über 6:4 und 9:6 bis zur Pause wieder auf 10:9 heran. Damnit konnte die TSH zufrieden sein, denn der Gegner tauschte bei Offnesivaktionen ständig den Torhüter gegen einen weiteren Feldspieler, um in Überzahl agieren zu können. Die Herzogenauracher Abwehr arbeite jedoch gut, erzielte einige Ballgewinne, und sogar Keeper Kammerer trug sich angesichts des verweisten SG-Tores zwei Mal in die Trefferliste ein.
Regensburg kam zu Beginn der zweiten Halbzeit besser ins Spiel und drehte die Partie auf 14:15 (40.). Doch die TSHler behielten die Nerven und schlugen zurück: Acht Minuten vor Schluss führten sie wieder mit 20:15. Diesen Vorsprung gaben sie bis zum Ende der Partie nicht mehr aus den Händen und ebntschieden eine Partie, die von viel Teamgeist und vielen positiven Ansätzen geprägt war, für sich.
"Wir haben über 60 Minuten ganz ordentlich gekämpft und gespielt. Es wurde uns klar aufgezeigt, woran wir im Laufe der Vorbereitung noch arbeiten müssen. Bisher ziehen die Jungs alle an einem Strang, was für uns im Hinblick auf die Saison entscheidend werden wird", sagte Kundmüller.